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Klartext: Bye, bye, Baby Boom

Die Baby Boomer werden Großeltern. Ihre Interessen verschieben sich

Jüngst überraschte mich ein kleiner Knick in der Statistik: Seit 2011 steigen in Deutschland die Geburtenraten sichtbar. Dafür gibt es mehrere Ursachen, die wohl wichtigste unter ihnen liegt jedoch ganz banal in der Menge: Die Baby-Boomer (geburtenstarke Nachkriegsjahrgänge) hatten viele Kinder, deshalb gibt es mittlerweile viele potenzielle Mütter. Wer Ende der 70er, Anfang der 80er geboren wurde, setzt sich typischerweise spät mit dem Kinderwunsch auseinander, der in den letzten Jahren als machenswerter angesehen wird.

Es fasziniert, wie unterschiedlich Generationen sein können, durch scheinbar kleine Unterschiede. Dass die Jugend von heute nix mehr taugt, war schon immer so, weil sie eben von den Werten einer anderen Generation ausgehend betrachtet tatsächlich nichts taugt. Wer in der Leistungsgesellschaft der Achtziger groß wurde, in der Arbeit das Allerwichtigste war, muss die Millenial-Generation ja hassen, denen freizeitliches Wohlbefinden das Allerwichtigste ist. Einer der Generationen prägenden Hauptfaktoren war in der Zeit nach den großen Kriegen stets Technologie. Die Baby Boomer wurden außer durch die Atomkraft maßgeblich durch das Auto geprägt, weil erst nach dem Krieg jeder ein Auto haben konnte. Die Generation X („Null-Bock-Generation“ nannte man uns damals) wurde vom Computer geprägt, vom aufkommenden Internet; die Millennials wahrscheinlich vom stets mitgeführten Smartphone.

Die Große Tortur

Diese Generationengrenzen sah ich dieser Tage auf meinem großen Streaming-Schirm, auf dem ich die neue Staffel von „The Grand Tour“ streamte. Ich tat es erst gestern, weil es mir nicht brannte und offenbar auch keinem anderen Menschen in meiner Timeline. Die Sendung enthält das, was immer drin ist: Unterhaltung, vage rund um das Auto drapiert. Es unterhält aber um eine Idee des Autos herum, die sich langsam ausschleicht. Die Auto-geprägte Generation gerät gerade ins Großelternalter. Ihre Abenteuer suchenden Kinder der Generation X setzen sich zur Ruhe. Ich schaue kein Jackass mehr an. Menschen, die umfallen (Top Gear, Grand Tour), interessieren mich irgendwie weniger als früher. Und das moderne Auto, das selbst die Millennials interessieren könnte, die ja auch alle nur noch Streaming gucken: Es findet nicht statt.

Zum Beispiel der Rimac im Titelbeitrag der Sendung: ein grandioses Auto, in vielerlei Hinsicht. Mate Rimacs Allround-Genie zeigt sich zum Beispiel oft darin, dass er alles selber machte, was er nicht zu vertretbaren Preisen einkaufen konnte für seine Mikroserie des Concept One. Man lasse sich die Geschichte des Lenkrads im Concept One erzählen. Der LiFePo-Akku ist für mich das definierende Element dieses Wagens: Leistungsdichte vor Energiedichte. Sowas. In der Serie kam jedoch kaum mehr vor, als dass das Auto schnell fährt. Wow. Selbst nach Hammonds Unfall wird die Akkubauart nicht kommentiert, obwohl sie beim Brand interessant wäre. Ich bilde mir ein, dass das beim ersten Tesla Roadster damals in Top Gear anders war. Da referierte Clarkson im Rahmen der Möglichkeiten sowohl eines Unterhaltungsprogramms als auch seines eigenen Interesses über die Laptop-Batterien, Stromerzeugung und Drehmoment. Der London Race (Top Gear S10E5) zum Flughafen beschäftigte sich in unterhaltender Art mit urbaner Mobilität, genauso wie der Abkömmling Panda vs. Jogger. In der Grand Tour gibt es jetzt „der schnellste Moderator von X“, wo doch schon die Features „schnellster Priester/Politiker/irgendwas“ des frühen Top Gear wegen Banalität aufgegeben wurden.

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