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iOS-App verschickt Adressbuch an den Hersteller

Die iOS-App des sozialen Netzwerk Path überträgt ungefragt das gesamte Adressbuch des Nutzers an einen Server des Betreibers, wie der nicht mit dem Projekt in Verbindung stehende Entwickler Arun Thampi entdeckt hat. Der Anwender wird nicht darüber informiert.

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Path übermittelt sämtliche Kontakte an einen Server des Unternehmens – ohne um Erlaubnis zu fragen. Vergrößern
Bild: heise Security
Thampi hat nach der Registrierung eine HTTP-Anfrage an die URL https://api.path.com beobachtet, die mittels POST-Kommando eine PLIST-Datei vom iOS-Gerät an den Server überträgt. Diese Datei enthält das gesamte Adressbuch, einschließlich Telefonnummern, Mailadressen und Postanschriften der Kontakte. heise Security konnte dies mit der aktuell im App Store angebotenen Version 2.0.5 nachvollziehen.

Path-Geschäftsführer Dave Morin hat bereits auf die Analyse reagiert. Er sagt, diese Daten würden nur verwendet, um den Nutzer auf Freunde und Bekannte hinzuweisen, die den Dienst ebenfalls nutzen. Die übermittelten Daten würden bei Path gespeichert. Selbstständig löschen können die Anwender die Kontaktdaten derzeit nicht, schreibt Morin. Will man sie entfernen lassen, soll man sich an den Support (service@path.com ) wenden. Auf die Frage, warum die App hierzu das gesamte Adressbuch übertragen müsse, schließlich würden Hashes der Mail-Adressen für diesen Zweck völlig ausreichen, bedankte sich Morin lediglich für diesen guten Einfall. Das Team wolle darüber nachdenken.

Damit entfacht sich die Diskussion um den uneingeschränkten Adressbuchzugriff von iOS-Apps erneut. Path ist nicht die erste App, die sich ohne Hinweis oder Zustimmung des Nutzers an dessen Adressbuch bedient. Vor einiger Zeit gerieten schon einmal Dragon Dictation und die Facebook-App in die Schlagzeilen deswegen, korrigierten das Verhalten daraufhin aber. Andere Apps zeigen entsprechende Hinweise vor dem Übertragen der Adressdatenbank schon von Beginn an.

Anders als die Abfrage des Aufenthaltsorts, die das System zwingend mit einem Warnhinweis versieht, muss eine App, die das Adressbuch ausliest, darauf nicht hinweisen. Apples Entwickler-Richtlinien verpflichten zwar, den Nutzer über die Sammlung und Nutzung seiner Daten stets “klar und komplett" zu informieren, doch solange iOS dies nicht mit einer Zwangsabfrage verknüpft, bleibt das Problem bestehen. Path dürfte daher kaum der letzte Adressbuchabgreifer bleiben.

Ab Version 2.0.6 sollen die Daten nur übertragen werden, wenn der Anwender eine entsprechende Option aktiviert, sagt Morin. Die Version sei bereits bei Apple zur Prüfung eingereicht worden. In der Android-Version der App soll diese Wahlmöglichkeit bereits seit einigen Wochen vorhanden sein.

Update vom 09.02.2012: Inzwischen wird das Update auf Version 2.0.6 über den App Store verteilt. Die App fragt den Nutzer nun, ob er der Übertragung seiner Kontakte zustimmt. Path-CEO beteuert im Blog des Unternehmens, dass man einen Fehler begangen habe. Alle ungefragt übermittelten Kontaktinformationen seien gelöscht worden. (lbe) / (rei)

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