Logo von heise online

Suche
Jürgen Kuri 16

Telekom will T-Mobile USA immer noch loswerden

Nach dem geplatzten Verkauf von T-Mobile USA will sich die Deutsche Telekom auf anderem Wege von ihrer ungeliebten Mobilfunktochter trennen. Wie die Finanznachrichten-Agentur Bloomberg schrieb, führt der deutsche Konzern Gespräche mit einer Reihe von Unternehmen. Die Telekom nahm zu dem Bericht nicht Stellung; der Konzern legte am heutigen Donnerstag seine Geschäftszahlen für das erste Quartal vor, wonach hohe Aufwendungen für den Konzernumbau auf den Gewinn drücken.

Anzeige

Der Bericht nennt namentlich den kleineren US-Mobilfunker MetroPCS als möglichen Partner. Die Unternehmen führten Diskussionen über einen Aktientausch, hieß es unter Berufung auf eingeweihte Personen. Dem Plan zufolge würde die Telekom die Kontrolle über den zusammengeschlossenen Mobilfunkanbieter behalten. Möglich sei auch ein Börsengang oder der erneute Versuch eines Komplettverkaufs.

Die Telekom war im Dezember mit ihrem Versuch gescheitert, T-Mobile USA an den US-Branchenriesen AT&T zu verkaufen. Die Wettbewerbshüter im Land hatten Einspruch gegen das 39 Milliarden Dollar schwere Geschäft erhoben, weil sie Nachteile für die Kunden fürchteten. T-Mobile USA ist der viertgrößte Mobilfunker des Landes, leidet aber unter einem Kundenschwund. Zudem ist ein teurer Netzausbau nötig, um mit den steigenden Datenmengen der Smartphones mitzuhalten.

AT&T wäre mit dem Zukauf von T-Mobile USA zum mit Abstand größten Mobilfunkanbieter der Vereinigten Staaten aufgestiegen. Es wären daneben aber nur noch zwei weitere nennenswerte Konkurrenten übrig geblieben, nämlich Verizon Wireless und Sprint Nextel. T-Mobile USA gehört zu den günstigen Anbietern. Deshalb hatte das zuständige Justizministerium gegen den Verkauf geklagt, und auch der Netzregulierer FCC hatte sich gesperrt.

In der Zwischenzeit hatte die Telekom bereits angekündigt, T-Mobile USA weiter umzustrukturieren, was unter anderem 1900 Arbeitsplätze in Call-Centern kosten soll. Außerdem werden rund 4 Milliarden US-Dollar in den Ausbau des US-Netzes mit LTE investiert – was aber zu einem großen Teil mit Zahlungen von AT&T finanziert wird, da AT&T nach der gescheiterten Übernahme 3 Milliarden US-Dollar an die Telekom überweisen musste. (jk)

16 Kommentare

Themen:

  1. Telekom-Hoffnung Legere: Die Bonner und der schräge Vogel

    John Legere

    Twitter-Pöbeleien und Underdog-Attitüde: John Legere führt die Geschäfte der Telekom in den USA mit ungewöhnlichen Methoden. Dabei soll die US-Tochter dem Konzern noch viel Geld einbringen. Ein "Enfant terrible" als Hoffnungsträger der T-Aktionäre.

  2. Sat-TV-Anbieter Dish soll mit T-Mobile US über Fusion sprechen

    John Legere

    Wird die Deutsche Telekom vielleicht doch noch ihre US-Tochter los? Berichten zufolge laufen aktuell Gespräche zwischen dem TV-Anbieter Dish und T-Mobile US über eine Fusion.

  3. T-Mobile US wächst dank aggressiver Werbung

    T-Mobile US wächst dank aggressiver Werbung

    Die amerikanische Telekom-Tochter behauptet sich im erbitterten Preiskampf der US-Mobilfunker. Trotz der Rabattschlacht konnte T-Mobile US zuletzt einen Gewinn verbuchen. Das gefällt Anlegern.

  4. Abofallen: T-Mobile USA muss bluten

    Abofallen: T-Mobile USA muss bluten

    Mindestens 90 Millionen Dollar muss der US-Zweig von T-Mobile zahlen, weil er betrügerische Abofallenbetreiber nicht gestoppt, sondern an den Entgelten mitverdient hat.

  1. Dies und das im Mobilmarkt, oder: Birulki forever

    Es vergeht keine Woche, in der im Handymarkt nicht irgendetwas Interessantes passiert. Hier eine Übersicht über alle lesenswerten Nachrichten, die ihre Aufmerksamkeit verdienen

  2. Dies und das – auch ohne Apple

    Wer diese Woche irgendeine Technik-Webseite geöffnet hat, fand Apple auf der Frontseite. "Dies und das" kommt aus Gründen der Vollständigkeit nicht komplett ohne Apfelprodukte aus, versucht aber, die Geduld von Apple-Allergikern nicht über Gebühr zu strapazieren.

  3. Dies und das aus dem Mobilmarkt

    Die Schlagzeile der Woche ist mit Sicherheit das Galaxy Round – es sieht so aus, als ob sich die lange erwarteten flexiblen Bildschirme langsam, aber sicher auf den Weg in den Massenmarkt machen. Nebenbei gibt es aber auch eine Vielzahl anderer interessanter Neuigkeiten – hier eine kleine Zusammenfassung.

  1. Erstes SUV: Seat Ateca vorgestellt

    Seat

    Bei Volkswagen rechnet man auch weiterhin mit guten Geschäften im SUV-Segment. Doch mehr Mut täte dem ersten SUV von Seat gut. Der Ateca wirkt für ein brandneues Auto allzu vertraut. Die Strategie könnte trotzdem aufgehen

  2. Carolo-Cup 2016: Modellfahrzeuge zeigen autonomes Fahrkönnen

    Carolo-Cup 2016

    In der Stadthalle Braunschweig ist der 9. Carolo-Cup für autonome Modellfahrzeuge ausgetragen worden. Gewonnen hat am Ende nicht das Team mit dem schnellsten Auto – sondern das Team mit dem zuverlässigsten Gesamtkonzept.

  3. Unterwegs im VW Passat 2.0 TDI mit 150 PS

    VW Passat

    Der aktuelle VW Passat verkauft sich als Kombi mit Dieselmotor bestens. Wir wollten wissen, was ihn so erfolgreich macht und haben ihn uns in die Redaktion geholt. Dabei zeigte er keine herausragenden Stärken, wohl aber unerwartete Schwächen

  4. GTC4 Lusso: Ferrari Grand-Tourer mit Allradantrieb und -lenkung

    Ferrari stellt mit dem GTC4 Lusso eine weitere Entwicklungsstufe seines sportlichen Grand-Tourer-Konzepts erstmals auf dem Autosalon in Genf (3. bis 13. März) vor. Der zweitürige Viersitzer bringt erstmals Allradantrieb mit Allradlenkung zusammen

Anzeige