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Tom Sperlich 108

Schweizer Personalausweis bekommt Biometrie-Chip

Auch Schweizer Personalausweise – dort Identitätskarte genannt – werden künftig mit einem Biometrie-Chip versehen. Nach dem Schengen-Abkommen ist auch die Schweiz verpflichtet, bis 2010 biometrische Pässe einzuführen, bei denen Fingerabdrücke und Gesichtsbild auf einem Chip abgelegt werden. Zusätzlich zum Pass sollen jetzt auch die Personalausweise der Schweizer Bürgerinnen und Bürger mit einem solchen Chip versehen werden. Das hat der Schweizer Nationalrat heute in der zweiten Runde seiner Beratungen zum Thema beschlossen.

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In der Frühjahrssession hatte der Nationalrat zunächst einstimmig beschlossen, dass neben den biometrischen Reisedokumenten weiterhin auch die bisherigen nicht-biometrischen Identitätskarten ohne Chip bezogen und bei der Wohnsitzgemeinde bestellt werden dürfen. Der die zweite Kammer des Schweizer Parlaments, der Ständerat, hatte sich hingegen für die Integration des Biometrie-Chips ausgesprochen. Daher musste sich der Nationalrat erneut mit dem Thema befassen. In der Vorberatung hatte sich die Nationalratskommission (mit 13 zu 7 Stimmen) aus Kostengründen ebenfalls für eine einheitliche Lösung neu auszugebender Identitätskarten ausgesprochen.

In seiner heutigen Sitzung folgte der Nationalrat mit 117 zu 67 Stimmen der Empfehlung der Kommission und dem Ständerat. Die neuen Identitätskarten sollen demnach weiterhin im Kreditkartenformat ausgegeben werden und auch dem Preisniveau der herkömmlichen Identitätskarte entsprechen. Aus dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) heißt es, die Gebühren für die Ausstellung der neuen biometrische Pässe und Reisedokumente sollen "familienfreundlich" sein. So soll der neue Pass für Erwachsene 140 Franken (rund 86,50 Euro), in Kombination mit der Identitätskarte 148 Franken und für Kinder 60 Franken (Kombination 68 Franken) kosten.

Zum ePass, dem neuen elektronischen Personalausweis und den Auseinandersetzungen um Ausweise mit digitalisierten biometrischen Merkmalen siehe den Online-Artikel in c't – Hintergrund:

(Tom Sperlich) / (vbr)

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