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Bioethanol-Heizung als Reichweitenverlängerer

Weil Heizen Reichweite kostet, nutzt Eberspächer Kraftstoff zur Wärmegewinnung

Hamburg/Esslingen, 14. Juli 2011 – Die Firma Karabag ist in erster Linie ein auf Fiat Professional spezialisierter Anbieter von Nutzfahrzeugen, nach eigenen Angaben sogar der erfolgreichste in Deutschland. Zudem hat sich Karabag schon früh einen ordentlichen Namen mit Elektroautos gemacht, auch dies sind Modelle der Marke Fiat, die zu Elektroautos umgebaut sind. Das Angebot ist erstaunlich groß – Fiorino, Ducato, Doblo und den 500 kann man bei Karabag mit Elektroantrieb bestellen.

Wenn man sich einmal den Spaß macht, den "Konfigurator" zu benutzen, wird aber auch bei Karabag schnell deutlich, warum sich Elektroautos noch nicht so recht durchstarten: Der Kleinste, der Fiat 500, kostet schon fast 50.000 Euro, was freilich nicht Karabag anzukreiden ist, sondern ein mittlerweile sattsam bekanntes Kernproblem der Elektroautos ist – die Batterien sind extrem teuer, mangels Möglichkeiten für eine Großserie natürlich erst recht. Wir wollen aber jetzt nicht über Elektroautos herziehen, zumal Karabag über eine Neuerung berichtet, die eine interessante Facette der Elektromobilität darstellt.

Heizen kostet Reichweite

Das Problem: Im Winter wird die Reichweite zusätzlich beeinträchtigt, weil eine elektrische Heizung Strom abzwackt, den man eigentlich für den Antrieb bräuchte. Bei Verbrennungsmotoren ist das bekanntlich anders, ihr Nachteil der hohen Wärmeverluste wird im Winter zum Vorteil, weil man den Innenraum quasi umsonst heizen kann. Die Lösung: Ab sofort gibt es für Karabag-Stromer eine Heizung von Eberspächer, die mit Ethanol oder zur Not E85 betrieben wird, welches sogar an Tankstellen zu bekommen ist. Reines Bioethanol, die konsequent saubere Lösung, kann man zum Beispiel im Baumarkt in Kanistern kaufen. Weil Bioethanol rußfrei verbrennt, passt es aus Sicht des Anbieters wunderbar zur Elektromobilität. Es erlaube ein praktisch CO2-neutrales Heizen, beeinträchtige aber nicht die elektrische Reichweite des Fahrzeugs.

Nach eigener Darstellung ist Karabag mit seinem Anliegen an Eberspächer herangetreten, worauf die dortigen Experten ein Premiumheizgerät samt Steuerelektronik modifizierten, damit es der völlig anderen Charakteristik des Bioethanol-Kraftstoffes Rechnung trage. Tatsächlich befasst sich Eberspächer schon länger mit Zuheizern für Elektroautos, weil die Problematik des Innenraumheizens bei Elektroautos dort natürlich längst bekannt ist und sich dieses Geschäftsfeld bei einem Klima-Spezialisten anbietet. Die Wasserheizung Hydronic 2 Economy Typ E4S, heißt es bei Eberspächer, ist äußerst verbrauchsarm: Im Durchschnitt benötige sie zwischen 0,4 und 0,5 Liter Bioethanol pro Stunde.

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