Logo von Security

Suche
Kristina Beer 46

Vier Jahre Haft für Zahlungsabwicklung bei kriminellen Scareware-Geschäften

Ein schwedischer Kreditkarten-Zahlungsabwickler wurde zu vier Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 650.000 US-Dollar verurteilt. Er soll Teil eines internationalen Verbrecherrings sein, der mit Scareware 71 Millionen US-Dollar von ca. 960.000 Opfern erbeutete. Das Department of Justice der USA erklärte in einer Mitteilung, dass Personen wie der Verurteilte "das Rückgrat der Cyberkriminalität" bilden, da er als etablierter Geschäftsmann kriminellem Verhalten ein "legales Antlitz" gibt.

Anzeige

Opfer wurden unter anderem mit gefaketen Homepages, die kostenlose Virenscanner anboten, geködert. Wurde die Software heruntergeladen und ausgeführt, zeigte die Scareware mehrere Infektionen mit Viren und Trojanern an. Die Nutzer wurden daraufhin aufgefordert, die Antivirensoftware für ungefähr 129 US-Dollar zu kaufen, um die Infektionen zu beseitigen.

Laut der Aussage des Verurteilten stellte er die Infrastruktur für die Abrechnung der Scareware-Geschäfte bereit, obwohl er wusste, dass Menschen betrogen wurden. Zwischen August 2008 und Oktober 2009 sollen damit ungefähr 5 Millionen US-Dollar über die Kreditkarten-Abrechnungssysteme des Schweden verbucht worden sein.

Der Verurteilte wurde im Januar 2012 in Dänemark festgenommen und im März an die USA ausgeliefert. Die Verurteilung ist Teil einer größeren, noch laufenden Kampagne gegen Cybercrime - Operation Trident Tribunal. Das Department of Justice fordert Opfer von Scareware-Attacken auf, Fälle an das FBI Internet Crime Complaint Center zu melden. Der Scareware-Fall wurde bisher nicht vollständig aufgeklärt. (kbe)

46 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Zweiter korrupter Silk-Road-Ermittler zu fast 6 Jahren Haft verurteilt

    Zweiter korrupter Silk-Road-Ermittler zu 6 Jahren Haft verurteilt

    Ein Agent des Secret Service nutzte den Account eines Informanten, um Konten auf dem Drogenmarktplatz Silk Road zu plündern, und steckte das Geld in die eigene Tasche.

  2. USA: Drei Personen wegens Schmuggels von Computer-Chips verurteilt

    USA: Drei Personen für Schmuggel von Computer-Chips verurteilt

    Drei ehemalige Mitarbeiter einer Scheinfirma in den USA sind schuldig gesprochen worden, Elektronikbauteile im Wert von 30 Millionen US-Dollar zum russischen Militär geschmuggelt zu haben. Sie hätten absichtlich Exportkontrollen unterlaufen.

  3. Promi-Mailaccounts gehackt: Gefängnisstrafe für US-Amerikaner

    Hacker

    Ein junger US-Amerikaner spionierte unter anderem Hollywood-Stars aus, indem er sich per Phishing Zugriff auf über 360 Mailaccounts verschaffte. Dafür wurde er nun verurteilt.

  4. Botnet verteilt Avira

    Botnet verteilt Avira

    Statt eines Online-Banking-Trojaners installiert der Dridex-Bot aktuell den Virenscanner Avira auf den Rechnern seiner Opfer.

  1. Google als weltweit größter Lobbyist

    Laut Map Light ist Google im ersten Quartal 2015 erstmals das Unternehmen mit der größten Lobbyarbeit in Washington.

  2. Die Milliarden-Klage gegen Getty Images: Eine Analyse

    Die Milliarden-Klage gegen Getty Images: Eine Analyse

    Nicht weniger als eine Milliarde Dollar fordert eine Fotografin von dem Bilderhändler Getty Images und anderen. Was steckt dahinter? Heise-Justiziar Joerg Heidrich hat für c't Fotografie die Klageschrift analysiert.

  3. Weitere Millionen-Strafe für Volkswagen

    Weitere Millionen-Strafe für Volkswagen

    Volkswagen kommt die Affäre um manipulierte Emissionswerte noch teurer zu stehen. Der US-Bundesstaat Washington verhängte eine Strafe in Höhe von 176 Millionen Dollar (derzeit etwa 159 Mio Euro) gegen den deutschen Autobauer

  1. Neuvorstellung Honda Civic

    Honda

    Honda hat mit einem betont eigenwilligen Design den einstigen Bestseller Civic zu einer Randerscheinung für Individualisten gemacht. Nummer 10 soll nun wieder mehr Anklang finden. Die Lösung dafür soll ein deutlich größeres Auto sein

  2. #heiseshow, ab 12 Uhr live: Ein Kinofilm als Edward Snowdens letzte Chance?

    #heiseshow, ab 12 Uhr live: Autonome Systeme – Auf dem Weg zu Skynet?

    Der in den Kinos anlaufende Film "Snowden" hat in den USA eine neue Diskussion über das Schicksal des NSA-Whistleblowers entfacht. Wirklich ändern wird sich an dessen Situation aber wohl nichts. Wird er jemals in seine Heimat zurückkehren können?

Anzeige