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Bernd Kirchhahn 3

Aston Martin DB11 V8: Fish and Maultaschen

Kalendertür 6

Aston Martin definiert sich gerade neu. Die Loslösung von Ford war, so scheint es, ein Segen. Jedes neue Modell ist selbstständiger als sein Vorgänger, womit die Produktpalette stetig an Tiefe gewinnt. Plötzlich verwechselt niemand mehr die Baureihen.

Den jüngsten Schritt hin zu mehr Eigenständigkeit tat die Marke diesen Sommer auf dem Goodwood Festival of Speed. Dort präsentierten die Engländer den Aston Martin DB11 V8. Also das Topmodell mit einem Achtzylinder statt mit einem Zwölfzylinder. Und vorweg: der Wagen hat mit Downsizing so wenig zu tun, wie mit dem Willen, Geld zu sparen.

Zugegeben, der V8 wird rund 20.000 Euro günstiger sein als der V12. Trotzdem stehen noch 184.000 Euro unterm Strich (bei Basisausstattung). Wer in dieser Preisklasse einkauft, dem sind die zwanzig Kilo egal. Nein, es geht hier um ein Fahrgefühl.

Da wäre einerseits der Sound. V8 klingen kräftiger. Die stampfen, sie schreien nicht. Sie brabbeln, sie säuseln nicht. Dazu kommt das Gewicht. Der V12 ist satte 115 Kilogramm schwerer. Mit dem V8 verschiebt sich die Gewichtsverteilung von 51:49 zu 49:51. Plötzlich liegt die knappe Mehrheit des Gewichts auf der angetriebenen Hinterachse. Was durchaus Sinn ergibt.

Mit V8 die sportlichere Variante

Dazu kommt, dass das Fahrwerk des Aston Martin DB11 V8 deutlich sportlicher abgestimmt ist, als das der Zwölfzylinder-Variante. Max Szwaj, der technische Leiter des Projekts, listete unter anderem straffere Federn, sportlichere Dämpfer, stärkere Stabilisatoren und überarbeitete Federbuchsen auf.

Dazu kommt die Elektronik, die, wie in jedem modernen Sportwagen, ihren Teil dazu beiträgt, die Physik zu kontrollieren. Im Idealfall lässt das Sport-Plus-Fahrprogramm dem (nach Möglichkeit) kompetenten Fahrer viel Spielraum.

Fertigt Aston Martin den Zwölfzylinder noch selbst – ironischerweise auf dem Gelände von Ford in Köln – kauft die Marke den Achtzylinder zu. Von AMG. Die liefern ein Aggregat, das dank zwei Turboladern 510 PS und 675 Nm aufbringt. Von null auf hundert geht es in rund vier Sekunden, bei knapp über 300 Stundenkilometern ist Schluss mit der Beschleunigung.

Aston Martin ließ es sich nicht nehmen, den Motor selbst abzustimmen. Beziehungsweise eine Steuerung bei Bosch zuzukaufen. Das erklärt den Leistungsunterschied zu den Mercedes-Modellen, in denen der Motor bis zu 585 PS leistet. Aber wegen der paar PS wird ein Aston Martin Fan sicher nicht zum Mercedes-Kunden. Man hört ja auch auf einmal nicht Wolfgang Petry statt Paul McCartney, weil letzterer weniger Freundschaftsbändchen am Handgelenk hat.

Doch Aston Martin muss trotzdem aufpassen. Denn die Engländer waren im Kaufrausch und haben auch noch gleich das Infotainment-System samt Bedienelemente bei Mercedes geordert. Klar, all das stammt von AMG und ist damit weit weg davon, billige Massenware zu sein, kann aber im schlimmsten Fall alteingesessene Kunden vergraulen. Wonach es im Moment allerdings nicht aussieht, die Marke verkauft so viele Fahrzeuge wie nie zuvor.

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