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Sammelklage wegen Apples "Locationgate"

Die "Locationgate"-Affäre zieht weitere Kreise: Nachdem sich über Ostern Datenschützer aus Deutschland, Italien und Frankreich und mittlerweile auch Südkorea kritisch zu dem Vorfall geäußert haben, wächst nun auch der Druck auf Apple in den USA, endlich Stellung zur bislang unerklärten Dauerspeicherung von Ortsdaten in iPhone und iPad 3G zu beziehen. Wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg meldet, reichten Vikram Ajjampur, ein iPhone-User aus Florida, und William Devito, iPad-Besitzer aus New York bei einem Bundesgericht in Tampa eine Sammelklage gegen Apple ein. Sie verlangten von dem zuständigen Richter, Apple das Sammeln von Daten zu untersagen. Klägeranwalt Aaron Mayer sagte, seine Mandanten wollten nicht hinnehmen, dass Apple seine Nutzer "quasi überall verfolge". "Wenn man ein US-Marshall ist, benötigt man für so etwas eine richterliche Genehmigung. Apple macht das ohne."

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Druck kommt mittlerweile auch aus der US-Politik. Lisa Madigan, Attorney General von Illinois, schrieb Apple und Google einen Brief, sich doch bitte persönlich zu der Speicherung von Ortsdaten zu äußern. "Ich will wissen, welche Daten Sie erfassen", schreibt Madigan in ihrer Einladung zur Stellungnahme. Zuvor hatten schon der US-Senator Al Franken und der US-Abgeordnete Ed Markey Apple aufgefordert, Stellung zu nehmen. Mittlerweile wurden sowohl Apple als auch Google zu einem Hearing am 10. Mai eingeladen, das vor einem Justiz-Unterausschuss des Senats stattfinden soll.

Von Apple selbst fehlt zur "Locationgate"-Affäre nach wie vor jeglicher Kommentar. Allerdings soll Firmenchef Steve Jobs sich laut einem Bericht von MacRumors gegenüber einem Kunden geäußert haben. Auf die Frage, warum iPhones die Nutzer "tracken", Android-Geräte aber nicht, antwortete Jobs wie üblich kurz angebunden, auch Google speichere Ortsdaten. "Wir tracken [dagegen] niemanden. Die Informationen, die zirkulieren, sind falsch." Ob die Jobs-E-Mail echt ist, lässt sich nicht sagen, allerdings ist bekannt, dass der Apple-Chef Kundenanfragen in unregelmäßigen Abständen beantwortet, selbst wenn die PR-Abteilung des Computerkonzerns offiziell schweigt.

Viele Fragen gibt es nach wie vor über die Art der Ortsdatensammlung, die Apple in einer Datei namens "consolidated.db" vornimmt. So ist unklar, wie genau die Informationen sind und ob sie nicht vor allem dem Anlegen einer Geodatenbank dienen, über die Nutzern später eine verbesserte Navigationsfunktion zur Verfügung gestellt werden soll. Tatsächlich hatte sich Apple bereits im vergangenen Jahr gegenüber zwei US-Abgeordneten entsprechend geäußert. Warum die unverschlüsselt angelegte Datenbank nicht regelmäßig geleert wird, erklärt dies allerdings nicht. Blogger John Gruber, der Apple-seitig als gut vernetzt gilt, äußerte die Theorie, es handele sich schlicht um eine Nachlässigkeit. "Ich wette, dies wird im nächsten iOS-Update behoben."

Das Wall Street Journal führte unterdessen eine Untersuchung durch, ob "consolidated.db" auch dann beschrieben wird, wenn die ortsbasierten Dienste in iOS vom Nutzer abgeschaltet wurden. Das Ergebnis: Auch dann noch finden sich neue Einträge in der Datenbank. Ein Kurztest durch Mac & i konnte dies allerdings zunächst nicht nachvollziehen; jedoch ist nach wie vor nicht bekannt, wann konkret das Schreiben neuer Daten in "consolidated.db" ausgelöst wird. (bsc)

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