Wiegt ein voller eReader mehr als ein leerer?
Auf einem eReader wie dem Kindle lassen sich tausende Bücher abspeichern, im Prinzip, so ein Computerwissenschaftler, würde er dann schwerer werden
Digitale Daten selbst sind materielos, auch wenn sie sich auf einem materiellen Träger befinden. Eigentlich sollten sie also nichts wiegen, würde man meinen. Ob man beispielsweise auf einem eReader wie einem Kindle ein Buch oder 3000 Bücher abspeichert, dürfte am Gewicht nichts ändern, auch wenn der Speicher fast leer oder restlos voll ist.
Nach dem Computerwissenschaftler John D. Kubiatowicz, der an der University of California in Berkeley lehrt und von der New York Times befragt wurde, wird, zumindest im Prinzip, das Gerät schwerer, wenn man tausende Bücher darauf abgespeichert hat. Das soll nun niemand abschrecken, schließlich müsste man sich einen Lastwagen mieten, um Tausende von Büchern, die Tonnen wiegen, mitzunehmen, während ein eReader nach dem Professor vermutlich nur in der Größenordnung von einem Attogramm schwerer würde, das wären 10-18 oder 0,000.000.000.000.000.001 Gramm. Spüren wird man das nicht, zumal der Gewichtsunterschied auch nicht gemessen werden kann.
Kubiatowicz fügte hinzu, dass der Wert noch einmal ein Hundertmillionstel kleiner sei als die geschätzte Fluktuation, die durch das Laden und Entladen der Batterie entsteht. In einem Flash-Speicher wie beim Kindle verändert sich zwar nicht die Zahl der Elektronen beim Speichern, aber die gefangenen Elektronen, mit denen zwischen 1 und 0 unterschieden wird, hätten eine um 10-15 Joules höhere Energie. Nach Einsteins Formel E = mc² lässt sich Energie in Masse und damit Gewicht umrechnen. Der Wissenschaftler geht dann davon aus, dass sich alle Bits in einem leeren 4-GB-Kindle in einem niedrigen Energiezustand befinden, während die Hälfte in einem vollen Kindle in einem höheren Energiezustand ist. Der Unterschied würde dann 1,7 mal 10-5 Joule betragen, was etwa den 10-18 Gramm entspricht.
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