Logo von Security

Suche
11

Account-Übernahme durch Lücke im Facebook-SDK

Durch eine Schwachstelle im Facebook-SDK für Android konnten speziell präparierte Apps ungefragt auf das Facebook-Konto des Smartphone-Besitzers zugreifen, wie der Entwickler David Poll festgestellt hat. Apps wie foursquare nutzen das SDK, um komfortabel etwa das Facebook-Profil auszulesen oder Fotos auf der Pinnwand des Nutzers zu veröffentlichen; dem muss der Nutzer normalerweise zustimmen.

Anzeige

Nach der Zustimmung erhält die App ein Accesstoken vom Facebook-Server, mit dem sie fortan die gewünschten Aktionen durchführen kann. Poll hat beobachtet, dass dass Facebook-SDK eine URL, die das Token enthält, nach der erfolgreichen Rechteerteilung in eine Logdatei auf dem Smartphone schreibt – auf die jede App zugreifen kann, der man bei der Installation das Recht "Vertrauliche Protokolldaten lesen" erteilt hat.

Da viele Android-Nutzer darauf konditioniert sind, alle Rechteabfragen ungesehen abzunicken, dürfte es einem Angreifer nicht schwerfallen, an die nötige Berechtigung zu kommen. Mit dem gestohlenen Accesstoken kann sich die eine speziell präparierte App die Rechte der zur zum Token gehörigen App zu eigen machen.

Poll hat die Schwachstelle schon Mitte Februar entdeckt und an Facebook gemeldet. Das Unternehmen reagierte auch prompt und entfernte die Codezeile, die für die Log-Ausgabe verantwortlich war, aus dem SDK-Code. Allerdings war das Problem damit noch lange nicht aus der Welt geschafft: Das Facebook-SDK wird von den App-Entwicklern in die Apps integriert. Damit die Apps nicht mehr ihr Accesstoken verraten, muss also jeder einzelne Entwickler seine Apps mit der fehlerbereinigten Version des SDKs ausstatten und das Update über den Google Play (ehemals Android Market) verteilen.

Facebook hat Poll daher um Verschwiegenheit gebeten, bis zumindest die Anbieter der wichtigsten Apps mit Facebook-Anbindung reagiert haben. Dies ist nach Meinung von Facebook in der Zwischenzeit geschehen. Auch wenn noch keine Apps bekannt sind, die durch die Lücke ungefragt auf Facebook zugegriffen haben, sollte man die Installation ausstehender Update besser umgehend nachholen; schließlich sind die Details nun jedermann zugänglich. (rei)

11 Kommentare

Themen:

  1. Android M: App-Berechtigungen überarbeitet, neue Stromspar-Features

    Android M: App-Berechtigungen überarbeitet, neue Stromspar-Features

    Die neue Android-Version mit dem Code-Namen M kommt im zweiten Halbjahr 2015: Nutzer können Schnüffel-Apps nun besser einschränken, Google hat außerdem Bezahlsystem und Stromspar-Features überarbeitet.

  2. Facebook ordnet stärkere Kryptographie für sich und App-Partner an

    Facebook

    Facebook will zeitnah auf sicherere Verschlüsselung setzen, um die Kommunikation im sozialen Netzwerk effizienter vor Manipulation zu schützen. Auf Facebook zugreifende Apps mit schwacher Krypto will der Konzern künftig aussperren.

  3. Android lässt Apps ohne Rechte telefonieren

    Das Proof-of-Concept der Sicherheitsforscher fragt keine besonderen Rechte an.

    Durch ein Sicherheitsloch können Android-Apps offenbar das Telefonmodul des Smartphones benutzen, ohne die hierzu nötigen Rechte beim Nutzer anzufragen.

  1. Smartphone-Schutz oder Entwicklerhonorar?

    Smartphone-Schutz oder Entwicklerhonorar?

    Appguard lässt mich unverschämt datengierigen Apps unnötige Rechte entziehen. Bei kostenpflichtigen Apps kann sie aber unbeabsichtigt verhindern, dass der Entwickler sein Geld bekommt. Ist das okay? Ein Kommentar von Veronika Szentpetery.

  2. Smartphone-Schutz oder Entwicklerhonorar?

    Appguard lässt mich unverschämt datengierigen Apps unnötige Rechte entziehen. Bei kostenpflichtigen Apps kann sie aber unbeabsichtigt verhindern, dass der Entwickler sein Geld bekommt. Ist das okay?

  3. Der Android-Test auf UXSS-Sicherheitslücke

    hide-on-desktop

    Millionen von Android-Handys sind anfällig für eine kritische Sicherheitslücke des Web-Browsers. Testen sie jetzt Ihr Smartphone, um heraus zu finden, ob Ihre Daten in Gefahr sind.

  1. Einfacher möbliert

    Fahrbericht: VW California  Beach

    Der VW California, ein Minimalcamper mit Aufstelldach auf Basis des neuen Transporters T6 liegt voll im Trend der Faszination des mobilen Urlaubs. Wir wollten wissen, ob man mit dem einfacher möblierten Einstiegsmodell Beach schöne Ferientage verbringen kann

  2. Der Feldstecher

    Subaru

    Subaru leistet sich im neuen Outback ganz eigene Lösungen: Boxermotoren in Verbindung mit einem stufenlosen CVT sind so ungewöhnlich wie das Eyesight-System auf Basis von Stereo-Kameras. Über einen Charakterdarsteller

  3. Königsklasse

    Die überaus teure Honda RC213V-S

    Honda bringt mit der RC213V-S ein MotoGP-Bike, mit dem Marc Márquez die letzten beiden Jahre Weltmeister wurde, auf die Straße. Die Technologie stimmt weitgehend mit der des Werksmotorrads überein. Mit Straßenzulassung kostet das Krad 200.000 Euro

  4. Google entkoppelt Google+ von YouTube

    YouTube-Kommentare

    YouTuber brauchen bald keinen Account bei Google+ mehr, um Inhalte zu posten oder Kommentare abzugeben. Das soziale Netzwerk soll sich derweil sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren – Streams, Fotos und Sharing.

Anzeige