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re:publica: Schwarm-Management mit den Piraten

Rick Falkvinge, Mann der ersten Stunde der schwedischen Piratpartiet, hat mit "Activizr " ein Werkzeug zur Verwaltung sozialer Bewegungen angekündigt. Die Web-basierte Software werde "im Sommer verfügbar sein" und wie vergleichbare Tools der Piraten allen Interessierten gemeinfrei angeboten, erklärte der Aktivist am Freitag auf der Netzkonferenz re:publica in Berlin.

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Derzeit habe man erste Beta-Nutzer zum Test des Programms eingeladen, erklärte Falkvinge. Activizr erlaube Anführern schwarmartiger Strukturen, Erfolge aller Beteiligten leichter auszumachen und eine "Kultur der Belohnung" zu etablieren. Darüber hinaus helfe das Werkzeug dabei, Pressemitteilungen zu schreiben und an voreingestellte Kategorien von Journalisten per Mausklick zu versenden. Bei der Gestaltung des Tools konnte Falkvinge auf Beobachtungen zurückgreifen, in den vergangenen Jahren zum Schwarm-Management angestellt hat und die er in seinem angekündigten Buch "Swarmwise" veröffentlichen will.

Um eine derartige soziale Bewegung starten zu können, brauche es ein klar greifbares und glaubhaftes Ziel, an dessen Verwirklichung letztlich jeder mitarbeiten können müsse, sagte der Piraten-Politiker. Habe man die Grundidee dann einmal veröffentlicht, werde sie nach einer solchen Vorarbeit rasch ihren Weg in die sozialen Netzwerke finden. Doch auch im digitalen Zeitalter hält der Praktiker regelmäßige Gruppentreffen vor Ort für unabdingbar.

Für Konfliktlösungen hat Falkvinge auch mit dem Activizr noch kein Patentrezept gefunden. Mit Abstimmungen schaffe man nur Verlierer, beklagte der Oberpirat. Wer Wahlen durchführe und auf Mehrheiten setze, stoße das unterlegene Lager vor den Kopf. Es sei daher gegebenenfalls besser, Streitfragen länger mithilfe von Plattformen wie Liquid Feedback auszudiskutieren und harte Kursentscheidungen zu vermeiden. Generell sei Spaß ein entscheidender Faktor, um die Leute bei der Stange zu halten.

Die deutschen Piraten lobte der Veteran dafür, dass sie sich schon auf ihrem ersten Bundesparteitag ein gründlicheres Fundament gegeben hätten als ihre Pendants in anderen Ländern. Beifällig merkte Falkvinge ferner an, dass die hiesigen Freibeuter ihr Programm rasch erweitert hätten. Sie seien keine reinen Protestler und Kämpfer für Internetfreiheiten, sondern hätten den "Lebensstil einer vernetzten Welt" zu ihrer Grundanschauung erklärt. (Stefan Krempl) / (vbr)

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