Logo von heise online

Suche
Stefan Krempl 21

re:publica: Schwarm-Management mit den Piraten

Rick Falkvinge, Mann der ersten Stunde der schwedischen Piratpartiet, hat mit "Activizr " ein Werkzeug zur Verwaltung sozialer Bewegungen angekündigt. Die Web-basierte Software werde "im Sommer verfügbar sein" und wie vergleichbare Tools der Piraten allen Interessierten gemeinfrei angeboten, erklärte der Aktivist am Freitag auf der Netzkonferenz re:publica in Berlin.

Anzeige

Derzeit habe man erste Beta-Nutzer zum Test des Programms eingeladen, erklärte Falkvinge. Activizr erlaube Anführern schwarmartiger Strukturen, Erfolge aller Beteiligten leichter auszumachen und eine "Kultur der Belohnung" zu etablieren. Darüber hinaus helfe das Werkzeug dabei, Pressemitteilungen zu schreiben und an voreingestellte Kategorien von Journalisten per Mausklick zu versenden. Bei der Gestaltung des Tools konnte Falkvinge auf Beobachtungen zurückgreifen, in den vergangenen Jahren zum Schwarm-Management angestellt hat und die er in seinem angekündigten Buch "Swarmwise" veröffentlichen will.

Um eine derartige soziale Bewegung starten zu können, brauche es ein klar greifbares und glaubhaftes Ziel, an dessen Verwirklichung letztlich jeder mitarbeiten können müsse, sagte der Piraten-Politiker. Habe man die Grundidee dann einmal veröffentlicht, werde sie nach einer solchen Vorarbeit rasch ihren Weg in die sozialen Netzwerke finden. Doch auch im digitalen Zeitalter hält der Praktiker regelmäßige Gruppentreffen vor Ort für unabdingbar.

Für Konfliktlösungen hat Falkvinge auch mit dem Activizr noch kein Patentrezept gefunden. Mit Abstimmungen schaffe man nur Verlierer, beklagte der Oberpirat. Wer Wahlen durchführe und auf Mehrheiten setze, stoße das unterlegene Lager vor den Kopf. Es sei daher gegebenenfalls besser, Streitfragen länger mithilfe von Plattformen wie Liquid Feedback auszudiskutieren und harte Kursentscheidungen zu vermeiden. Generell sei Spaß ein entscheidender Faktor, um die Leute bei der Stange zu halten.

Die deutschen Piraten lobte der Veteran dafür, dass sie sich schon auf ihrem ersten Bundesparteitag ein gründlicheres Fundament gegeben hätten als ihre Pendants in anderen Ländern. Beifällig merkte Falkvinge ferner an, dass die hiesigen Freibeuter ihr Programm rasch erweitert hätten. Sie seien keine reinen Protestler und Kämpfer für Internetfreiheiten, sondern hätten den "Lebensstil einer vernetzten Welt" zu ihrer Grundanschauung erklärt. (vbr)

21 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Softwareprobleme gefährden Berlin-Wahl im Herbst

    Berlin: Blick aufs Rote Rathaus und auf den Dom

    Am 18. September sollen die Berliner ihre Abgeordneten neu wählen. Ein Spezialprogramm, mit dem Bürgerämter Wählerverzeichnisse und Listen fürs Kreuzchenmachen erstellen sollen, versagt derzeit aber noch seinen Dienst.

  2. HPE veröffentlicht ALM-Software für DevOps und agile Entwicklungs-Teams

    HPE veröffentlicht ALM-Software für DevOps und agile Entwicklungs-Teams

    Der Softwarehersteller will mit einem zeitgemäßen Werkzeug für das Application Lifecycle Management punkten. Dafür wurden populäre Tools wie Jenkins, Git und Gherkin in ALM Octane integriert.

  3. Big Brother Award 2016: wo Daten, sind auch Kraken

    Big Brother Award 2016: wo Daten, sind auch Kraken

    Vier unglückliche "Gewinner" und eine Ehrung für das Lebenswerk als Datenschnüffler: Die Verleihung der Big Brother Awards 2016 macht nicht alle glücklich.

  4. Geekfest Berlin: Hackergeschichte(n) live

    Geekfest Berlin: Hackergeschichte(n) live

    Das erste Berliner Geekfest soll die Hacker von heute und gestern zusammenbringen.

  1. Continuous Lifecycle 2014 im Zeichen des kulturellen Wandels

    Aufgrund des gestiegenen Interesses an den Leitthemen der Konferenz zu DevOps, Continuous Delivery und Agile ALM war die zweite Auflage der Continuous Lifecycle in den Rosengarten nach Mannheim umgezogen. Da gab es ausreichend Platz für die auf rund 350 Teilnehmer gewachsene Veranstaltung.

  2. Daimler: Angebot an kompakten Autos soll wachsen

    Daimler: Angebot an kompakten Autos soll wachsen

    Mercedes will sein Angebot an Kompaktwagen in den nächsten Jahren stark erweitern. Ursprünglich hatte Daimler fünf Modelle in Aussicht gestellt. Nun sei es „wahrscheinlich, dass wir da noch weitergehen werden“, sagte Daimler-Chef Zetsche

  3. Entwicklermanifeste für das Internet der Dinge

    Je mehr Organisationen die private Welt und den öffentlichen Raum mit IoT-Produkten bevölkern, desto mehr wächst die Verantwortung der Entwickler. Die Frage, ob ethische Überlegungen Teil der Planung von IoT-Projekten sein sollten, liegt daher nah.

  1. c't uplink 12.9: Fitness-Uhren, Raspberry-Pi-Alternativen, Darknet

    c't uplink 12.9: Fitness-Uhren, Raspberry-Pi-Alternativen, Darknet

    Im aktuellen c't uplink geht es um die dunklen Ecken des Internets. Wir haben außerdem Sport-Uhren mit Fitness-Tracker-Funktionen getestet und uns nach Alternativen für den Raspberry Pi umgeschaut.

  2. Auf dem Muscle Bike Victory Octane

    Zweirad

    „American Muscle” nennt der US-Hersteller Victory sein sportlichstes Modell, die Octane. Wir haben die durchtrainierte Maschine bereits im März vorgestellt, nun folgt der Fahrbericht

Anzeige