Logo von Security

Suche
Ronald Eikenberg 218

Kritische Java-Lücke wird im großen Stil ausgenutzt

Kriminelle nutzen derzeit zunehmend eine kritische Lücke in der Java-Laufzeitumgebung aus, um Rechner beim Besuch speziell präparierter Webseiten mit Schadcode zu infizieren. Laut dem renommierten Security-Blogger Brian Krebs ist das darauf zurückzuführen, dass das Arsenal des weit verbreiteten Exploit-Kits BlackHole um einen passenden Exploit ausgebaut wurde.

Anzeige

Durch die Lücke, die Oracle Mitte Februar gepatcht hat, kann Schadcode aus der Java-Sandbox ausbrechen und sich dauerhaft auf dem System verankern. Welche Art von Schadcode dabei injiziert wird, ist variabel. Unter anderem soll die Lücke zur Verbreitung des ZeuS-Trojaners genutzt werden.

Laut einer Analyse von Microsoft ist der Dropper in zwei Java-Klassen aufgeteilt. Die erste Klasse nutzt die Schwachstelle bei der Verarbeitung von Arrays aus, um an höhere Rechte zu gelangen und führt anschließend die Loader-Klasse aus, sich um das Herunterladen und das Installieren der Payload kümmert.


Mit der aktuellen Java-Version ist man vor dem Exploit geschützt. Vergrößern
Schützen kann man sich, indem man eine der derzeit aktuellen Java-Versionen 6 Update 31 oder 7 Update 3 installiert. Ob und welche Version des Browser-Plugins installiert ist, erfährt man auf dieser Testseite.

Allzu sicher sollte man sich jedoch selbst mit der aktuellsten Java-Version nicht fühlen: Brian Krebs berichtet von Gerüchten in Untergrundforen über einen neuen Exploit, der eine ungepatchte kritische Java-Lücke ausnutzt.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann Java auch komplett deinstallieren oder zumindest das Browser-Plugin deaktivieren. Letzteres dürfte sich aufgrund der stetig abnehmenden Verbreitung von Java auf die meisten Webseiten nicht auswirken.

Update: Mac-Nutzer haben das besondere Problem, dass das letzte offiziell von Apple ausgegebene Java-Update aus dem vergangenen November stammt. Hier empfiehlt sich, Java über das Dienstprogramm "Java-Einstellungen" (Java Preferences) komplett zu deaktivieren (Haken abwählen), bis eine Aktualisierung verfügbar ist. (rei)

218 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Sicherheitslücke: Java während Installation verwundbar

    Sicherheitslücke: Java während Installation verwundbar

    Oracle hat eine Schwachstelle in Java geschlossen. Mit vergleichsweise viel Aufwand können Angreifer die Lücke alleinig im Verlauf der Installation von Java ausnutzen, um Computer zu übernehmen.

  2. Mehr als zwei Jahre alter Java-Security-Patch von Oracle immer noch verwundbar

    Mehr als zwei Jahre alter Java-Security-Patch von Oracle immer noch verwundbar

    Geht es nach dem Sicherheitsexperten Adam Gowdiak hat Oracle vor mehr als zwei Jahren eine Sicherheitslücke falsch bewertet und zudem bei dem Patch gepfuscht, der den Fehler eigentlich hätte beseitigen sollen.

  3. Adobe-Patchday: Kritische Lücken in Reader und Digital Editions

    Adobe-Patchday: Kritische Lücken in Reader und Digital Editions

    Ein monatliches Adobe-Update ohne Flash-Patches? Ja, das gibt es noch. Dafür dürfen diesmal auch eBook-Liebhaber patchen, falls sie Adobe Digital Editions verwenden.

  4. Oracle Critical Patch Update schließt 154 Sicherheitslücken

    Oracle

    Von Database, über Java, bis hin zu MySQL: Oracle dichtet sein Portfolio ab und veröffentlicht wie jedes Quartal jede Menge Updates. Über eine nun geschlossene Lücke soll eine Hacker-Gruppe in das Computersystem des Weißen Hauses eingedrungen sein.

  1. Sichere Java-Webanwendungen, Teil 3: Fremdanbieter-Bibliotheken

    Sichere Java-Webanwendungen, Teil 3: Fremdanbieter-Bibliotheken

    Bei Bibliotheken von Fremdanbietern denken die wenigsten Java-Programmierer an Sicherheitsprobleme. Tatsächlich werden aber veraltete und bekannte verwundbare Bibliotheken zunehmend häufiger bei Angriffen auf Java-Webanwendungen ausgenutzt. Daher ist ein Umdenken gefordert: Regelmäßige Aktualisierungen der eingesetzten Bibliotheken sind ein absolutes Muss.

  2. Federlesen #20: Stabile APIs für eine nachhaltige Entwicklung

    Um einen Parallelbetrieb von neuer und alter API zu erreichen und Konflikte möglichst zu vermeiden, sollte man sich einheitliche Versionierungsverfahren für API-Änderungen überlegen.

  3. Auf den Spuren mexikanischer Kreditkarten-Betrüger

    Auf den Spuren mexikanischer Kreditkarten-Betrüger

    Sommerurlaub mal anders: Ein Sicherheitsforscher bekommt Hardware zum Fälschen von Kreditkarten zugespielt und begibt sich zur Spurensuche nach Mexiko.

  1. Bundestag schafft Rechtsrahmen für automatisiertes Fahren

    Selbstfahrend

    Der Bundestag hat einen Gesetzentwurf der Bundesregierung beschlossen, mit dem bereits im Verkehr befindliche Auto-Assistenzsysteme rechtssicher eingesetzt werden sollen, solange der Fahrer eingreifen kann.

  2. Kommentar: Pressefreiheit à la Oettinger

    Günther Oettinger

    Auf einer Tagung legte EU-Digitalkommissar Günther Oettinger Zeitungsverlegern nahe, Einfluss auf ihre Online-Redaktionen auszuüben. Ein unerhörter Vorgang, findet c't-Redakteur Holger Bleich.

  3. Neues IPTV-Angebot waipu.tv: ohne Settop-Box und Providerzwang

    Neues IPTV-Angebot waipu.tv: ohne Settop-Box und Providerzwang

    Am heutigen Freitag öffnet ein neues TV-Angebot, das nach Angaben des Anbieters die Flexibilität und den Komfort einer App mit der Verlässlichkeit und Qualität eines Kabelanschlusses vereint. Auf einen ersten Blick wirkt es vielversprechend.

  4. Britische Regierung stimmt Bau des AKW Hinkley Point C zu

    Britische Regierung stimmt Bau des AKW Hinkley Point zu

    Der Vertrag mit dem französischen Energiekonzern EDF für den Bau des neuen AKW ist unterzeichnet. Allerdings gibt es mehrere Bedingungen.

Anzeige