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Nvidias Tegra 3: Schneller, schöner, sparsamer


Auf dem Tegra-3-Die sind die insgesamt 5 CPU-Kerne klar erkennbar. Vergrößern
Bild: Nvidia
Das bisher mit dem Codenamen "Kal-El" bezeichnete Einchipsystem (System-on-Chip/SoC) von Nvidia wird als Tegra 3 auf den Markt kommen. Das teilte der Chiphersteller am Dienstag im Rahmen einer Telefonkonferenz mit. Der Kombiprozessor besteht aus vier Cortex-A9-Kernen, einem Stromsparkern (Companion Core) für einfache Aufgaben sowie einer Grafikeinheit mit insgesamt 12 Shader-Rechenkernen.

Der Companion Core ist laut Nvidia für das Betriebssystem nicht sichtbar und kommt bei eher anspruchslosen Aufgaben wie der Wiedergabe von Liedern oder Videos und auch im Standby zum Einsatz. Er läuft dabei je nach Last zwischen 0 und 500 MHz. Dann schalten sich die vier leistungsfähigen Cortex-A9-Kerne ab. Letztere laufen unter Last mit einer Taktfrequenz von bis zu 1,3 GHz (2 oder 4 Kerne) beziehungsweise 1,4 GHz (1 aktiver Kern). Die Gesamt-Performance aller vier Prozessorkerne vergleicht Nvidia mit der Leistung eines Core 2 Duo T7200 und bezieht sich dabei auf den Benchmark Coremark, der vorwiegend die Integer-Leistung von Prozessoren weitgehend unabhängig von der Speicheranbindung bewertet.

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Die Tegra-3-Nachfolger heißen Wayne, Logan und Stark. Vergrößern
Bild: Nvidia
Bis zu dreimal schneller als beim Tegra 2 (Tegra 250) sei die Grafikeinheit namens ULP GeForce (Ultra Low Power GeForce), sagte Nvidias Marketing-Direktor Matt Wuebbling. Die Tegra-3-GPU weist nun 12 statt 8 programmierbare Shader-Rechenkerne auf und nutzt sonst die gleiche Architektur wie der Vorgänger. Die vier zusätzlichen Cores sind alle für Pixel-Shader-Berechnungen gedacht, sodass die Anzahl der Vertex-Shaderkerne wie beim Tegra 2 bei vier bleibt.

Durch die höhere Grafikleistung wird es bei einigen, speziell angepassten Spielen schönere Effekte auf Tegra-3-Tablets und Smartphones zu sehen geben, etwa bei "Shadowgun", "Sprinkle" oder "Riptide". Laut Nvidia sind derzeit über 15 Tegra-3-Spiele in Entwicklung. Der ULP GeForce unterstützt Auflösungen von bis zu 1920×1200 Bildpunkten, 3D-Stereoskopie und beschleunigt über seinen Treiber auch WebGL-Anwendungen. Für CUDA-Berechnungen ist er aufgrund seiner Architektur nicht geeignet. Nvidia demonstrierte bereits im Mai die Tegra-3-Grafikleistung anhand einer Techdemo.


Sprinkle zeigt auf Tegra-3-Systemen bessere Wassereffekte und Rauch. Vergrößern
Bild: Nvidia
Wuebbling erklärte weiter, dass der Tegra 3 bis zu fünfmal schneller arbeiten soll als sein Vorgänger, aber weniger Strom verbrauche, was die Akkubetriebszeit von Mobilgeräten verlängere. Der unter dem Codenamen Wayne entwickelte Nachfolger des Tegra 3 soll sogar bis zu zehnmal schneller arbeiten als Tegra 2.

Nvidias Aussagen zur Tegra-3-Leistung sollte man allerdings mit Vorsicht genießen. Bereits zum Mobile World Congress 2011 im Februar in Barcelona hatte sich der Hersteller vor der Fachpresse blamiert: Nvidia hatte eine fünfmal so hohe Leistung im Vergleich zum Dual-Core-SoC Tegra 2 in Aussicht gestelltt, dabei aber die doppelte Rechenleistung des Vierkern-SoCs mit der behaupteten dreifachen Grafikleistung schlicht addiert.


Glowball zeigt auf dem Tegra-3-Tablet Asus Transformer Prime eine beeindruckende Grafikqualität. Das Level besteht aus zwei Millionen Dreiecken.

Das erste Tablet mit Tegra-3-Chip soll das Asus Eee Pad Transformer Prime sein, dessen für Dienstag geplante Markteinführung allerdings kurzfristig verschoben wurde. Ob andere Tegra-3-Geräte in diesem Jahr auf den Markt kommen werden, ließ Wuebbling offen; erste Smartphones werden im ersten Quartal des Jahres 2012 erwartet. (mfi)

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