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Wolfgang Gomoll / Stefan Grundhoff press-inform 226

Ausfahrt: Porsche Mission E Cross Turismo

Flotte Aussicht

Für Porsche sind die künftigen CO2-Grenzen eine heftige Herausforderung. Die Marke setzt inzwischen nicht nur mehrheitlich SUV ab, viele dieser wuchtigen Modelle hatten auch viel Leistung. Dazu kommt die Entscheidung, künftig keine Dieselmotoren mehr einbauen zu wollen. Es bleibt also nur, sich mit viel Schwung auf den Weg zur Elektromobilität zu begeben. Bis 2022 investiert Porsche eigenen Angaben zufolge in diesen Bereich mehr als sechs Milliarden Euro.

Keine Spaßbefreiung

Auf dem Genfer Autosalon 2018 stellt Porsche den elektrisch angetriebenen Mission E Cross Turismo vor. Kein Showcar, sondern ein Modell mit konkreter Absicht: In spätestens zwei Jahren soll er als Serienmodell vom Band laufen. Natürlich ist kein spaßbefreites Ökomodell geplant, sondern ein Auto, bei dem Porsche schon lange vor der Premiere immer wieder die klassischen Werte der Marke betont. Wir konnten ein paar Runden mit einem Prototypen drehen.

Der erste Kickdown belegt überdeutlich, wie sehr Porsche darauf achtet, den über viele Jahrzehnte geschaffenem Ruf gerecht zu werden. Mindestens 441 kW wird dieser Porsche Crossover haben und ist in weniger als 3,5 Sekunden von null auf hundert. Die Beschleunigung wirkt atemberaubend, im wahrsten Sinne des Wortes. Das ganze läuft nicht komplett geräuschlos ab, doch von Dröhnen und Fauchen, was eine solche Beschleunigungsorgie normalerweise begleitet, bleibt der Antriebsstrang natürlich weit entfernt.

Schwerpunkt abgesenkt

Der viertürige Cross Turismo ist technisch eng mit dem Taycan verwandt und verfügt über ein Schnellladenetz inklusive 800-Volt-Architektur. Die Batterien sind auch hier im Unterboden untergebracht, der Schwerpunkt soll so noch etwas tiefer liegen als in einem aktuellen 911. Dazu kommt eine fast gleichmäßige Gewichtsverteilung auf beide Achsen. Die grundsätzlichen Zutaten, die einer sehr guten Straßenlage zuträglich sind, bringt der Mission E Cross Turismo also mit.

Das Fahrwerk basiert auf dem des Panamera, ist auf das höhere Gewicht angepasst und zeigt, dass das Mantra „Der E-Turismo ist ein Porsche, nur mit einem anderen Antriebsstrang“ keine leeren Worte sind. Wie der Mission E wird er alles bekommen, was die Modelle mit einem konventionellen Antrieb flink erscheinen lässt – von der Hinterachslenkung über die präzise Lenkung bis hin zur gut dosierbaren, standfesten Bremse. Noch ist der Mission E Cross Turismo weit von einem Serienmodell entfernt, doch schon der aktuelle Prototyp macht mit seiner Straßenlage Laune.

Batteriekapazität: geheim

Zur Kapazität der Batterie äußert sich Porsche auch auf Nachfrage nur sehr zurückhaltend. Man verspricht eine Reichweite unter den Bedingungen des WLTP von mehr als 500 Kilometern. Weniger als 80 kWh werden es also wohl kaum sein. Angesichts der aktuellen Fortschritte in diesem Bereich ist die Zurückhaltung von Porsche nachvollziehbar: Die Batteriekapazitäten steigen derzeit so rasant, dass eine heutige Aussage für ein Modell, was erst in zwei Jahren auf den Markt kommen soll, kaum seriös wäre. Beim Nachladen springt der Deckel nicht auf, wie das normalerweise üblich ist, sondern fährt surrend nach oben und verschwindet unter dem Kotflügel.


Die Fahrmodi orientieren sich an denen der Verbrenner: „Normal“, „Sport“, „Sport Plus“, „Individual“ und „Range“. Bei Letzterem ist der Name Programm und alles wird dem Energiesparen untergeordnet, wenn nötig auch die Leistung der Klimaanlage. Beim Losfahren ist standardmäßig „Normal“ eingestellt, dann kann der Mission E Cross Turismo bei Bedarf auch segeln. Eventuell kommt noch ein Offroad-Modus dazu.

Nah an der Serie

Innen bietet der Cross Turismo mehr Platz als der Mission E. Die Instrumente geben schon einen sehr konkreten Ausblick auf das Serienmodell. „Von der Hardware sind wir da schon ziemlich nah an der Serie, bei der Software beziehungsweise der grafischen Bedienoberfläche sind es etwa 80 Prozent“, sagt Gantimur Meissner, der die Gestaltung der Bedienoberfläche verantwortet. Der Mission E Cross Turismo bekommt einen gekrümmten Bildschirm, auf dem die bekannten Porsche Rundinstrumente animiert werden. Allerdings entfällt aus naheliegenden Gründen der zentrale Drehzahlmesser.

In das Armaturenbrett sind zwei 10,9 Zoll Bildschirme integriert, von denen einer ganz auf den Beifahrer zugeschnitten ist. Der kann sich Filme anschauen oder die Navigation bearbeiten und die App quasi dem Fahrer übergeben. Der kann sich seinen Bildschirm, wie beim Smartphone ganz nach Gusto zusammenstellen. Die Bedienung funktioniert hauptsächlich per Spracheingabe.

Weitere E-Modelle werden folgen

Selbstverständlich lässt sich Porsche nicht in die Karten schauen, wie es weitergeht. Nur soviel wird schon heute verraten: Auf der skalierbaren J1-Plattform, die auch der Mission E Cross Turismo nutzt, lassen sich verschiedene Batteriegrößen und Antriebsstränge umsetzen. Und Porsche wird es nicht bei zwei Modellen belassen. Denn die Strafen für eine deutliche Überschreitung des Flottenverbrauchs sind empfindlich hoch – auch für einen Hersteller, bei dessen Anschaffung ein paar Euro mehr oder weniger keine kaufentscheidende Rolle zu spielen scheinen. Doch im Zweifelsfall steckt man die lieber in die Rendite oder Entwicklung als in die Begleichung von Strafzahlungen.

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