Logo von heise online

Suche
23

Unister-Gründer räumt Chefposten

Der Gründer des Leipziger Internet-Unternehmens Unister, Thomas Wagner, räumt inmitten von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft den Chefposten. Er werde in den kommenden Wochen von der Position des operativen Geschäftsführers in eine strategisch ausgerichtete Funktion wechseln, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Gegen Unister ermittelt die sächsische Generalstaatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs illegaler Geschäftemacherei und Steuerhinterziehung.

Anzeige


Unister-Gründer Thomas Wagner räumt den Chefsessel.
Bild: dpa
Drei Führungskräfte waren nach Hausdurchsuchungen im Dezember 2012 in Untersuchungshaft gekommen, sind inzwischen aber gegen Auflagen wieder frei. Medienberichten zufolge gehörte auch Wagner selbst dazu, weder Ermittler noch das Unternehmen haben dies aber bislang bestätigt. Unister betreibt unter anderem Reise-Portale wie ab-in-den-urlaub.de und fluege.de. Das Unternehmen soll auf seinen Reise-Portalen unerlaubt Versicherungsprodukte angeboten haben.

Ob der Führungswechsel im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen steht, war nicht zu erfahren. Wagner wechsele in die Funktion des Direktors für Strategie und Produkteinwicklung, teilte Unister mit. Sein Nachfolger als operativer Geschäftsführer werde in Kürze bekanntgegeben. Wagner selbst konzentriere sich dann mehr auf den Bereich Unternehmensentwicklung. Erstmals in der zehnjährigen Geschichte werde künftig kein Gründungsmitglied mehr auf dem Chefsessel sitzen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben 1900 Mitarbeiter.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt derweil weiter. Nachdem das Amtsgericht Dresden vor Weihnachten zwei Manager gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt hatte, legte die Behörde Beschwerde ein. Wann das Landgericht darüber entscheiden werde, sei noch offen, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Wolfgang Klein. Ein Termin stehe noch nicht fest. Der dritte Manager war erst nach Weihnachten freigekommen. Ob auch hier Beschwerde eingelegt wird, werde noch geprüft. (dpa) / (vbr)

23 Kommentare

Themen:

  1. Abgemahnt: Streit um Gemälde-Foto aus der Wikipedia

    Abgemahnt: Streit um Gemälde-Foto aus der Wikipedia

    Ein Mannheimer Museum geht gegen Website-Betreiber vor, die ein Wagner-Portrait aus der Wikipedia übernommen haben. Nun will das Museum auch gegen die Wikimedia Foundation klagen.

  2. Illegale Windows-Kopien: Verhafteter PC-Fritz-Chef will auspacken

    Screenshot/Spiegel TV

    Kein Millionär, kein Krebs, keine Firma: Der ehemalige Geschäftsführer von PC Fritz war offenbar nur ein Strohmann – und packt gegenüber den Behörden über die Hintermänner aus.

  3. Mutmaßliche Kinox.to-Betreiber noch immer auf der Flucht

    Mutmaßliche Kinox.to-Betreiber noch immer auf der Flucht

    Bisher gibt es keine heiße Spur, wo sich die Betreiber des illegalen Streamingportals aufhalten. Die Lübecker Brüder werden per internationalem Haftbefehl gesucht. Das Portal ist derweil weiterhin online.

  1. Kommentar zur "Urbanisierung" von Tech Data

    Neuer_Tech-Data-Manager_Michael_Urban

    Als ich im Urlaub erfuhr, dass Tech Data den früheren Actebis-Chef Michael Urban reaktiviert hat, fiel mir fast die Flasche mit der Sonnencreme aus der Hand. Wieso ausgerechnet Urban, der schon seit fast zehn Jahren aus dem Distributionsgeschäft raus ist?

  2. Cisco switcht zu Smart Solutions

    Carsten Heidbrink, Direktor Partnergeschäft, Cisco Deutschland

    Organisatorisch und personell neu strukturiert will Cisco das Partnergeschäft noch lösungsorientierter gestalten. Mit den neuen Smart Solutions knüpft der Hersteller dabei an bewährten Konzepten wie vBlock und FlexPod an.

  3. Kostendruck führt zu Entlassungen bei Ingram Micro

     Marucs Adä, Vice President Central and Eastern Europe, Ingram Micro

    Im PC- und Peripherie-Geschäft gerät die Distribution immer stärker unter Druck. Bei Ingram Micro müssen deshalb 30 Mitarbeiter gehen. Einziger Lichtblick: Die Geschäftsbereiche Volume und Value/Verticals werden weiter ausgebaut.

  1. Komfort kompakt

    Fahrbericht: Hyundai Tucson 1.6 T-GDI

    Hyundais neues, altes Erfolgsmodell ist der Tucson. Nach einer Episode, in der er ix35 genannt wurde, heißt er nun wieder so wie seine erste Ausgabe von 2005. Wir haben den Hyundai mit seinem neuen 1,6 Liter großen Vierzylinder-Ottomotor und dem ebenfalls neuen Doppelkupplungsgetriebe probiert

  2. Brennhoffzelle

    Energie- und Hoffnungsträger Wasserstoff

    Die Flottenverbrauchsvorgaben geben E-Autos und Plug-In-Hybriden neue Chancen. Toyota sieht letztere als Brücke zum Brennstoffzellenauto und bringt seinen Mirai auf Basis des (Plug-In-)Hybriden Prius heraus. Inwieweit hoffen auch die anderen Hersteller noch auf eine H2-Infrastruktur?

  3. Ausfahrt im neuen Mazda CX-5: Unter Spar-Druck

    Rund 4300 Bestellungen konnte Mazda für den CX-5 schon vor dem Verkaufsstart am 28. April einsammeln. Das neue SUV stand uns mit dem einzig lieferbaren Benziner und Frontantrieb für eine kurze Ausfahrt zur Verfügung

  4. Herzenssache

    BMW

    BMW hat den Dreier überarbeitet. Optisch ist man dabei so zaghaft vorgegangen, dass viele kaum einen Unterschied bemerken werden. Große Veränderungen gab es aber bei den Motoren: Hier blieb kaum etwas so wie es war

Anzeige