Logo von heise online

Suche
14

SAP/Sybase: die Vision vom kabellosen Unternehmen

Europas größtes Softwareunternehmen SAP hat sich zum ersten Mal nach Abschluss der Sybase-Übernahme zur gemeinsamen strategischen Ausrichtung geäußert. Es wurde bestätigt, dass der Datenbankspezialist ein unabhängiges Unternehmen bleibt. In einer zeitgleich in Frankfurt am Main und Boston veranstalteten sowie über Livestream ausgestrahlten Presseveranstaltung sahen die beiden SAP-CEOs, Bill McDermott und Jim Hageman Snabe, die Übernahme von Sybase als Ausdruck des "signifikanten Wandels in der Branche".

Anzeige

Sie sehen den Grund darin, dass sich SAP durch den Sybase-Zukauf als das einziges Unternehmen positioniere, das eine Suite für Unternehmenssoftware und Business-Intelligence-Anwendungen auf sämtlichen Endgeräten anbieten könne. Dahinter stecke die Idee von kabellosen Unternehmen, was den Anforderungen von Kunden nach einem unmittelbaren Nonstop-Zugang zu Geschäftsanwendungen nachkomme. McDermott betonte, dass Sybase auch durch seine starke Position in China sehr wichtig für das SAP-Geschäft sei, ganz zu schweigen davon, dass nahezu die gesamte Wall Street auf Sybase-Produkte setze.

Eine weitere zentrale Botschaft der Strategiesitzung war, dass die beiden Unternehmen beabsichtigen, innerhalb der nächsten neun Monate ihre Techniken (NetWeaver Mobile, BusinessObjects Mobile, Sybase Unwired Platform) zusammenzuführen, um eine neue mobile Plattform zu schaffen, die auf den wichtigsten mobilen Betriebssystemen laufen und damit einhergehende Endgeräte unterstützen soll. Mit ihr werden Anwender mobile Applikationen entwickeln können, die komplementär zu bestehender SAP-Software wie Business Suite und dem neuen Business ByDesign ist.

In SAPs Botschaften zu präferierten Produkten durften in jüngster Zeit nicht die sogenannten In-Memory-Techniken fehlen, so auch dieses Mal. Geplant ist, diese in allen Datenmanagement-Angeboten von SAP und Sybase zu integrieren. Anwender sollen dadurch Zugriff auf Daten nahezu in Echtzeit erhalten. Mit In-Memory Computing einhergehende Datenbankkonzepte sind nicht neu, Sybase ist beispielsweise mit solchen Ideen schon in den 1990ern an den Markt gegangen. Bei SAP findet sich das Konzept bereits in der Business-Intelligence-Technik BusinessObjects Explorer umgesetzt.

Schließlich wollen SAP und Sybase ein ambitioniertes Produktportfolio für Enterprise Information Management (EIM) vorstellen. SAPs Business Suite und vor allem die BusinessObjects-Produkte werden auf Sybases Datenmanagement-Server abgestimmt und zertifiziert. Dadurch erhalten SAP-Kunden eine größere Auswahl an Datenbankplattformen für ihre Anwendungen. (ane)

14 Kommentare

Themen:

  1. Microsoft und SAP vertiefen Zusammenarbeit

    Microsoft und SAP bauen ihre langjährige Partnerschaft in den Bereichen Cloud, Interoperabilität und Mobiles aus und kündigen einige Neuerungen an.

  2. SAP Mobile Platform als Grundgerüst für attraktive Unternehmens-Apps

    Der Softwarekonzern bündelt in der SAP Mobile Platform 3.0 bewährte und neue Ressourcen zum Entwickeln mobiler Anwendungen. Zentrale Bausteine sind hier die Unterstützung des OData-Protokolls und die Nutzung von Apache Cordova.

  3. SAP setzt für neue Business Suite S/4HANA voll auf die In-Memory-Plattform HANA

    SAP Hana

    Große Worte fand SAP-Chef Bill McDermott für die neue Ausgabe der Business Suite S/4 HANA. Ob er die Versprechen einhalten kann, muss sich jedoch erst erweisen. Denn viele Fragen bleiben offen.

  1. Wann kommen die ersten SAP-Läden?

    SAP-Gruender_und_Chefaufseher_Hasso_Plattner

    Der stationäre Handel ist ein Modell von gestern? Von wegen! Dieser Ansicht scheint zumindest SAP-Gründer und Chefaufseher Hasso Plattner zu sein. Seine Aufforderung, SAP brauche Shops in den Metropolen dieser Welt, sorgte jedenfalls innerhalb und außerhalb des Softwarekonzerns für Erstaunen und Rätselraten.

  2. Dies und das – Neues vom Smartphone

    BlackBerry wird – wieder einmal – als Übernahmekandidat gehandelt. Die mobile Denkfabrik zeigt Ihnen, was sonst so passiert ist.

  3. Sicherheit: Mängel beim Umgang mit mobilen Geräten

    Die meisten Unternehmen reagieren beim Thema Sicherheit sehr sensibel. Umso erstaunlicher ist der sorglose Umgang mit mobilen Geräten am Arbeitsplatz.

  1. Großgezogen

    Skodas Superb, das ist viel Platz und Alltagsnutzen bei einem kaum zu schlagenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Was den Platz angeht, ist der Superb Combi davon noch eine Steigerung. Mehr Volumen bietet in seiner Klasse niemand. Eine Probefahrt mit dem 150-PS-Diesel

  2. Streben nach Image

    Kia

    Nach nur fünf Jahren präsentiert Kia einen neuen Sorento. Eine erste Probefahrt zeigt, dass Kia gegenüber dem Vorgänger ein noch bessere Auto gelungen ist. Doch für den Erfolg in Europa fehlt noch immer ein Kriterium

  3. McLarens Every-Day-Car

    Im neuen McLaren 570 S

    Zum Festival of Speed im britischen Goodwood gehören auch Neuvorstellungen mit dynamischer Premiere. Zum ersten Mal in Aktion zu erleben war auch der neue Einstiegs-Sportler im Hause McLaren 570 S. Eine Probefahrt mit Chef-Test-Pilot Chris Goodwin

  4. Mini baut um

    Mini will sich für neue Ideen und Geschäftsfelder öffnen

    Mit dem sechstürigen Clubman beginnt für Mini ein neues Zeitalter. Mehr Nutzert und weniger Lifestyle sollen BMWs Marke größere Kundenkreise erschließen. Drei Modelle fallen raus, was kommt, könnte tatsächlich mal "mini" werden. Jedenfalls nach heutigen Maßstäben.

Anzeige