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Marzena Sicking 3

Kostenvoranschläge deutlich kennzeichnen

Umsatzsteuerliche Haftungsrisiken

Vertrauen ist gut, erhöhte Vorsicht ist bei Kostenvoranschlägen besser. Denn wer Kostenvoranschläge nicht deutlich genug als solche kennzeichnet, riskiert, dass er beim Missbrauch durch den Kunden haftet. So weist die Handwerkskammer Reutlingen darauf hin, dass der Aussteller des Dokuments unter Umständen für die Umsatzsteuer haftet, obwohl sein Kunde diese gar nicht gezahlt hat.

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Vorsicht ist vor allem bei Neu-Interessenten geboten, zu denen das Unternehmen noch keine geschäftliche Beziehung hat. Holt ein solcher Interessent einen Kostenvoranschlag ein, der nicht deutlich als solcher ausgewiesen ist, kann es unter Umständen passieren, dass er diesen wie eine Rechnung über erbrachte Leistungen verbucht und die darin ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend macht – das ist schlicht und ergreifend Betrug.

Der Bundesfinanzhof spricht in solchen Fällen von einem so genannten "abstrakten Gefährdungstatbestand", der ausreicht, um eine Besteuerung nach dem Umsatzsteuergesetz auszulösen, so die Warnung der Experten.

Daher werde dringend empfohlen, Kostenvoranschläge deutlich als solche zu kennzeichnen und mit klaren Warnhinweisen zu versehen. Nur so lasse sich jeglicher Irrtum über die Art des Dokuments und auch ein unzulässiger Vorsteuerabzug durch den Kunden von vornherein ausschließen. Wer hier nachlässig handelt, der riskiert, dass erhebliche Umsatzsteuernachforderungen auf ihn zukommen.

Dazu reicht es aus, wenn der Kostenvoranschlag die wesentlichen Merkmale einer Rechnung aufweist, wie den Namen und die Anschrift des Unternehmers und des Kunden, die Bezeichnung der Leistung sowie einen Netto-Rechnungsbetrag und die gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer.

Die Handwerkskammer Reutlingen empfiehlt deshalb, das Dokument mit dem Wort "Kostenvoranschlag" zu kennzeichnen und auf möglicherweise missverständliche Ausdrücke wie "Angebot" lieber zu verzichten. Zugleich solle am Ende noch ein deutlich lesbarer Warnhinweis angebracht werden, dass es sich um einen Kostenvoranschlag für eine noch zu erbringende Leistung handle, der nicht zum Vorsteuerabzug berechtige.

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