Logo von heise online

Suche
preisvergleich_weiss

Recherche in 1.516.939 Produkten

Andreas Stiller 245

Überschnelle Neutrinos: vielleicht nur ein schlechtes Kabel

Eine lose Glasfaserverbindung im GPS-Zeitmesssystem steht im Verdacht, die Messergebnisse beim OPERA-Experiment verfälscht zu haben. CERN-Pressesprecher Arnaud Marsollier bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP einen entsprechenden Bericht des US-Magazins Science vom Mittwoch. Auch ein für die Zeitmessung verwendeter Oszillator wird demnach als mögliche Fehlerquelle noch genauer untersucht.

Anzeige

Im September 2011 hatte das Experiment für großes Aufsehen gesorgt, nachdem dabei Neutrinos entdeckt worden waren, die sich auf dem Wege vom Large Hadron Collider (LHC) des CERN zum 732 Kilometer entfernten Labor im Gran-Sasso-Tunnel offenbar mit Überlichtgeschwindigkeit bewegten. Rund 15.000 Teilchen waren um 60 Nanosekunden schneller gemessen worden als das Licht. Das würde Einsteins Relativitätstheorie und damit die moderne Physik auf den Kopf stellen.

Dem Science-Bericht zufolge hat sich nach einer Neuverbindung des Glasfaserkabels mit der Messelektronik just jene 60 Nanosekunden Diskrepanz ergeben. Die Wissenschaftler wollen jetzt aber noch ein paar Daten von weiteren Neutrino-Messungen sammeln, bevor sie Definitives sagen. Etwa im Mai, so hoffen sie, wird man erste Ergebnisse haben. Dann bricht möglicherweise das Kartenhaus der Einstein-Widerleger samt ihrer zahlreichen Begründungstheorien restlos in sich zusammen. (as)

245 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Gerüchte über direkten Nachweis von Gravitationswellen

    Ligo-Observatorium

    Vor 100 Jahren sagte Albert Einstein die Gravitationswellen voraus. Indirekte Beweise für die Wellen, die den Raum verbiegen können, gibt es bereits. Jetzt scheint Forschern auch der direkte Nachweis gelungen zu sein.

  2. Teilchenbeschleuniger LHC: 300 Terabyte Forschungsdaten freigegeben

    Teilchenbeschleuniger LHC: 300 Terabyte Forschungsdaten freigegeben

    Am weltgrößten Teilchenbeschleuniger in Genf werden immense Mengen an Daten gesammelt, um grundlegende Teilchenphysik betreiben zu können. Nun haben Forscher eines Detektors 300 Terabyte davon für die Öffentlichkeit freigegeben

  3. Zahlen, bitte! 1,5 Millionen km entfernt – Lagrange-Punkt zwischen Erde und Sonne

    1,5 Mio. km

    Der innere Lagrange-Punkt L1 liegt auf der Verbindungslinie zwischen Sonne und Erde rund 1,5 Millionen Kilometer in Richtung Sonne. Dort startet die Sonde LISA Pathfinder gerade mit Experimenten zum Messen von Gravitationswellen.

  4. Sonnenausbrüche entreißen Mars die Atmosphäre

    Sonnenausbrüche entreißen Mars die Atmosphäre

    Sonnenausbrüche erzeugen auf der Erde, dem Mars und anderen Planeten schöne Polarlichter. Sie können bei uns aber auch Satelliten und Stromleitungen gefährden. Beim Mars haben Forscher nun eine besondere Wirkung entdeckt.

  1. Die Erkundung der dunklen Seite

    Hundert Jahre Allgemeine Relativitätstheorie

  2. Physik-Nobelpreis für Geheimwissenschaft

    Die höchste Auszeichnung der Physik ist zum Spielball undurchschaubarer Forschungsindustrien geworden, die sich von den wissenschaftlichen Spielregeln verabschiedet haben

  3. "Nie hat jemand Gravitationswellen so schön nicht gemessen wie wir"

    Nie hat jemand Gravitationswellen so schön nicht gemessen wie wir

    Menschen, Hintergründe und ein paar Plaudereien mit dem Professor für Gravitationsphysik Dr. Karsten Danzmann, sowie mit einigen Pionieren, die schon in den Siebziger Jahren mit der Suche nach den Gravitationswellen begonnen haben.

  1. iPhone-Patentstreit: Oberstes US-Gericht entscheidet für Samsung

    Smartphones von Apple und Samsung

    Wegen der Verletzung des iPhone-Designs musste Samsung knapp 400 Millionen Dollar an Apple zahlen. Der US Supreme Court hat das Urteil nun aufgehoben.

  2. Vanguard Motorcycles

    Zweirad

    Auf der kleinen New York Motorcycle Show wird sich am Wochenende vom 9. bis 11. Dezember eine völlig neue Motorradmarke vorstellen. Sie nennt sich Vanguard und hat einen (noch) gleichnamigen Roadster dabei. Ein Metallgebirge im Stil der Confederate Bikes, das im Wortsinn aus dem Rahmen fällt

  3. Höchster Reifegrad für REST mit HATEOAS

    Höchster Reifegrad für REST mit HATEOAS

    Das Erstellen einer sauberen REST-Schnittstelle ist nicht trivial. HATEOAS ermöglicht eine klare Struktur und Aufgabenteilung.

  4. Zahlen, bitte! Mikrowellen für ultragenaue Zeitmessung

    Zahlen, bitte! 9192631770 Schwingungen pro Sekunde für superpräzise Uhren

    Wie spät ist es? Und zwar genau, bitteschön … so bis auf 300 Sekunden Abweichung seit Entstehung des Universum, wenns geht! Das klappt nur mit Atomuhren, die vor allem zur Satellitennavigation eingesetzt werden.

Anzeige