Logo von heise online

Suche
10

Nokia mit kräftigem Gewinnanstieg und leichtem Umsatzrückgang

Ein "exzellentes Quartal" nennt Nokia das abgeschlossene vierte Quartal 2003: Der weltgrößte Handy-Hersteller hat das vergangene Jahr mit einem satten Gewinnanstieg bei leicht gesunkenen Umsätzen abgeschlossen. Im vierten Quartal verdiente Nokia 1,17 Milliarden Euro, ein Plus von zwölf Prozent im Jahresvergleich. Der Umsatz schrumpfte dagegen leicht um ein Prozent auf 8,79 Milliarden Euro; bei konstanten Wechselkursen wären die Umsätze nach Nokia-Angaben allerdings um acht Prozent gestiegen. Im Gesamtjahr stieg der Gewinn um neun Prozent auf 5,34 Milliarden Euro, während die Erlöse wegen der Eurostärke um zwei Prozent auf 29,4 Milliarden Euro sanken.

Die Sparte Mobile Phones konnte im vierten Quartal im Jahresvergleich ihre Verkäufe um vier Prozent auf sieben Milliarden Euro steigern; ohne Wechselkursschwankungen hätte der Zuwachs 15 Prozent betragen. Der operative Gewinn der Handy-Sparte lag bei 1,7 Milliarden Euro. Die Abteilung Networks für Mobilfunk-Infrastruktur habe die Erwartungen übertroffen, meinte der Konzern; der Umsatz lag bei 1,7 Milliarden Euro. Das bedeutet allerdings ein Minus von 18 Prozent. Immerhin fiel bei der Sparte ein operativer Gewinn von 41 Millionen Euro an, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 82 Millionen Euro in der Bilanz verzeichnet wurde.

Nokia verkaufte im vierten Quartal alleine 55,3 Millionen Geräte, ein Plus von 20 Prozent. Nach Angaben des Konzerns entspricht dies einem Marktanteil von 38 Prozent; Marktforscher hatten die Finnen zuletzt bei einem Anteil von 34,2 Prozent im dritten Quartal 2003 gesehen. Im Gesamtjahr 2003 hat Nokia 179,3 Millionen Handys verkauft, ein Plus von 18 Prozent. Insgesamt seien die verkauften Stückzahlen der Handy-Branche im Jahr 2003 um 16 Prozent auf rund 471 Millionen Geräte angestiegen.

Das Jahr habe wieder einen Rekord gebracht sowohl für Nokia wie für die gesamte Branche, freute sich Konzernchef Jorma Ollila. "Zum Ende des Jahres zeigten sich auf dem Infrastruktur-Markt ermutigende Zeichen der Erholung. Die Mobilfunkbetreiber erhöhten ihre Investments und der Markt stabilisierte sich", gab sich Ollila zudem zuversichtlich. Zudem zeige sich bei Nokias Handy-Verkäufen ein Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises, da zunehmend hochwertigere Geräte von den Kunden bevorzugt würden. Immerhin die Hälfte aller verkauften Nokia-Handys seien mit Farbbildschirmen ausgestattet gewesen, betonte Ollila. Und das Wachstum in sich entwickelnden Märkten wie Indien, Brasilien und Russland sei sehr hoch gewesen. Optimismus verbreitete Ollila auch bei UMTS, dem im Jahr 2004 der "vollständige kommerzielle Durchbruch" bevorstehe.

Das Ergebnis von Nokia sorgte an der Börse in Frankfurt allerdings für einiges Durcheinander: Nach Bekanntwerden der Zahlen sackte der Kurs erst einmal auf 15,70 ab (der Schlusskurs vom Vortag betrug 16,44 Euro). Zwischenzeitlich stieg die Aktie dann sogar auf 16,61 Euro und lag am frühen Nachmittag bei 16,50 Euro, ein Plus von 0,67 Prozent gegenüber dem Schlusskurs.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Nokia in Euro

Quartal Umsatz Nettogewinn
1/00 6,5 Mrd. 0,91 Mrd.
2/00 7 Mrd. 0,98 Mrd.
3/00 7,58 Mrd. 0,92 Mrd.
4/00 9,28 Mrd. 1,21 Mrd.
1/01 8 Mrd. 1,05 Mrd.
2/01 7,35 Mrd. 0,83 Mrd.
3/01 7 Mrd. 0,76 Mrd.
4/01 8,79 Mrd. 1,15 Mrd.
1/02 7 Mrd. 0,92 Mrd.
2/02 6,94 Mrd. 0,90 Mrd.
3/02 7,2 Mrd. 0,88 Mrd.
4/02 8,8 Mrd. 1,24 Mrd.
1/03 6,7 Mrd. 0,97 Mrd.
2/03 7,02 Mrd. 0,66 Mrd.
3/03 6,9 Mrd. 0,86 Mrd.
4/03 8,79 Mrd. 1,17 Mrd.
Anzeige

10 Kommentare

  1. MWC 2013: Nokia, oder was war eigentlich das Alleinstellungsmerkmal?

    Auch wenn die Verkaufszahlen im Smartphonebereich darauf nicht hindeuten, wäre es unseriös, einen Bericht über den MWC zu verfassen und dabei nicht auf den dank des Elop-Effekts marginalisierten ehemaligen Marktführer einzugehen.

Anzeige