Logo von Security

Suche
307

Android-Botnetz verschickt Spam-SMS

In den USA breitet sich ein neues Botnetz für Android-Betriebssysteme namens Spamsoldier aus, berichtet die Sicherheitsfirma Lookout. Das Botnetz verbreitet sich durch SMS, die Gratisversionen von Spielen wie Need for Speed oder Angry Birds Space versprechen.

Anzeige

In der SMS werden die Spiele über Links zum Download angeboten. Sobald ein Nutzer dem Link folgt, installiert sich der als App getarnte Trojaner – teilweise werden auch wirklich Gratisspiele zur Ablenkung des Nutzers mitgeliefert. Danach macht sich Spamsoldier an die Arbeit und verwischt sofort seine Spuren. Das Icon der App wird entfernt und der Trojaner nimmt Kontakt mit einem Command-and-Control-Server auf. Dieser schickt Spamsoldier eine Liste von 100 Mobilfunk-Rufnummern in den USA und eine passende Spam-SMS, die der Bot nun – so schnell es das Mobiltelefon erlaubt – an die Liste schickt. Sind die 100 Nummern abgearbeitet, lässt sich die Schadsoftware neue Listen vom C&C-Server schicken, bis dieser nicht mehr antwortet oder neue Befehle gibt. Seine Aktivität versucht der Trojaner kontinuierlich zu verschleiern. Alle ausgehenden Spam-SMS werden gelöscht. Antwortende SMS auf den Spam versucht das Programm ebenfalls zu entfernen.

Die Firma Lookout, die das Botnetz zusammen mit einem Mobilfunknetz-Partner gefunden hat, rät, Apps nur von vertrauenswürdigen Webseiten zu laden. Sie weist darauf hin, dass das Botnetz noch nicht weit verbreitet ist, aber durch seine Vorgehensweise schnell größer werden kann. Außerdem ist das Botnetz für die Nutzer mit erheblichen Kosten verbunden und verlangsamt wegen sehr hoher Auslastung die Netzwerke der Mobilfunkanbieter. Da die Nummern auf den Spam-Listen derzeit nur US-Nummern sind, ist das Botnetz momentan auf den amerikanischen Markt beschränkt.

Lookout ist ein Sicherheitsunternehmen, das sich auf Smartphone-Antiviren-Programme spezialisiert hat. Laut eigenen Angaben nutzen 30 Millionen Menschen in 170 Ländern Lookout-Software. (kbe)

307 Kommentare

Themen:

  1. Nordkorea-Satire "The Interview": Trojaner tarnt sich als Download-App

    Banking-Trojaner infiziert 20.000 Android-Geräte

    Nach dem Trubel um den Sony-Hack steht der Film "The Interview" in Tauschbörsen hoch im Kurs. Das nutzt eine Android-Malware, um vor allem in Südkorea Bankdaten auszuspähen.

  2. iWorm infiziert tausende Macs

    Malware

    Antiviren-Experten haben ein aus über 18.000 Macs bestehendes Botnet entdeckt. Der zugrunde liegende Schädling wurde Mac.BackDoor.iWorm getauft und wird über BitTorrent verteilt. Apple hat bereits reagiert.

  3. MWC: Android-Smartphone für Senioren von Emporia

    MWC: Ein Android-Smartphone für Senioren

    Emporia zeigt auf dem MWC sein erstens Smartphone für Senioren. Das Emporia Smart hat eine spezielle Oberfläche und eine Klapptastatur, läuft aber auf Android und kann mit Apps umgehen.

  1. Programme und Positionen zur Bundestagswahl 2013: Die Linke

    Datenschutz, Netzwerk,

    Im vierten Teil unseren Parteienüberblicks geht es um die Linke. Die will unter anderem dem Überwachungsstaat die rote Karte zeigen, den Datenschutz stärken und Mindestbandbreiten gesetztlich vorschreiben.

  2. Haltestelle

    NiX Spam, ein Projekt der iX, ist seit zehn Jahren gegen unerwünschte und schädliche E-Mails im Einsatz. Es hat seine Anwender bis heute vor Milliarden von Spam-Exemplaren bewahrt. Während der Botnetz-Spam zurückgeht, missbrauchen die Täter nun immer mehr geknackte Accounts auf Mailservern.

  3. NSA/GCHQ: Das HACIENDA-Programm zur Kolonisierung des Internet

    Tabelle 1: Änderungen von ISN, abhängig vom Ziel-Port (Michio Honda, Yoshifumi Nishida, Costin Raiciu, Adam Greenhalgh, Mark Handley, and Hideyuki Tokuda. Is it still possible to extend tcpß In Procee- dings of the 2011 ACM SIGCOMM Conference on Internet Measurement Conference, IMC '11, pages 181{194, New York, NY, USA, 2011. ACM.)

    Neue, als geheim klassifizierte Dokumente belegen ganze Länder umfassende, flächendeckende Portscans und die aktive Kartierung verwundbarer Systeme durch die Geheimdienste. Dies demonstriert das Ansinnen der Dienste, das gesamte Netz zu kolonisieren. Technische Abhilfe ist, auch durch einen neuen RFC, in einem gewissen Ausmaß möglich.

  1. Zulassungszwerge: Zwischen Auslaufmodell und Luxusmobil

    Die Zulassungszahlen für Neufahrzeuge machen dem Autohandel wieder mehr Freude. 291.396 Bundesbürger ließen im April ein neues Auto zu. Wie seit Jahrzehnten steht der VW Golf an erster Stelle. Am Tabellenende stehen zehn Modelle, die im April maximal drei Neue auf die Straße brachten

  2. Die Entdeckung der Langsamkeit

    Die Entdeckung der Langsamkeit

    Eigentlich wollte ich keine Bonneville fahren. Zwar fand ich sie immer ganz hübsch, aber die technischen Eckdaten stießen bei mir auf keine große Resonanz. Dann kam der Tag, an dem die Tiger zur Inspektion musste und mich der Triumphhändler aufklärte, dass nur eine Bonneville als Ersatz zur Verfügung steht

  3. Alles nur geliehen: Renault Latitude in Fahrt

    Große Limousinen aus Frankreich haben es seit jeher in Deutschland schwer. Nun wagt Renault mit dem Latitude einen neuen Anlauf. Was bietet der Franko-Koreaner? Wir haben ihn gefahren

  4. Wassenaar-Abkommen: Forscher zensieren sich selbst

    Wassenaar-Abkommen: Forscher zensieren sich selbst

    Mit Verweis auf das Wassenaar-Abkommen zur Rüstungskontrolle entfernte ein Forscher ganze Seiten und Bilder aus seiner Dissertation zur Effektivität von Microsofts Schutz-Werkzeug EMET.

Anzeige