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Clemens Gleich 38

Klartext: *Brrzzz*

Über Subarus Plattsportler BRZ gestolpert

Als ich einst Toyotas GT86 das erste Mal fuhr, gefiel er mir sofort derart gut, dass ich ihn mit dem Genuss von Talisker 10 verglich. Solche starken Gefühle tendieren dazu, andere Dinge als unwichtige Details zu verdrängen, auch wenn diese bei näherer Betrachtung gar nicht so Detail-klein sind. Das verdrängte (virtuelle!) Detail in diesem Fall: Es gibt dieses Kooperationsauto noch als Geschmacksvariante „Subaru BRZ”.

Ein weiterer Grund für das Verdrängen: Der GT86 schien mir für den Solobetrieb auf Landsträßchen in Sachen Dämpfung optimal abgestimmt für diese Preisklasse. Die Nachricht, dass Subaru dasselbe härter anbietet, führte also zur Verstärkung des „Ignorieren”-Signals. Wenn man die zwei vorangegangenen Sätze liest, erkennt man sehr viele explizite wie implizite Modifikatoren, die mich hätten stutzig machen können, wenn ich eine lernfähige Maschine wäre statt ein Mensch mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Talisker-trinkenden Kolibris. Langer Riemen, kurzer Sinn: Ich bin Subarus BRZ im Herbst auf der Nordschleife gefahren und weiß seitdem, warum es ihn gibt und dass ich ihn mag.

Die Harten im Pflanzgarten

Die beschriebene „Härte” des Fahrzeugs, ich nehme sie nämlich so ohne direkten Vergleich überhaupt nicht wahr. Wie immer muss ich hier dazusagen, dass ich komforttechnisch vielleicht etwas stumpfer bin als der Medianhintern. Ich fahre ja auch 14 Stunden am Tag meinen Einspur-Einzylinder, der mir äußerst komfortabel vorkommt. Auf jeden Fall rollt das Fahrwerk zehnmal satter ab Seats FR-Abstimmung, trotz kühler Temperaturen. Der Hauptgrund für ein etwas dickeres Dämpferöl offenbart sich, als eben dieses nach zwei Runden Nordschleife mit etwas Temperatureintrag arbeitet: Dämpfung genau richtig, für zwei Personen könnte man sie gar noch einen Klick weiter schließen (wir reden hier von virtuellen Klicks, es gibt keine Einsteller).

Mit betriebswarm durch die Ventile gepresstem Öl fährt der BRZ über die bucklige Nordschleife bemerkenswert gut, denn vergessen wir nicht: Auch Subaru zieht in Serie diese Spritsparreifen auf (Michelin Primacy), deren Entwicklungsziele eher Bestwerte im Rollwiderstand waren als Bestwerte im Grip. Wie beim GT86 fasziniert, wie zügig dieses Auto selbst auf diesen Dingern um Kehren zirkelt. Vorteil 1 der Serienbereifung: hält lange. Vorteil 2: spart Treibstoff. Vorteil 3: Der verhältnismäßig schwache Motor hat kein Problem, die Hinterachse aus der reinen Haftreibung zu reißen für lustige Querfahrten.

Technik erleben

Irgendwie hat Subaru es geschafft, das Rohere über das Fahrwerk hinaus als Gefühlseindrücke zum Fahrer zu tragen. Du spürst, wie sich das straff eingestellte mechanische Sperrdifferenzial hinten verhärtet, du hörst es sogar. Die Handschaltung hätte nichts Besonderes, wenn sie nicht herumvibrierte, als wolle sie dir jeden Zahnradzahnkontakt zeigen. Die Lenkunterstützung hilft gerade so viel mit, dass du keine Gewalt brauchst, was der Grobmotorik hilft, feiner zu arbeiten.

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