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Clemens Gleich 1175

Klartext: Warum sind Elektroautos so teuer?

"Die Batterien sind schuld!", sagten sie damals. Aber die wurden viel billiger ...

Die Frage "Warum kostet das so viel?" stellten sich Interessenten schon bei den ersten Großserien-Elektroautos. Die Antwort dazu lautete meistens: "Wegen der Batterie. Wenn die Akkus billiger werden, dann werden auch die Autos bezahlbar." Mittlerweile sind Li-Ion-Akkus auf deutlich unter ein Viertel ihrer ursprünglichen Preise gefallen, aber Elektroautos kosten weiterhin deutlich mehr als selbst eng verwandte Verbrennermodelle.

Ein VW E-Up kostet 26.900 Euro. Das entspricht ungefähr zwei topausgestatteten Up-Benzinern. Ein E-Golf kostet 35.900 Euro, also den Preis eines gut ausgestatteten Golf GTI. Und eben habe ich mir den Renault Master ZE angesehen, der (inklusive Batterie) bei knapp 60.000 Euro anfängt – Elektroförderbonus eingerechnet. Mit Dieselmotor kostet der Lieferwagen ab 27.358 Euro. Wenn wir diese Zahlen aufdröseln, stellen wir fest: An der Batterie alleine kann es nicht liegen.

Das "UBS Evidence Lab" (gehörig zur Schweizer Großbank UBS) hat kürzlich in Sachen Kosten einen Chevrolet Bolt mit einem VW Golf verglichen, Benziner. Wenig überraschend bleibt der Akku weiterhin das teuerste Teil eines Elektroautos, wie beim Verbrenner der Motor. Die Batterien wurden nämlich billiger, aber auch größer. Interessanter ist das, was man sich auch schon gedacht hat, aber so genau nicht wusste: Der elektrische Antrieb exklusive Batterie, also Motor, Kabel, Getriebe und Leistungselektronik, das ist ein bisschen billiger als ein Verbrennerantrieb, wenn auch derzeit noch nicht so viel billiger, wie man zunächst denken könnte. Ich denke, das Eichhörnchen steckt in den "direkt zuordenbaren Kosten" und in den "Overhead-Kosten".

ZE Master Race

Denn wenn wir nicht einen GM-Wagen in Amerika mit einem Volkswagen vergleichen, sondern zum Renault Master zurückkehren, können wir eigentlich nur so dessen Preisstruktur verstehen. Renault gibt für die Batterie Kosten von 10.000 Euro an (für 33 kWh). Die Batterie des Chevy Bolt wird im Bericht mit einem Wert von 12.500 US-Dollar angegeben (für 60 kWh), Renaults nennt also wohl den Endkundenpreis. In über 30.000 Euro Mehrkosten im Vergleich zum Diesel-Master würde außer einer derart bepreisten Batterie noch ein ganzer Renault Zoe passen, wenn man die Batterie mietet. Da in beiden Fahrzeugen derselbe Antrieb steckt, können wir hier weder von Skalierung noch von Einkaufskosten ausgehen, sondern es geht um irgendwelche Umlagen.

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