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Der Kleine und das Biest

Abarth erinnert mit einem Sondermodell des Fiat 500 an 50 Jahre 595

Zwei Jahre später gründete Carlo sein eigenes Unternehmen und machte sich nicht nur mit kleinen Rennwagen einen Namen. Er entwickelte Sportauspuffanlagen für den Fiat Topolino und fast alles andere, was in Italien auf die Räder gestellt wurde, sogar für die Vespa. Obwohl Abarths Produkte nicht billig waren, war die Nachfrage hoch, denn die Anlagen boten mehr Leistung und einen kernigen Sound. Nebenbei wurde Carlo so auch zu einem der ersten Tuner überhaupt. Oder um es mit seinen Worten zu sagen: "Leidenschaft für Autos ist eine Krankheit. Eine schöne Krankheit."

Fix mit bis zu 40 PS

Die glanzvollste Phase erreichte Abarth mit seinen Komplettumbauten von Simca- und Fiat-Modellen. Besonders populär waren die Ableger der volkstümlichen Modelle 500 und 600. Bereits 1958 hatte der 500 Abarth 26 PS unter der Haube, 1963 folgte dann der Abarth 595 mit gut hundert Kubikzentimeter mehr Hubraum, Solex-Doppelvergaser und 27 PS. Das reichte wie erwähnt für 120 km/h. Klingt nicht nach viel, doch ganz normale 500er jener Zeit boten damals mit 17,5 PS, die bestenfalls 95 km/h möglich machten. Und es ging noch mehr im 595: Die "esseesse"-Version (SS für Supersport) bekam bis zu 40 PS, was für Tempo 144 reichte. Bis 1971 baute Abarth die Knall-Zwerge, dann ging seine Firma in den Besitz von Fiat über. Carlo selbst starb 1979.

Lange Pausen

Vermutlich hätte er seine helle Freude an dem aktuellen Sondermodell gehabt, von dem Fiat nur 299 Exemplare anbietet, davon wohl nur 30 für Deutschland. Dumpf bollernd nimmt der 1,4-Liter-Turbo seine Arbeit auf, am Heck geben vier Endrohre mächtig an. Innen gibt es viel Leder und die italienischen Farben am Sportlenkrad. Das möchte man auch erwarten, denn der Jubiläums-595 kostet stolze 34.595,50 Euro. (Na, haben Sie den Gag erkannt?) Im Gegenzug gibt es bretthartes Fahrwerk, zu dem Carlo wohl sagen würde: „Ist halt so, komfortabel war es früher auch nicht.“ Beim automatisierten Schaltgetriebe hingegen fiele ihm nur ein Kopfschütteln ein. Oder eher ein Nicken, denn selbst wenn die 180 PS in den Hintern treten, sind die Schaltpausen enorm. Da können auch die Wippen am Lenkrad nichts retten.

Fazit

Unser Rat: Falls Sie nicht gerade extremer Abarth-Sammler sind, reicht der 595 Turismo vollkommen aus. Er ist nicht nur deutlich preiswerter als das Jubiläumsmodell, sondern mit klassischer Handschaltung auch harmonischer zu fahren. Am Ende des Tages bleibt aber ohnehin keiner der Neuen im Gedächtnis haften – zumindest nicht annähernd so nachhaltig wie die Tour mit dem Original.

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