Logo von heise online

Suche
245

Überschnelle Neutrinos: vielleicht nur ein schlechtes Kabel

Eine lose Glasfaserverbindung im GPS-Zeitmesssystem steht im Verdacht, die Messergebnisse beim OPERA-Experiment verfälscht zu haben. CERN-Pressesprecher Arnaud Marsollier bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP einen entsprechenden Bericht des US-Magazins Science vom Mittwoch. Auch ein für die Zeitmessung verwendeter Oszillator wird demnach als mögliche Fehlerquelle noch genauer untersucht.

Anzeige

Im September 2011 hatte das Experiment für großes Aufsehen gesorgt, nachdem dabei Neutrinos entdeckt worden waren, die sich auf dem Wege vom Large Hadron Collider (LHC) des CERN zum 732 Kilometer entfernten Labor im Gran-Sasso-Tunnel offenbar mit Überlichtgeschwindigkeit bewegten. Rund 15.000 Teilchen waren um 60 Nanosekunden schneller gemessen worden als das Licht. Das würde Einsteins Relativitätstheorie und damit die moderne Physik auf den Kopf stellen.

Dem Science-Bericht zufolge hat sich nach einer Neuverbindung des Glasfaserkabels mit der Messelektronik just jene 60 Nanosekunden Diskrepanz ergeben. Die Wissenschaftler wollen jetzt aber noch ein paar Daten von weiteren Neutrino-Messungen sammeln, bevor sie Definitives sagen. Etwa im Mai, so hoffen sie, wird man erste Ergebnisse haben. Dann bricht möglicherweise das Kartenhaus der Einstein-Widerleger samt ihrer zahlreichen Begründungstheorien restlos in sich zusammen. (as)

245 Kommentare

Themen:

  1. Grundlagenforschung: Das CERN feiert 60. Geburtstag

    Ein Teil des Large Hadron Collider beim Einbau

    Im September 1954 trat der Vertrag in Kraft, mit dem zwölf europäische Staaten das Kernforschungszentrum CERN gründeten. In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Labor zu einer der größten Forschungseinrichtungen der Welt.

  2. Neustart: Teilchenbeschleuniger LHC sammelt wieder Forschungsdaten

    Neustart des Teilchenbeschleunigers LHC: Datensammlung beginnt

    Nach einer 27 Monaten langen Umbauphase, soll am heutigen Mittwoch die wissenschaftliche Arbeit des weltgrößten Teilchenbeschleunigers wieder aufgenommen werden. Vorbereitet sind Kollisionen mit Rekordenergie, die dann erstmals erforscht werden sollen.

  3. Higgs Hunter: Internetnutzer als Teilchenjäger fürs CERN

    Higgs Hunter: Internetnutzer als Teilchenjäger

    Menschliche Augen sollen erkennen, was Computern entgeht: Ein wissenschaftliches Projekt bittet Internetnutzer um Mithilfe auf der Suche nach kleinsten Teilchen.

  1. Augen auf bei Überlichtgeschwindigkeit

    Jörn Loviscach, Professor am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Fachhochschule Bielefeld und ehemaliger stellvertretender Chefredakteur bei c't, äußert sich kritisch zur Berichterstattung auf heise online.

  2. "Schwarze Löcher sind tabu"

    "Schwarze Löcher sind tabu"

    Der Künstler Julius von Bismarck war zwei Monate am Kernforschungs- zentrum CERN. Er entdeckte eine Märchenwelt.

  3. Zitronensäure schützt vor Noroviren

    Zitronensäure greift in Norovirus ein

    Citrat bindet die ansteckenden Viren und verhindert die weitere Infektion. Das könnte die Zitrone als geeignetes Desinfektionsmittel prädestinieren.

  1. Schlieren-Effekt: NASA schießt beeindruckende Überschall-Fotos

    NASA: Beeindrucken Fotos der Ãœberschall-Welle

    Die NASA hat den 150 Jahre alten Schlieren-Effekt weiterentwickelt, um bei modernen Überschall-Jets die Druckwelle sichtbar zu machen. Derzeit sind Überschallflüge sehr laut – das neue Verfahren könnte den Weg zu leiseren Überschallflugzeugen ebnen.

  2. Windows 10: Insider-Build 10532 mit einheitlicheren Kontextmenüs

    Windows 10: Insider-Build 10532 mit einheitlicheren Kontextmenüs

    Microsoft hat wieder einmal eine neue Ausgabe von Windows 10 für Teilnehmer des Betaprogramms "Windows Insider" veröffentlicht. Drin sind in erster Linie ein paar kosmetische Korrekturen.

  3. Zügiger Nachzügler

    Durch die Neuauflage des Lightweight, in der jetzt die fehlenden sechs Autos originalgetreu handgefertigt werden, dürfte Jaguar im Wettbewerb um die längste Produktionspause weit vorn liegen. Wir durften in einem der neuen alten Jaguars mitfahren

  4. Eigener Weg

    Der Citroën 2CV aus technischer Sicht

    Was ein Citroën 2CV ist, wissen Sie? 25 Jahre nach Produktionsende konnten Sie gerade die gleichen Nachrufe lesen, wie sie letztes Jahr zum 65. Produktionsjubiläum erschienen sind. Das wollen wir gern zum Anlass nehmen, Sie nicht schon wieder mit dem „Regenschirm auf Rädern“ amüsieren zu wollen

Anzeige