Logo von heise online

Suche
116

Microsofts Überall-Touchscreen

Die echte Welt als Touchscreen nutzen – das ist das Ziel des OmniTouch-Projekts von Microsoft Research und der Carnegie Mellon University. Der OmniTouch-Prototyp, den die Forscher auf der UIST-Konferenz im kalifornischen Santa Barbara zeigen, besteht aus einer Tiefensensor-Kamera und einem Mini-Laserprojektor. Der Benutzer trägt die Beamer-Kamera-Kombination auf der Schulter und kann damit nicht nur auf beliebige Flächen projizieren, sondern mit diesen auch per Finger interagieren. Das von drei Laserdioden erzeugte Licht wird direkt von einem oszillierenden Spiegel auf die Projektionsfläche gelenkt. Scharfstellen muss man das projizierte Bild nicht – auch nicht auf gekrümmten Oberflächen, da die Laserprojektion immer scharf ist.

Anzeige

Die Kamera stammt – genau wie Microsofts populäre Kinect – von PrimeSense. Doch während die Kinect den ganzen Körper erfasst, beschränkt sich die OmniTouch-Kamera auf Hände und vor allem Finger. Besonders schwierig sei die Erfassung von "Klicks" gewesen, berichten die Wissenschaftler. Letztendlich kommt nun eine Tiefenkarte zum Einsatz, um den Abstand des Fingers von der Oberfläche zu erfassen. Noch sind die Forscher unzufrieden mit der Größe des OmniTouch-Prototyps. Künftige Geräte sollen nur streichholzschachtelgroß sein, sodass man sie beispielsweise wie einen Schmuckanhänger um den Hals tragen kann.

Mit PocketTouch stellt Microsoft Research noch ein weiteres Touchscreen-Projekt auf der UIST-Konferenz vor. Die Idee: Der Benutzer soll sein Smartphone blind bedienen können – obwohl es in der Hosentasche steckt. Möglich macht es ein kapazitiver Sensor auf der Rückseite des Telefons, der sich durch Textilien hindurch nutzen lässt. Durch Multitouch-Gesten soll der Benutzer sogar Text eingeben können, ohne das Telefon vorher aus der Tasche zu ziehen. (jkj)

116 Kommentare

Themen:

  1. Microsoft will Handy-Displays unter Fingern abdunkeln

    Microsoft Research

    Microsoft Research untersucht derzeit unter dem Namen FingerShadow Methoden, OLED-Displays lokal zu dimmen, um Akkuleistung zu sparen.

  2. Force Feedback für Kinect und Co.

    Ultrahaptics will Gestensteuerungssysteme realistischer machen. Der Trick: Gezielte Ultraschallwellen.

  3. Microsoft: Visual Studio Community ersetzt Express-Editionen

    Microsoft connect();: Visual Studio Community ersetzt Express-Editionen

    Microsoft bietet zukünftig für Open-Source-Entwickler und kleine Teams eine neue kostenfreie Variante seiner Entwicklungsumgebung, die funktional der Professional Edition ähnelt.

  1. "Das Rennen ist noch nicht gelaufen"

    "Das Rennen ist noch nicht gelaufen"

    Microsofts neuer Forschungschef spricht im TR-Interview über die Mobilstrategie des Softwareriesen.

  2. Veränderung fühlen

    Trotz vieler ausgereifter Techniken in der Computergrafik – weitergeforscht wird immer. Einige der auf der SIGGRAPH in Hongkong vorgestellten neuen Techniken und Algorithmen lassen sich sogar unmittelbar nutzen.

  3. Was morgen in der Zeitung steht

    Was morgen in der Zeitung steht

    Ein amerikanisch-israelisches Forschungsteam hat eine Software entwickelt, die aus Medienberichten erstaunlich gute Prognosen über künftige Epidemien und andere Ereignisse erstellen kann.

  1. Mozilla will HTTP ausrangieren

    Illustration Cyberkriminalität

    In einem Blog-Eintrag hat Mozilla angekündigt, unsicheres HTTP in Zukunft nicht mehr unterstützen zu wollen. Neue Firefox-Features sollen dann nur noch Seiten zugänglich gemacht werden, die per HTTPS verschlüsselt übertragen wurden.

  2. Know-how Farben (Teil 1): Das bewirken Farbprofile

    Know-how: Das bewirken Farbprofile (Teil 1)

    RGB-Bilder brauchen Farbprofile, wenn sie „farbrichtig“ angezeigt oder ausgedruckt werden sollen. Doch was sind und wie wirken solche Profile eigentlich? Diese und andere Fragen beantworten wir in einer kleinen Artikelserie, und machen dabei auch ab und zu einen Abstecher vom Farb- in den Weltraum.

  3. Französische Geheimdienste können mit deutlich mehr Befugnissen rechnen

    Französische Geheimdienste können mit deutlich mehr Befugnissen rechnen

    Der Gesetzentwurf, mit dem die Lizenz französischer Spione zur Massenüberwachung ausgeweitet werden soll, dürfte die Nationalversammlung problemlos passieren. Es gibt im Parlament nur wenige Kritiker.

  4. Bilder der Woche (KW3)

    Bilder der Woche (KW3)

    Die kalte Jahreszeit hat überraschend viele gute Fotogelegenheiten zu bieten. Bei den Fotografen der Woche stechen in diesem Sinne zwei winterliche Porträts heraus. Ein Stillleben mit fünf Birnen stimuliert zudem die Fantasie der Betrachter.

Anzeige