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Google führt Dienste trotz Datenschutzbedenken zusammen

Trotz massiver Proteste hat Google am heutigen Donnerstag seine umstrittene neue Datenschutzerklärung weltweit in Kraft gesetzt. Der Internet-Riese vereinheitlicht damit die Richtlinien für mehr als 60 einzelne Dienste und wertet gleichzeitig die Nutzerdaten aller Produkte gesammelt aus. Mit der Einführung der neuen Regeln setzte sich das Unternehmen über Bedenken von Datenschützern und Politikern in Europa und den USA hinweg, die Zweifel an der Rechtmäßigkeit geäußert hatten.

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Google hatte erklärt, mit der Zusammenführung der Daten die "Nutzung unserer Produkte noch unkomplizierter und intuitiver" machen zu wollen, zum Beispiel über eine verbesserte personalisierte Suche. Zudem könne man so passendere Werbung anzeigen, welche das Kerngeschäft des Unternehmens ausmacht. Der bekannteste Google-Dienst ist die Suchmaschine, doch das Unternehmen bietet Dutzende anderer Produkte an, darunter GMail/Googlemail, die Büro-Software Docs, den Kartendienst Google Maps, das Videoportal YouTube, das Soziale Netzwerk Google+ und nicht zuletzt das Smartphone-Betriebssystem Android.

Vor allem die Verknüpfung personenbezogener Nutzerdaten aus verschiedenen Diensten stößt auf Bedenken. Eine Untersuchung der französischen Datenschutzkommission (CNIL) im Auftrag ihrer europäischen Kollegen war zu dem Ergebnis gekommen, dass die neuen Regeln gegen europäisches Recht verstoßen. Peter Schaar, oberster Datenschützer in Deutschland, hatte am Google jüngst aufgefordert, die Umstellung bis zur Klärung aller Zweifel auszusetzen.

Auch in den USA steht die Umstellung unter scharfer Beobachtung. Der Kongress hat Google zur Beantwortung eines Fragenkatalogs aufgefordert. Die Generalstaatsanwälte (Attorneys General) Dutzender Bundesstaaten hatten in einem Brief das Unternehmen Ende Februar "starke Bedenken" geäußert und ein Treffen mit dem Google-Management verlangt. Nutzer hätten keine angemessene Möglichkeit, die Datensammlung zu stoppen, heißt es in den Schreiben. Zudem sei es fast unmöglich, sich den Google-Diensten zu entziehen – nicht zuletzt weil das Betriebssystem Android bei den Smartphones einen Marktanteil von fast 50 Prozent habe.

Google hält den Protesten entgegen, dass das Unternehmen den Nutzern Kontrolle und Transparenz gewähre. So könne man mit dem Programm Dashboard die gesammelten Informationen überprüfen und die Datenschutzeinstellungen der Dienste ändern.

In einem Gastkommentar für futurezone.at schreibt Googles Datenschutzbeauftragte Alma Whitten: "Unser grundsätzliches Bekenntnis zum Datenschutz ändert sich nicht. Durch die Vereinfachung unserer Regeln sammeln wir keinerlei neue Informationen. Wir ändern auch nicht Ihre persönlichen Datenschutz-Einstellungen. Und wir werden Ihre persönlichen Informationen auch weiterhin nicht an Werbetreibende verkaufen. Wir wollen lediglich jene Informationen, die Sie uns schon bisher anvertraut haben, nutzen, um Ihre Nutzerfahrung zu verbessern." Google-Nutzer müssten sich auch weiterhin nicht bei Diensten wie der Suche, Google Maps oder YouTube anmelden. Unterdessen rät der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) den Bürgern, dem Internet-Giganten nicht alle ihre Daten und Internet-Aktivitäten preiszugeben. Es gebe auch andere Suchmaschinen, soziale Netzwerke oder Speicherdienste für Fotos, die nicht zu Google gehören. (mit Material von dpa) / (ssu)

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