Logo von Security

Suche
Gerald Himmelein 84

Promi-Hacker zu zehn Jahren Haft verurteilt

Der 36-jährige Christopher Chaney wurde in Los Angeles zu zehn Jahren Haft sowie zu einer Entschädigung von über 66.000 US-Dollar verurteilt. Chaney hatte im März gestanden, in die Rechner und Mail-Konten von über 50 Sängerinnen und Schauspielerinnen eingebrochen zu sein. Zu den Opfern gehörten unter anderem Christina Aguilera, Scarlett Johansson, Mila Kunis und Renee Olstead.

Anzeige

Chaney hatte sich zu neun Straftatsbeständen als schuldig bekannt, darunter illegales Abhören sowie unberechtigter Zugriff auf fremde Rechner. Zur Schuldanerkennung im März hatte Christopher Chaney zugegeben, mindestens elf Monate lang wiederholt in Mail-Accounts eingebrochen zu sein. Dafür hatte er die Funktion "Kennwort vergessen" von Webmailern benutzt, deren Sicherheitsfragen er anhand öffentlich bekannter Daten beantwortete.

In den Konfigurationsseiten der Webmailer trug er seine Mail-Adresse zur Weiterleitung ein. So bekam er alle Mails geforwardet, die andere Personen an die Besitzer der gehackten Konten versandten. Mitunter versandte Chaney auch E-Mails im Namen seiner Opfer und bat deren Kontakte um Privatphotos. Über die Adressbücher der kompromittierten Konten hangelte sich Chaney zu weiteren Zielen weiter.

Für Chaney scheint das Einbrechen in fremde Rechner zur Sucht geworden zu sein: Nach der Sicherstellung seiner Privatrechner durch das FBI benutzte er einen fremden PC, um in ein weiteres Mail-Konto einzubrechen. Die gefundenen Fotos und Informationen teilte er mit einem anderen Hacker und gab sie an zwei Boulevard-Websites weiter.

In der Urteilsbegründung hob der Richter hervor, der Angeklagte habe gegenüber den Opfern eine "gefühllose Missachtung" (callous disregard) gezeigt – zwei unbekannten Opfern soll Chaney sogar über zehn Jahre lang nachgestellt haben. Richter S. James Otero merkte weiterhin an, extremes seelisches Leid könne ebenso verheerende Folgen wie körperliche Verletzungen haben. Ursprünglich sollte das Strafmaß bereits im Juli verkündet werden. Chaney drohten 60 Jahre Haft. (ghi)

84 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Sextortion und Cyberstalking: US-Botschaftsmitarbeiter zu 57 Monaten Haft verurteilt

    Zwei Frauen unscharf

    Ein ehemaliger Mitarbeiter der US-Botschaft in London hat tausenden Frauen Phishingsmails geschickt, hunderte Mailkonten geknackt und mindestens 75 Frauen mit expliziten Fotos erpresst.

  2. Milliarden-Coup in NY: Zentralbank-Konto per Überweisung geleert

    Federal Reserve Bank of New York

    Die Zentralbank von Bangladesch ist Opfer eines digitalen Beutezugs von enormem Ausmaß. Der Finanzminister des Landes hat davon erst aus der Zeitung erfahren. Die Täter hatten sich mittels Swift-Überweisungen am New Yorker Konto der Zentralbank bedient.

  3. Klau von Prominenten-Nacktfotos: Angeklagter bekennt sich schuldig

    Jennifer Lawrence

    Mehr als 100 GMail- und iCloud-Konten soll ein Hacker in den USA geknackt und intime Fotos der prominenten Opfer gestohlen haben. Jetzt hat er sich vor Gericht zu den Anschuldigungen geäußert.

  4. Millionen Zugangsdatensätze für Mail-Provider im Netz

    Cyberkriminalität

    Ein russischer Hacker bietet in einschlägigen Foren offenbar eine riesige Sammlung von Zugangsdatensätzen an. Darunter soll auch einiges an Frischware sein, sagt ein Sicherheitsexperte.

  1. Immer Ärger mit der EasyBox

    Viele Vodafone-Router sind mit geringem Aufwand kompromittierbar – aufgrund einer Schwachstelle, die der Provider seit Jahren nicht in den Griff bekommt.

  2. ACLU-Aktivist: Unternehmen ist Datenschutz egal

    Christopher Soghoian

    Viele Online-Unternehmen sind erst nach den Snowden-Enthüllungen dazu übergegangen, ihre Dienste verschlüsselt zu übertragen. Denn der Schutz von Kundendaten ist ihnen in Wirklichkeit egal, beklagt Christopher Soghoian von American Civil Liberties Union.

  3. Zur Strafe

    Hacks, Bots und DDoS-Attacken beschäftigen seit Jahren IT-Experten und Juristen. Etliche Vorschriften des Computerstrafrechts sollen regeln, was verboten ist. Die „rote Linie“ ist aber nicht immer klar definiert.

  1. BMW i3 mit 50 Prozent mehr Reichweite

    Elektroautos, alternative Antriebe

    Das größte Problem der E-Auto-Verkäufer ist wohl die bei vielen Nutzern berechtigte Reichweitenangst. BMW bringt nun, zweieinhalb Jahre nach Markteinführung seines i3, eine Version mit einer angegebenen Reichweite von bis zu 300 Kilometern heraus

  2. General Motors und Lyft wollen autonome Taxis testen

    General Motors und Lyft wollen angeblich autonome Taxis testen

    GM will zusammen mit dem Fahrdienst Lyft Versuche mit autonomen Autos vom Typ Chevrolet Bolt EV unternehmen.

  3. Smart Home: Nokia surft auf der Z-Wave

    Smart Home

    Die Finnen setzen auf den drahtlosen Kommunikationsstandard Z-Wave. Mit dem Beitritt zur Z-Wave Alliance will Nokia seine Smart-Home-Strategie stärken.

  4. Developer Snapshots: Programmierer-News in ein, zwei Sätzen

    Developer Snapshots: Programmierer-News in ein, zwei Sätzen

    heise Developer fasst jede Woche bisher vernachlässigte, aber doch wichtige Nachrichten zu Tools, Spezifikationen oder anderem zusammen – dieses Mal u.a. mit OpenSUSE, Chromium auf Raspi, OpenVX, Unicode in XML und Perl.

Anzeige