Logo von heise online

Suche
Volker Briegleb 94

RIM fürchtet Einbußen

Die Sorgen für den Blackberry-Hersteller RIM nehmen kein Ende: Nicht nur, dass das Apple iPhone und die Android-Smartphones immer mehr Fans finden. Nun greifen auch noch diejenigen Kunden, die weiterhin zu den Blackberrys stehen, vermehrt zu den billigeren Modellen. An denen verdient RIM weniger als an den teuren Geräten.

Anzeige

Für das erste Geschäftsquartal, das noch bis Ende Mai läuft, fürchtet RIM deshalb, dass der Gewinn leidet. Das teilte das kanadische Unternehmen am Donnerstag mit (PDF-Datei). Erschwerend hinzu kommen Kosten für die Entwicklung und Vermarktung der immer beliebter werdenden Tablet-Computer sowie die Unwägbarkeiten bei der Versorgung mit Bauteilen nach der Katastrophe in Japan.

[Update: Die Börsianer waren vor den Kopf gestoßen. Die Aktie fiel nachbörslich um fast 10 Prozent. Dabei hatte RIM im Schlussquartal des vergangenen Geschäftsjahres (Ende Februar) recht gut abgeschnitten: Der Umsatz stieg um 36 Prozent auf knapp 5,6 Milliarden US-Dollar (3,96 Milliarden Euro); der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31,5 Prozent auf unterm Strich 934 Millionen US-Dollar.]

RIM wird wie die Konkurrenz vom Boom der Smartphones beflügelt. Das Unternehmen verkaufte niemals mehr der multifunktionalen Handys; alleine im Schlussquartal waren es 14,9 Millionen Stück. Doch die Rivalen wachsen noch schneller und drohen, RIM auf die Dauer an die Wand zu spielen.

Nach Verkaufszahlen des Marktforschers IDC hatte Apple mit seinem iPhone die Blackberrys von RIM zum Ende des Kalenderjahres überholt. Der Marktanteil des iPhone lag bei 16,1 Prozent; die früher besonders bei Geschäftsleuten beliebten Blackberrys kamen nur noch auf 14,5 Prozent. Viele Kunden griffen auch zu Handys mit dem Android-Betriebssystem von Google.

RIM sei exzellent aufgestellt, um von der starken Nachfrage nach mobilen Geräten zu profitieren, sagte Co-Chef Jim Balsillie unverdrossen. RIM war einer der Pioniere der Technik, hatte aber den Trend zu Touchscreens verschlafen. Zudem war das alte Betriebssystem der Handys nur bedingt multimediatauglich. Zuletzt brauchte RIM eine halbe Ewigkeit, um ein Konkurrenzgerät zum Tablet-Computer Apple iPad zu entwickeln.

Mit dem Verkauf des Playbook beginnt RIM am 19. April in Nordamerika. Apple hat die zweite Version seines iPad bereits auf dem US-Markt und bringt das Gerät nun auch hierzulande auf den Markt. Wann das Playbook in Deutschland angeboten wird, ist noch unklar. Zuletzt war von Juni die Rede. (dpa) / (vbr)

94 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. iPhone lässt Apples Gewinne sprudeln

    Apple-Logo

    Das iPhone ist weiterhin Apples Cash-Cow. Zur Apple Watch nennt der Konzern dagegen keine genauen Zahlen. Die Erwartungen an der Börse waren noch höher: Der Aktienkurs gibt nach.

  2. Blackberry hält trotz roter Zahlen noch an Smartphones fest

    Blackberry

    Der Pionier besetzt auf dem Smartphone-Markt nur noch eine Nische. CEO Chen setzt auf neue Geschäfte mit Software – und will die Handy-Sparte retten. Die Bilanz: Rot.

  3. Weltweiter Smartphone-Markt wächst um 15 Prozent

    Weltweiter Smartphone-Markt wächst um 15 Prozent

    Samsung ist nach wie vor der weltgrößte Smartphone-Anbieter – doch dahinter sind chinesische Hersteller auf Aufholjagd. Bei den Betriebssystemen sehen Marktforscher unterdessen keinen Landgewinn für Windows.

  4. Apple liefert erneut Rekordzahlen – iPhone 6s läuft gut

    Apple

    11,1 Milliarden US-Dollar Gewinn schrieb Apple im letzten Quartal. Gut verkauften sich iPhones, aber auch Macs. Zur Apple Watch sagt der Konzern weiterhin nichts.

  1. Ein alter Hut namens Apple Pay

    Warum bitte das Geschrei? Apples viel gehypter neuer Bezahldienst hinkt zehn Jahre hinter der japanischen Realität hinterher.

  2. Apple ist 40

    40 Jahre Apple

    Am 1. April wurde die Apple Inc. aus der Kleinstadt Cupertino in Kalifornien vier Jahrzehnte alt. Stephen G. Wozniak, Steven P. Jobs und Ronald G. Wayne unterzeichneten vor 40 Jahren die Gründungsurkunde. Was hat sich seitdem getan? Viel!

  3. Dies und das – Neues im Mobilmarkt

    Es ist wieder an der Zeit für die allwöchentliche Sammlung interessanter und/oder lesenswerter Meldungen für Handcomputerentwickler.

  1. Auf dem Muscle Bike Victory Octane

    Zweirad

    „American Muscle” nennt der US-Hersteller Victory sein sportlichstes Modell, die Octane. Wir haben die durchtrainierte Maschine bereits im März vorgestellt, nun folgt der Fahrbericht

  2. Kaufberatung: Objektive

    Kaufberatung: Objektive

    Wer sich eine Spiegelreflex- oder spiegellose Systemkamera zulegt, steht sogleich auch vor der Frage, welches oder welche Objektive er sich dazu anschaffen soll. Die Auswahl ist riesig, lässt sich aber mit ein paar Tipps leicht eingrenzen.

  3. KTM 390 Duke Langstreckentest

    KTM 390 Duke Langstreckentest

    Die kleine KTM 390 Duke hält sich seit ihrem Erscheinen 2013 erfolgreich unter den beliebtesten Bikes. Letztes Jahr war sie sogar die meistverkaufte KTM. Was macht das einzylindrige Naked Bike so beliebt? Wir haben die österreichisch-indische Koproduktion einem Langzeit-Test unterzogen

  4. Erpressungstrojaner und Mac-Malware: Schützen statt zahlen

    An der Tastatur

    Bislang konnten sich Mac-Nutzer relativ sicher fühlen. Inzwischen kursierte aber die erste Ransomware im Netz, die auch OS X infiziert. Sie verschlüsselt Daten und erpresst Lösegeld vom Anwender. Mac & i zeigt, wie Sie sich generell vor Malware schützen können und nennt die Hintergründe.

Anzeige