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Bernd Kirchhahn 5

Aston Martin Seifenkiste: Die Buckel der Welt

Kalendertür 22

Aston Martin gehört zu den ältesten noch bestehenden Automarken. Und zu den nobelsten. Schließlich weht hier britischer Flair durchs Interieur. Die Fahrzeuge sind auf den englischen Adel zugeschnitten. Auch wenn der mittlerweile aus China und der arabischen Welt kommt. Trotzdem: Aston Martin, das ist fahrende Geschichte.

Lionel Martin, einer der Gründer, war Spross einer reichen Familie. Geld spielte keine Rolle und so begeisterte er sich für den Motorsport und dachte fortan an nichts anderes mehr. Bester Beweis dafür ist, dass er am Vortag des Ersten Weltkriegs (am 15. Januar 1913) seine erste Firma gründete – Bramford & Martin Ltd. Zusammen mit seinem Partner, Robert Bramford, wollte er Singer Automobile vertreiben. Rennsiege sollten verkaufsfördernd wirken.

Und tatsächlich holte er beim Bergrennen in Aston Clinton ein paar Punkte, was dann auch der finale Heureka-Moment für seine eigene Automarke samt Namensgebung war. Einen ersten Prototyp gab es 1915. 1920 war der Wagen fertig entwickelt und es folgte eine Kleinserie. Graf Lou Zborowski sprang Lionel Martin finanziell zur Seite und holte für Aston Martin ein paar Rennsiege und Rekorde. Doch Zborowski starb bei einem Unfall in Monza und das Unternehmen ging pleite.

Lord Charnwood übernahm an dieser Stelle und nur ein paar Jahre später gab es gute Platzierungen in prestigeträchtigen Rennen wie der Mille Miglia und dem 24-Stunden von Le Mans. Bereits 1935 holte die Marke einen dritten Gesamtrang an der Sarthe. Mittlerweile schwang Sir Arthur Sutherland als Hauptanteilseigner das Zepter, da die Marke durch die Weltwirtschaftskrise wieder an den Rand des Ruins geschliddert war.

Schwarze Zahlen und unterscheidbare Autos

Ein eifriger Geschäftsmann, ein Graf, ein Lord und ein Sir sind also das Fundament von Aston Martin. Es folgten, im Schnelldurchlauf: David Brown, ein bisschen Formel eins, James Bond, Ford und dann der Abstieg mit beinahe phoenixhafter Wiederauferstehung. Die Marke schreibt schwarze Zahlen und baut unterscheidbare Autos (war in den vergangenen Jahren nicht immer so). 2017 holte der Aston Martin Vantage V8 GTE auch noch den Klassensieg in Le Mans.

Euphorisiert baute Aston Martin eine Seifenkiste, die rein optisch an den Sieger-Vantage angelehnt ist. Das ist natürlich cool. Aber wofür? Ausgerechnet für das Red Bull Soapbox Race. Ein seelenloses Marketingspektakel, das so weit weg von jedem britischem Charme ist, dass im Autohimmel schon Lionel Martin, Graf Zborowski, Lord Charnwood und Sir Sutherland mit langen Schraubenschlüsseln darauf warten, den Verantwortlichen die frisch verliehenen Flügel zu stutzen.

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