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Bernd Kirchhahn

McLaren Senna: Homo oeconomicus

Kalendertür 21

Der Preis ist ein schlechter Ratgeber. Unzählige Studien belegen, dass Menschen davon ausgehen, dass hinter einem höheren Preis auch ein besseres Produkt steckt. Klar, vielleicht springen viele Menschen dann beim eigentlichen Kaufprozess über ihren Schatten und kaufen sich das objektiv bessere, obwohl günstigere Produkt, aber die Grundannahme ist zunächst einmal da.

In der Welt der Superreichen ist dieser Effekt schwer zu fassen, da Normalbürger nicht gewöhnt sind, über solche Summen zu sprechen, wenn es um eher banale Wirtschaftsgüter, wie beispielsweise ein Auto geht. Nur eben für rund eine Million Euro.

McLaren präsentierte jüngst den McLaren Senna. Der Wagen kostet in Deutschland 922.250 Euro inklusive Steuern. Als Gegenleistung erhält der Kunde ein Fahrzeug, das 1198 Kilogramm wiegt, angetrieben von einem 4,0-Liter-V8 mit 800 PS. Alle Karosserieteile werden aus Kohlefaser gefertigt. Daneben gilt die hydraulisch vernetzte Dämpfung RaceActive Chassis Control II (RCC II) als technischer Höhepunkt. Im Innenraum gibt sich der Wagen sportlich reduziert, lediglich der große, hochformatige Touchscreen sticht heraus.

Eher bodenständige Technik

Bei der Aufzählung all dieser Superlative – von der Leistung über das Gewicht bis zum Preis – wird schnell übersehen, dass es sich um eher bodenständige Technik handelt. Das Angebot wird von McLaren künstlich verknappt, wenn sie sagen, dass nur 500 Stück produziert werden. Die werden zwar erst ab dem dritten Quartal 2018 ausgeliefert, sind aber, wie könnte es anders sein, schon ausverkauft.

Theoretisch könnte McLaren diesen Wagen in Dauerschleife produzieren. Für einen deutlich geringeren Preis. Das wissen die Kunden. Sie bezahlen dafür, dass McLaren genau das nicht tut, wohlwissend, dass nicht die Teile den eigentlichen Wert darstellen, sondern die Tatsache, dass die Teile möglichst selten zusammengesetzt werden. Genau genommen wird also nicht dafür bezahlt, einen McLaren Senna zu besitzen, sondern dafür, dass andere keinen besitzen. Das ist die Logik von Supercar-Sammlern.

Aber wir wollen an dieser Stelle nicht unfair werden, schließlich gibt sich McLaren reichlich Mühe, die goldenen Jahre der Formel eins in das Flair des Fahrzeugs zu weben. Der McLaren Senna ist nach Ayrton Senna benannt, der bekanntermaßen zwischen 1988 und 1993 für die Marke auf Trophäenjagd ging. Mit Erfolg. In dieser Zeitspanne holte er drei Mal den Weltmeistertitel (1988, 1990, 1991).

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