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Gerald Himmelein 37

Indien überholt USA als Hauptspammer

"Guten Tag. Wir kennen uns zwar nicht persönlich, aber mein Name ist Gerald Himmelein. Weil Ihr PayPal-Konto von MasterCard gesperrt wurde, möchte ich Ihnen einen Geschäftsvorschlag unterbreiten. Wenn Sie mir zehn Ihrer TAN-Nummern zusenden, vermittele ich Ihnen willige und reich beerbte Single-Redakteurinnen …" Und so könnte es weitergehen – wäre dies eine Spam-Nachricht, wie sie immer noch massenweise in Mail-Postfächer geschwemmt wird. Einige sind stümperhaft gefälscht und in haarsträubendem "Deutsch" geschrieben, andere sind kaum als Fälschung zu erkennen oder geradezu poetisch formuliert.

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Das Sicherheitsunternehmen Sophos stellt jedes Quartal eine Hitparade auf, aus welchen Nationen die meisten Spam-Mails kommen. Diese Parade der Müll-Mailer nennt Sophos das "Dirty Dozen". Im Zeitraum von Januar bis März 2012 löst Indien den bisherigen Tabellenführer ab: Mittlerweile stammt fast jede zehnte Spam-Nachricht aus Indien. Die USA, in der Liste bisher immer der Top-Spammer, sind mit 8,3 Prozent aber immer noch gut im Rennen. Auf den dritten Platz kommt Südkorea mit 5,7 Prozent des Spam-Aufkommens. Indonesien und Russland teilen sich mit je 5 Prozent den vierten Platz, gefolgt von Italien, Brasilien, Polen, Pakistan, Vietnam, Taiwan und Peru. Insgesamt sind die von Sophos ermittelten Top Twelve für 58,3 Prozent des weltweiten Spams verantwortlich.

Zu den Ergebnissen ist anzumerken, dass die meisten Spam-Mails von Botnetzen versandt werden, die sich aus per Malware gekaperten Heimcomputern zusammensetzen. Insofern verwundert es auch wenig, dass einwohnerreiche Länder wie Indien und USA an der Spitze liegen. China taucht in den Dirty-Dozen-Berichten überhaupt nicht auf – ein Senior Security Advisor von Sophos mutmaßt, dies liege wohl an den dortigen Einschränkungen zum Zugriff auf Mail-Server.

Insgesamt sei das Volumen an Spam-Mail deutlich zurückgegangen, merkt der Bericht an. Dies sei allerdings primär darauf zurückzuführen, dass Spammer auf neue Distributionskanäle zurückgreifen, etwa Social Networks oder Blog-Links. Der Anteil des Marketing-Spams nehme ab, wohingegen gezielte Versuche zum Ausspähen personenbezogener Daten zunehmen. (ghi)

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