Logo von Security

Suche
44

Microsoft sagt SpyEye den Kampf an

Microsofts "Tool zum Entfernen bösartiger Software" entfernt seit dem letzten Update am vergangenen Dienstag auch den Online-Banking-Trojaner SpyEye, wie das Malware Protection Center des Unternehmens in seinem Blog bekanntgegeben hat. SpyEye gilt neben ZeuS als einer der verbreitetsten Schädlinge. Das Microsoft-Tool wird kostenlos über Windows-Update verteilt und kommt auf Rund 600 Millionen Rechnern weltweit zum Einsatz. In der Regel wird es automatisch im Hintergrund nach der Nutzung von Windows Update ausgeführt.

Anzeige

Bei der SpyEye-Erkennung setzt Microsoft auf den Überraschungseffekt: Der rein signaturbasierte Scan kann nur bereits bekannte Mutationen des Schädlings erkennen – also solche, die vor der Veröffentlichung des Tools verbreitet wurden. Wird das Tool zeitnah nach der Veröffentlichung ausgeführt, kann es aktive SpyEye-Instanzen entfernen, ehe die Virenschreiber reagieren können.

Bereits eine minimale Veränderung des Schädlings genügt, um den Microsoft-Scanner auszutricksen. Da SpyEye in der Lage ist, sich selbst zu aktualisieren, dürfte dies nur eine Frage von Stunden sein, bis die Kriminellen diese Chance nutzen. Wird Windows Update also erst Tage nach Veröffentlichung des Tools auf einem infizierten System ausgeführt, profitiert man sehr wahrscheinlich nicht mehr von dem Überraschungseffekt.

Ebenfalls neu ist die Erkennung des kostenlosen "Remote Administration Tools" Poison Ivy. Die Backdoor-Software ist bereits seit über 6 Jahren im Umlauf und in seiner Grundversion leicht zu erkennen. Das scheint seiner Popularität jedoch anscheinend keinen Abbruch zu tun: Das Spionage-Tool kam beim Angriff auf den Sicherheitsspezialisten RSA zum Einsatz. Warum Microsoft sein Tool ausgerechnet jetzt um die Erkennung von Poison Ivy ergänzt hat, ist unklar. (rei)

44 Kommentare

  1. Ausnutzung der Windows-Sandworm-Lücke eskaliert

    Ausnutzung der Windows-Sandworm-Lücke eskaliert

    Kriminelle nutzen die zunächst im Rahmen gezielter Attacken auf NATO-Einrichtungen und Regierungen eingesetzte Sicherheitslücke in Windows nun, um großflächig Online-Banking-Trojaner zu verteilen.

  2. Banking-Trojaner-Infektion ohne Trojaner

    Banking-Trojaner-Infektion ohne Trojaner

    Der Trojaner Retefe löscht sich direkt bei der Installation wieder. Durch einige schwer zu entdeckende Manipulationen am System kann er dem Anwender trotzdem einen Smartphone-Trojaner unterjubeln und das Online-Banking kapern.

  3. Feodo Tracker kämpft gegen Rechnungs-Spam

    Das Feodo-Botnet beschert Deutschland aktuell massenhaft Viren-Spam – vermeintlich im Namen bekannter Mobilfunkprovider und Banken. Der Feodo-Tracker sammelt Indizien, um das Spam-Netzwerk zu bremsen.

Anzeige