03.06.2008 17:17

Schweizer Sunrise lagert den Betrieb von Mobilfunk- und Festnetz aus

Das zweitgrößte Schweizer Telekommunikationsunternehmen Sunrise Communications AG (ehemals TDC Switzerland) muss sparen und lagert den Betrieb des Mobilfunk- und Festnetzes an Alcatel-Lucent aus. Darüber hinaus wird der Unternehmensbereich Business Solutions – das Geschäft mit Inhouse- Kommunikationseinrichtungen wie Telefonzentralen – an die Münchner Industrieholding Aurelius verkauft. Mit dem Schritt wolle Sunrise die Fokussierung auf Kerndienstleistungen konsequent weiterführen.

Trotz der Auslagerung würden Schlüsselaufgaben wie Netzplanung und Kundenbetreuung allerdings weiterhin von Sunrise vorgenommen, betonte die Tochter des dänischen Telecomkonzerns TDC. Die Netzinfrastruktur inklusive aller Telekommunikationssysteme bleibe vollständig im Besitz von Sunrise. Mit der Auslagerung von Bau, Betrieb und Wartung des Netzes folge Sunrise dem europäischen Branchentrend, teilt das Unternehmen am heutigen Dienstag mit. Auch Orange, ein weiteres in der Schweiz ansässiges TK-Unternehmen, hat diesen Schritt bereits vollzogen und Netzausbau und -wartung seit Anfang 2008 ebenfalls an Alcatel-Lucent abgetreten.

Betroffen von den Maßnahmen sind insgesamt 520 Angestellte von Sunrise, dass sich somit von einem guten Viertel seiner Belegschaft trennt. Die Gewerkschaft Kommunikation ist über das Ausmaß der anstehenden Restrukturierung sehr beunruhigt, teilt sie mit und fordert "Garantien für dauerhaft sichere Arbeitsplätze und für qualitativ gute Arbeitsbedingungen". Zu diesem Zweck sollen unverzüglich Verhandlungen mit Alcatel-Lucent und Aurelius aufgenommen werden. Es gebe aber keine Kündigungen, betonte Sunrise. 290 Mitarbeiter werden bei gleichbleibenden Bedingungen während der folgenden 12 Monate bei Alcatel-Lucent weiterbeschäftigt, 230 Mitarbeiter sollen zu Aurelius wechseln. (Tom Sperlich) / (Tom Sperlich) / (vbr)

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