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Clemens Gleich 24

Fahrbericht Kia Stonic 1.6 CRDi

Großartig klein

Wenn man wie ich nur gelegentliche Stichproben des Automarktes nimmt, fallen Entwicklungen umso stärker auf. Als ich vor Jahren meinen ersten Kia testete, war der bereits recht gut und viel besser als sein Ruf. Von da ab zeigte jede weitere Stichprobe aus Korea positive Entwicklungen, was wahrscheinlich den Erfolg erklärt, den die Marke in Europa trotz unserer eigenen Autoindustrie und -kultur hat. Ganz ehrlich: Wenn ich morgen am Marktrand stünde, um ein Familienauto zu kaufen, es wäre wahrscheinlich (all things considered) ein Kia. Den Anlass zu solchen Überlegungen gibt dieses Mal Kias Stonic, ein höhergelegter Kleinwagen für das Geschäft mit der SUV-Mode.

Zu den Modeüberlegungen und der Gestaltung werde ich nur sagen: Wir haben Fotos gemacht, im vollen Vertrauen, dass ihr alles erkennt, was euch gefällt. Mir gefällt die Gestaltung, vor allem die Zweifarblacke wie am Testwagen. Trotz Kleinwagenplattform und Zugeständnissen an die Gestaltung passt innen mehr hinein, als man vermuten würde (352 bzw. 1155 Liter Kofferraumvolumen).

Klein, groß

Mir kam der Stonic im Testzeitraum auch immer wieder kleiner vor, als er ist. Hups, nein, in diese größere Smart-Lücke wirst du nicht passen. Ich gehe davon aus, dass man sich mit mehr Zeit daran gewöhnt. Vermutlich erinnert mich das Fahrgefühl an kleinere Autos, wozu vor allem die variabel eingreifende elektrische Servolenkung beiträgt. Der Stonic ist sehr einfach zu fahren, was ich für Kleinwagen sehr wichtig finde, weil sie dem Stadtbetrieb dann etwas Stress nehmen. Weniger gut gefallen hat mir die Dämpfer-Abstimmung. Sie ist stockerig-hart, wenn das Dämpferöl noch kalt ist und wird erst im Verlauf einiger eingebrachter Energie etwas komfortabler. Das findet man aber in vielen hochgelegten Modekistchen. Man kann außer "etwas zu hart" auch den anderen Tod sterben mit "etwas zu weich", dann schaukelt das Kistchen. Auch doof. Kias Abstimmung könnte in der Stadt komfortabler abrollen, dafür sorgt sie auf Landstraßen für akzeptable Fahrsicherheit ohne starkes Geschaukel. Alle Eingriffe der elektronischen Fahrhilfen passieren so sanft, dass du sie meist nur an ihrer flackernden Regellampe bemerkst. Top.

Im Inneren und generell von der Ausstattung gibt sich der Stonic groß. Beheizbares Lederlenkrad, Heizsitze, schnelles Infotainment-System mit TomTom-Navi, brauchbarer Lautsprecherklang, Querverkehrswarnung, Notbremsassi, Fernlichtautomatik, Müdigkeitswarnlampe, sehr gut lesbare Analoginstrumente, Android Auto oder Apple Car Play serienmäßig und im Test ohne Probleme. Da gibt es wenige Kleinwagen-SUV, die da voll mitgehen können, schon gar nicht zu diesem Preis. Tatsächlich musste ich im Stonic gelegentlich an BMWs X1 denken. Der ist nämlich in der Praxis nicht so viel größer innen, als man glaubt, und wenn du nicht richtig Geld in die Aufpreisliste butterst, wirst du im Inneren nicht halb so schön sitzen wie im kleineren Stonic. Fahren wirst du auch kaum besser, denn BMW stirbt hier den Tod etwas mehr in Richtung Trampeligkeit, wegen SPORRCHT wahrscheinlich.

Dieseling

Erfreulich groß spielt auch der Diesel-Vierzylinder auf. Das liegt weniger am Motor selbst, sondern mehr an einer für die meisten Fälle recht praxisnahen, kürzeren Übersetzung. Damit zieht der Stonic auf Drehmoment mit 110 PS (81 kW) über alle Lastbereiche in allen Gängen erfreulich nachdrücklich davon. Nachteil #1: Bei etwa 180 km/h ist auch mit Rückenwind Schluss. Nachteil #2: Wie immer kostet die kürzere Übersetzung etwas mehr Treibstoff. Der vergleichbare Citroen Cactus als Diesel (100 PS) brauchte bei mir meistens mindestens einen halben Liter weniger auf 100 km.

Letztendlich erinnert mich der Stonic ein bisschen an den Werdegang des Renault Clio damals, der mit demselben Plan (Komforttechnik aus größeren Klassen in eine kleinere bauen) sehr erfolgreich wurde. Der Stonic hat das Potenzial, so eine Karriere im Kleinsuff-Segment hinzulegen.

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