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Inspektion deckt Missstände bei Apple-Auftragshersteller Foxconn auf

Die von Apple selbst initiierte Inspektion seines wichtigsten Auftragsfertigers Foxconn durch die Fair Labor Association (FLA) hat zahlreiche Missstände aufgedeckt. Zu den mehr als 50 Problembereichen zählen laut dem Bericht der Arbeitsschutzorganisation zu lange Arbeitszeiten und mangelhafte Sicherheits- und Gesundheitsschutzbedingungen. Foxconn habe zugesagt, die Mängel zu beheben, hieß es von der FLA. Das Unternehmen produziert in seinen riesigen chinesischen Werken unter anderem iPhones, iPads und Macs. Neben Apple sind aber auch Unternehmen wie Hewlett-Packard, Dell, Microsoft, Sony oder Intel wichtige Kunden von Foxconn.

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Die FLA untersuchte drei Foxconn-Fabriken und befragte dabei über 35 000 Arbeiter. In allen drei Werken sei die FLA-Obergrenze von 60 Arbeitsstunden pro Woche überschritten worden, ebenso wie die in China maximal erlaubte 40-stündige Arbeitswoche plus bis zu 36 Überstunden im Monat. Mehr noch: In heißen Produktionsphasen habe sogar die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit pro Kopf über 60 Stunden gelegen. Foxconn habe zugesagt, die Arbeitszeiten bis Juli 2013 auf das Niveau der gesetzlichen Vorgaben zu bringen.

Ein Problem ist allerdings, dass viele Foxconn-Beschäftigte selber länger arbeiten wollen, um mehr Geld zu verdienen. Foxconn versprach deswegen laut FLA, die entgangenen Arbeitsstunden auszugleichen. Zudem sollen erheblich mehr Mitarbeiter eingestellt werden, es würden dafür zusätzliche Wohn- und Kantinenkapazitäten aufgebaut.


Tim Cook bei einem Besuch einer Foxconn-Fabrik in dieser Woche. Vergrößern
Bild: Apple

"Apple und Foxconn haben sich mit unseren Empfehlungen einverstanden erklärt. Wir werden die Fortschritte prüfen und öffentlich berichten", sagte FLA-Chef Auret van Heerden. Die zugesagten Veränderungen würden das Leben der 1,2 Millionen Foxconn-Beschäftigten erheblich verbessern und einen neuen Standard für chinesische Fabriken setzen, betonte er.

Apple war Anfang des Jahres als erstes Unternehmen der Elektronikbranche der FLA beigetreten, die unabhängige Inspektionen von Fabriken unternimmt. Außerdem führt der US-Konzern seit mehreren Jahren eigene Kontrollen bei Zulieferern durch, die ebenfalls viele Mängel aufdeckten, darunter einzelne Fälle der Beschäftigung Minderjähriger. Die Arbeitsbedingungen bei Foxconn waren immer wieder scharf kritisiert worden.

Fast zwei Drittel der Foxconn-Arbeiter (64 Prozent) sagten in der FLA-Umfrage, sie könnten mit dem Gehalt nicht ihre Grundbedürfnisse finanzieren. Dabei gelten die Einkommen bei Foxconn bereits als überdurchschnittlich in China, was die Jobs sehr begehrt macht. Die FLA werde die Lebenshaltungskosten in den Städten Shenzhen und Chengdu untersuchen, um zu prüfen, ob die Gehälter ausreichend seien.

Außerdem sei die Vergütung von ungeplanten Überstunden teilweise unfair geregelt, weil nur abgeschlossene 30-Minuten-Blöcke vergütet würden, erklärte die Organisation. Wer nach diesen Bestimmungen 28 Minuten arbeite bekomme gar keine Überstunden bezahlt, bei 58 Minuten gebe es nur zusätzliches Geld für eine halbe Stunde.

Mehr als 43 Prozent erklärten, dass sie Zwischenfälle selbst erlebt oder beobachtet hätten. In dieser Zahl wurden diverse Probleme – von Handverletzungen bis hin zu Unfällen mit Fabrikfahrzeugen – zusammengefasst. Bei Foxconn seien bisher nur Zwischenfälle registriert worden, die zu einer Unterbrechung der Produktion führten. Das werde sich ab sofort ändern, sagte die FLA: Jetzt soll jede Verletzung notiert werden. Zugleich bescheinigte die FLA Foxconn Fortschritte bei der Prävention von Aluminiumstaub-Explosionen. Im vergangenen Jahr waren bei zwei solcher Detonationen in der iPad-Produktion 4 Menschen getötet und 77 verletzt worden. Die FLA soll neben Foxconn auch weitere Apple-Zulieferer wie Quanta oder Pegatron untersuchen.

Apple-Chef Tim Cook hatte diese Woche auf seiner China-Reise auch ein iPhone-Werk von Foxconn besucht. Cook kennt die Fabriken gut: Er war lange für das Tagesgeschäft zuständig und hatte auch die Zuliefererkette neu aufgebaut. Neben Apple gehören auch bekannte Anbieter wie Amazon, Dell, Nintendo, Hewlett-Packard, Samsung, IBM, Lenovo, Motorola, Sony und Toshiba zu den Foxconn-Kunden. (mit Material von dpa) / (bsc)

352 Kommentare

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