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Die neue BMW F 850 GS

Schwerpunktverlagerung

Genau zehn Jahre nach der F 800 GS hat BMW eine Nachfolgerin der Reise-Enduro vorgestellt. BMW präsentiert die F 850 GS endlich mit einem Tank vor dem Fahrer, zudem wurde der Motor in Zusammenarbeit mit Rotax grundlegend überarbeitet.

Damals wollte BMW ihrem Bestseller R 1200 GS eine leichtere und geländetauglichere Version zur Seite stellen. Sie griffen daher zu einem Reihenzweizylinder mit 798 cm3, strickten darum einen stabilen Rohrrahmen aus Stahl und spendierten der Mittelklasse-GS noch eine Upside-down-Gabel mit viel Federweg, eine Aluminiumschwinge und Kettenantrieb statt Kardan. Die F 800 GS traf auf viel Gegenliebe bei den Reisenden, die auch gerne abseits befestigter Straßen auf Touren gingen, denn sie war deutlich leichter als die schwere Boxer-GS. Doch nach einem Jahrzehnt wirkte die 800er angestaubt und die zwei unterschiedlich großen Scheinwerfer waren schon immer Streitpunkt unter den Fans.

Zehn PS mehr

BMW präsentiert die F 850 GS nun in einem wesentlich attraktiveren Gewand. Der Motor ist von BMW in Zusammenarbeit mit Rotax komplett neu entwickelt worden. Dass die Nachfolgerin mehr Leistung brauchte, war klar, denn die Konkurrenz war der 800er kräftemäßig schon seit geraumer Zeit enteilt. Die F 850 GS mobilisiert nun 95 PS bei 8250/min, zehn PS mehr als bisher. Dass es nicht noch mehr geworden sind, liegt an der EU-Führerscheinregelung. Einsteiger mit Klasse A2 dürfen maximal 48 PS bewegen und die Motoren dürfen von höchstens 95 PS heruntergedrosselt werden. Nur so kommt die neue F 850 GS – als 48 PS-Version – für Führerscheinneulinge in Frage.

Ob die große Reiseenduro überhaupt ein Anfänger-Motorrad ist, sei dahingestellt. Das Bohrung-Hub-Verhältnis blieb mit 84 mal 77 mm nahe an dem des Vorgängermotors, der Hubraum wuchs auf 853 cm3. Das Drehmoment stieg auf 92 Nm bei 6250/min. Damit steht die F 850 GS zwar besser im Futter, aber um die Maximalkraft zu erreichen, muss der Motor auch höher drehen als bisher. Das kleinere, gleichzeitig präsentierte Schwestermodell F 750 GS bekam übrigens den gleichen 853-cm3-Motor, allerdings auf 77 PS gedrosselt. Wobei sich der 750er-Zwilling mit kürzeren Federwegen und Gussfelgen besser straßengeeignet aufgebaut ist.

Das Ohr fährt mit

Beim neuen Reihenzweizylinder verzichtete BMW auf den bislang zum Massenausgleich verwendeten Ausgleichspleuel. Stattdessen verwendet die F 850 GS jetzt zwei Ausgleichswellen. Das Ohr fährt bekanntlich mit und daher war den Entwicklern ein satter Sound aus dem hochgelegten Aluminium-Endschalldämpfer wichtig. BMW verspricht, dank eines 90-Grad-Hubzapfenversatzes und 270 bzw. 450 Grad Zündabstand, eine Akustik wie bei einem V2-Motor.

Für mehr Fahrsicherheit reduziert eine selbstverstärkende Anti-hopping-Kupplung die Bedienkräfte am Kupplungshebel und die Unruhe im Antriebsstrang beim schnellen Runterschalten. Es bleibt beim Sechsganggetriebe mit Kettenantrieb zum Hinterrad, der sonst bei BMW-Kunden so beliebte Kardanantrieb ist für den sportlichen Geländeeinsatz keine Option. Die F 850 GS rollt auf neuen Drahtspeichenrädern, deren Schlauchlosfelgen am Felgenhorn eingespeicht sind. Vorne bleibt es bei einem geländetauglichen 21-Zoll-Rad.

Neuer Brückenrahmen

Auch der Rahmen ist völlig neu konstruiert. Der Brückenrahmen besteht aus tiefgezogenen und verschweißten Stahlteilen und nicht mehr aus einem Gitterrohrrahmen. Nur beim angeschraubten Heckrahmen kommen noch Stahlrohre zum Einsatz. Der Rahmen integriert den Motor als tragendes Element, was eine erhöhte Torsionssteifigkeit mit sich bringt. Einen Kritikpunkt hat BMW behoben: Der Tank befindet sich nicht mehr im Rahmenheck, sondern klassisch über dem Motor.

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