Logo von heise online

Suche
Jürgen Kuri 51

Hewlett-Packard plant angeblich Abbau von bis zu 30.000 Jobs

Der weltgrößte PC-Hersteller Hewlett-Packard erwägt laut US-Medienberichten den Abbau von bis zu 30.000 Arbeitsplätzen. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg sprach von 25.000 Jobs, laut dem Wall-Street-Journal-Blog All Things Digital sind es sogar rund 5000 mehr. Ziel sei, die Kosten zu senken und das Geschäft an die schwächelnde PC-Nachfrage anzupassen. HP hat derzeit 320.000 Mitarbeiter.

Anzeige

Von den betroffenen Arbeitsplätzen sollen laut Bloomberg 10.000 bis 15.000 in der Sparte Unternehmensdienstleistung abgebaut werden. All Things Digital berichtete, die Zahlen sei noch nicht endgültig. HP-Chefin Meg Whitman wolle die Umbaupläne kommenden Mittwoch vorstellen. Die Stellenstreichungen sollen demnach über einen längeren Zeitraum gestreckt werden, möglicherweise ein Jahr oder mehr. Einem Teil der Mitarbeiter solle ein freiwilliges Ausscheiden vorgeschlagen werden, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Whitman hatte erst im März die Einbindung des schwächelnden Druckergeschäfts in die PC-Sparte angekündigt. Damit entsteht ein neuer Super-Bereich mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 65 Milliarden Dollar. Damals machte HP keine Angaben zu einem möglichen Stellenabbau, sondern sprach nur von "Möglichkeiten für Kostensenkungen".

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern nach Wochen der Unsicherheit den radikalen Plan des damaligen deutschen Konzernchefs Léo Apotheker verworfen, den PC-Bereich abzuspalten. Die Idee, auf das deutlich renditestärkere Geschäft mit Software und Dienstleistungen zu setzen und dafür jährlich 40 Milliarden Dollar Umsatz abzuspalten, war an der Börse schlecht angekommen. Als der Aktienkurs dahinschmolz, musste Apotheker gehen. Die frühere Ebay-Chefin Whitman machte den Plan schließlich rückgängig. Zugleich versprach sie eigene Veränderungen, um HP wendiger zu machen.

HP macht allerdings der schwache PC-Markt zu schaffen – das Geschäft mit klassischen Personal Computern wächst kaum, während der Absatz der Smartphones und Tablets boomt. In diesem Markt ist Hewlett-Packard aber gar nicht mehr vertreten, während Rivalen wie Apple oder Samsung das Rennen machen: Apotheker stellte das wenig erfolgreiche Geschäft mit Geräten mit dem Palm-Betriebssystem webOS im vergangenen Sommer ein. Zudem ist die weltgrößte Druckersparte von HP nicht mehr die verlässliche Geldmaschine von einst. (dpa) / (jk)

51 Kommentare

Themen:

  1. Hewlett-Packard soll sich aufspalten

    Meg Whitman

    Hewlett-Packard will sich in zwei Unternehmen teilen, eines für das Geschäft mit PCs und Druckern, das andere für Dienstleistungen und Hardware für große Unternehmen. Das meldet das Wall Street Journal.

  2. Hewlett-Packard zieht bei WebOS-Geräten den Stecker

    Anfang nächsten Jahres schaltet HP die Cloud-Dienste für WebOS-Geräte ab. Damit werden Pres und Touchpads zwar nicht sofort funktionsunfähig, aber zentraler Dienste beraubt. So endet ein Kapitel Technikgeschichte.

  3. Überraschender Umsatzanstieg von HP lässt Aktionäre kalt

    HP hat den Aufbruch ins mobile Zeitalter verpennt und muss nacharbeiten. Die Geschäfte mit klassischen PCs und Notebooks laufen zwar runder als gedacht, die Börse überzeugt das aber nicht.

  1. HP: Ist das Tal der Tränen endlich durchschritten?

    HP-Chefin Meg Whitman

    Die gerade veröffentlichen Geschäftsergebnisse zeigen: HP ist noch immer eine Baustelle. Aber es gibt Grund zum Optimismus. Meinen zumindest Investoren und kaufen wieder HP-Aktie. Der Kurs steigt. Ganz anders dagegen IBM: Hier kursiert der Aktienkurs nahe am 52-Wochentief. Dennoch ist IBM an der Börse fast viermal so viel Wert wie HP.

  2. "Wagniskapitalist" Léo Apotheker: mit der Sammelbüchse durch London

    Als HP-Chef war Léo Apotheker für einen milliardenschweren Firmenfehlkauf verantwortlich. Das hindert ihn heute aber nicht daran, bei kapitalkräftigen Investoren anzuklopfen, um Geld für Firmenbeteiligungen einzusammeln. Wenn das Wort "Wagniskapital“ eine Bedeutung hat, dann hier.

  3. Dell: Eine ähnlich große Baustelle wie HP

    Von HP zu Dell: Klaus Rumsauer

    Während Firmengründer Michael Dell darum kämpft, sein Unternehmen von der Börse nehmen zu können, muss der Hersteller in Deutschland verlorenes Terrain zurückgewinnen. Eine maßgebliche Rolle sollen dabei ein ehemaliger HP- sowie ein neuer Channel-Manager spielen.

  1. The Swarm: Manntragender Multikopter mit 54 Rotoren

    The Swarm: Manntragender Multikopter mit 54 Rotoren

    Wer die Motoren und Rotoren von neun Hexakoptern kombiniert, bringt mit Hobbytechnik sogar Leute in die Luft. Eine Konstruktion aus Großbritannien tritt auf YouTube den Beweis an.

  2. Amazon Prime Instant Video: Offline-Modus auch für iOS und Android

    Amazon Prime Instant Video: Offline-Modus auch für iOS und Android

    Amazon erweitert die Download-Option seines Video-on-Demand-Dienstes über die Grenzen seiner eigenen Mobilgeräte hinaus, sodass Android- und iOS-Nutzer ausgewählte Inhalte herunterladen können, um sie ohne Internet-Zugang anzuschauen.

  3. IFA 2015: AVM zeigt neue DECT-Telefone, WLAN-Sticks und Fernschalter

    IFA 2015: DECT-Telefone, WLAN-Sticks und Fernschalter von AVM

    Abgesehen von schon länger angekündigten Produkten zeigt AVM bei seinem Messeheimspiel auch Neuigkeiten: ein DECT-Telefon, einen WLAN-Stick und einen DECT-Fernschalter.

  4. Fate Customs

    Zweirad

    Der Umbau von alten Motorrädern zu Unikaten, dargestellt anhand der aufstrebenden Firma "Fate Customs". Dahinter steckt ein junger Mann, dessen handwerkliche Fähigkeiten und Kreativität atemberaubende Projekte entstehen lassen

Anzeige