Logo von heise online

Suche
206

Mac OS X speichert Klartext-Passwort neben verschlüsselten Daten

Wer von älteren Mac-OS-Versionen auf das aktuelle Lion (10.7.3) umgestiegen ist und weiterhin die alte FileVault-Verschlüsselung der Vorgängersysteme nutzt, hat unter Umständen ein Problem: Offenbar haben die Apple-Entwickler mit dem Update auf 10.7.3 im Februar dieses Jahres eine Debug-Option aktiviert, die dafür sorgt, dass die Klartext-Passwörter von FileVault-Nutzern beim Mounten der verschlüsselten Ordner in einer Log-Datei landen. Dies berichtet der Sicherheitsexperte David I. Emery auf einer Security-Mailingliste.

Anzeige

Der Antivirenspezialist Sophos weist darauf hin, dass es nur Anwender betrifft, die ein Upgrade von Snow Leopard auf Lion durchgeführt haben; das mit Lion eingeführte und standardmäßig aktive FileVault 2 ist nach bisherigem Kenntnisstand nicht betroffen.

Auf die Log-Datei, die mehrere Wochen erhalten bleibt, haben zwar eigentlich nur Admins Zugriff. Wer das System jedoch im Firewire-Disk-Mode als Festplatte an einem anderen Rechner ausliest oder die Superuser-Shell der Recovery-Partition nutzt, kann die Log-Datei problemlos auslesen. Laut Emery enthalten unverschlüsselte TimeMachine-Backups neben dem FileVault-Container auch die ungeschützten Passwörter.

Einem Nutzer des Apple-Supportforum ist dieses Problem bereits im Februar dieses Jahres aufgefallen, allerdings wurde er nicht erhört: Seine Supportanfrage wurde bis vor kurzem weder von Apple noch von anderen Nutzern des Forums kommentiert.

Schützen kann man sich, indem man auf FileVault 2 migriert. Das Setzen eines Firmware-Passwort schützt hingegen nicht vollständig: Zwar wird dadurch ein weiteres Passwort abgefragt, bevor man das System booten oder im Firewire-Disk-Mode betreiben kann, allerdings kennt laut Emery zumindest Apple einen Weg, dies zu umgehen.


Hinter dem roten Balken befindet sich das Nutzerpasswort im Klartext. Vergrößern
Update: Offenbar sind auch Nutzer betroffen, die ihr Benutzerverzeichnis von einer Netzwerkfreigabe mounten. Dies geht sowohl aus einem Beitrag im Novell-Forum als auch aus der ursprünglichen Fehlerbeschreibung im Apple-Supportforum hervor. Demnach befindet sich der Fehler im HomeDirMounter, der sowohl das Einhängen der FileVault-Verzeichnisse als auch der Nuterverzeichnisse auf AFP-Freigaben übernimmt. In der Beta von 10.7.4 tritt dieses Problem laut einem Anwenderbericht nicht mehr auf, sodass man davon ausgehen kann, dass Apple den Fehler bereits behoben hat.

Die entsprechende Log-Datei findet man in beiden Fällen unter /var/log/secure.log. Unklar ist derzeit noch, wo sich die Passwörter in den unverschlüsselten TimeMachine-Backups befinden sollen; die entsprechende Log-Datei wird von TimeMachine anscheinend nicht mitgesichert.

Update 2: heise Security konnte das Problem inzwischen nachvollziehen. Bei der Anmeldung an einem AFP-Server wird das Klartext-Passwort lokal im System Log gespeichert. (rei)

206 Kommentare

Themen:

  1. Skype: Keine Unterstützung mehr für Mac OS X 10.5.8 und älter

    Hersteller

    Künftig muss man mindestens einen Intel-Mac mit OS X 10.6 haben, um den Kommunikationsdienst zu nutzen. Die Microsoft-Tochter hatte dies bereits angedroht.

  2. Yosemite: Recovery-Update kollidiert mit Firmware-Passwort

    Yosemite: Recovery-Update kollidiert mit Firmware-Passwort

    Nutzer mit Firmware-Passwort werden nach Installation des Wiederherstellungs-Updates 1.0 unter Umständen von einem blinkenden Fragezeichen begrüßt – um den Mac wieder ordnungsgemäß zu starten, ist ein Abstecher in den Recovery-Modus erforderlich.

  3. Apple gibt OS X 10.9.5 frei

    Screenshot via MacRumors

    Nach iOS 8 hat Apple in der Nacht zum Donnerstag auch seine vermutlich letzte Version von OS X Mavericks zum Download bereitgestellt. Das Update behebt Fehler und fixt Sicherheitslücken. Auch eine Security-Aktualisierung für den Vorgänger steht bereit.

  1. Meinung: Andauernder Murks in Mac OS X

    Meinung: Murks in Mac OS X

    Das Betriebssystem von Apple soll, so sagt es die Legende, besonders stabil und zuverlässig sein. Dafür kostet ein Mac auch etwas mehr. Umso schlimmer ist es, dass Apple schwere Bugs in Mac OS X seit Jahren nicht in den Griff bekommt.

  2. Lions Full Disk Encryption analysiert

    Forscher dokumentieren erstmals Apples proprietäre Komplettverschlüsselung FileVault 2 und untersuchen sie auf mögliche Schwachstellen. Als Nebenprodukt haben sie frei verfügbare Tools entwickelt.

  3. Kernel-Log: Neue Werkzeuge

    Die Werkzeugsammlung Util-Linux wurde um resizepart erweitert, ein nützliches Tool zum Umpartitionieren. Die X.org-Grafiktreiber erhielten Verbesserungen für Hybridgrafik. Die Erweiterungen zur Unterstützung von UEFI Secure Boot reifen heran.

  1. Jailbreak für iOS 8.4 verfügbar

    Jailbreak für iOS 8.4 verfügbar

    Mit jedem iOS-Update müssen gejailbreakte iPhones und iPad erneut freigeschaltet werden. Ein geeignetes Jailbreak-Tool stand dieses Mal besonders schnell bereit. Offenbar hat es Apple versäumt, bekannte Sicherheitslücken zu schließen.

  2. Mini baut um

    Mini will sich für neue Ideen und Geschäftsfelder öffnen

    Mit dem sechstürigen Clubman beginnt für Mini ein neues Zeitalter. Mehr Nutzert und weniger Lifestyle sollen BMWs Marke größere Kundenkreise erschließen. Drei Modelle fallen raus, was kommt, könnte tatsächlich mal "mini" werden. Jedenfalls nach heutigen Maßstäben.

  3. Großgezogen

    Skodas Superb, das ist viel Platz und Alltagsnutzen bei einem kaum zu schlagenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Was den Platz angeht, ist der Superb Combi davon noch eine Steigerung. Mehr Volumen bietet in seiner Klasse niemand. Eine Probefahrt mit dem 150-PS-Diesel

  4. Ausnahmezustand

    Die Mille Miglia 2015

    Selten kommen sich Menschen, historische Architektur und klassische Autos so nah wie auf der Mille Miglia. Außerhalb der mittelalterlich geprägten Städte begeistern bukolische Landschaften. Kaum zu glauben, aber sogar auf dieser Veranstaltung machen es einige Gaskranke den Veranstaltern schwer

Anzeige