Logo von heise online

Suche
Stefan Krempl 52

Google droht hohe Geldstrafe wegen Cookie-Betrug

Die Federal Trade Commission (FTC) erwägt, Google wegen Umgehens der Sperre von Drittanbieter-Cookies in Apples Browser Safari zu einer Strafzahlung in Höhe von über 10 Millionen US-Dollar zu verdonnern. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf eine vertrauliche Quelle. Die US-Handelsaufsicht verhandelt demnach momentan über Sanktionen in dem Fall. Ein Google-Sprecher versicherte nur allgemein, dass man mit Behörden natürlich kooperiere und sich um die Beantwortung auftauchender Fragen bemühe.

Anzeige

Apple blockt in Safari im Gegensatz zu anderen Browserherstellern standardmäßig Cookies von Dritten, etwa von Werbenetzwerken. Dies soll ein Ausspähen der Nutzerspuren im Web erschweren. Einer Seite, auf der ein Anwender ein Formular in einem Werbebanner ausfüllt, erlaubte es Apple aber anfangs, einen Cookie zu setzen. Google versteckte in Folge ein unsichtbares Formular in einem +1-Button und täuschte dem Browser so einen Nutzerzugriff darauf vor. So konnte der Konzern aus dem kalifornischen Mountain View die umstrittenen Browserdateien Usern auf die Festplatte krümeln.

Die FTC wirft Google vor, Verbraucher getäuscht und Auflagen einer bereits vor über einem Jahr getroffenen Vereinbarung aus dem vergangenen Jahr im Zusammenhang mit dem Buzz-Fauxpas verletzt zu haben. Ein solcher Verstoß kann mit einer Buße in Höhe von bis zu 16.000 US-Dollar pro Tag geahndet werden. Die Kontrollbehörde ist derzeit allgemein bemüht, Datenschutzbestimmungen im Internet stärker durchzusetzen. Beobachter gehen daher davon aus, dass an dem Suchmaschinenprimus ein Exempel statuiert werden könne.

Ihre bislang höchste Strafe wegen einer Datenschutzverletzung verhängte die FTC 2006 gegen die Auskunftei ChoicePoint, der Informationen über mehr als 163.000 Konsumenten abhanden gekommen waren. Die Firma einigte sich damals in einem zivilrechtlichen Vergleich darauf, 10 Millionen US-Dollar an den Staat und 5 Millionen Dollar Schadensersatz an die Betroffenen zu zahlen.

Parallel zur FTC untersucht auch die französische Datenschutzbehörde CNIL federführend für die EU Googles Cookie-Vergehen im Zusammenhang mit der laufenden Prüfung der neuen "Privacy"-Bestimmungen der Kalifornier. In einer ersten Stellungnahme sind die Franzoschen schon zu dem Schluss gekommen, dass die neuen Regeln gegen europäisches Recht verstoßen. Das weitere Vorgehen steckt die CNIL derzeit im Rahmen einer vertieften Begutachtung der Datenschutzzusicherungen Googles ab. (jk)

52 Kommentare

Themen:

  1. Britische Safari-Nutzer können Google wegen Cookie-Betrug verklagen

    Britische Safari-Nutzer können Google wegen Cookie-Betrug verklagen

    Das britische Berufungsgericht hat entschieden, dass Google mit dem Umgehen von Datenschutzeinstellungen in Apples Browser Safari einen Schaden zugefügt hat, der Betroffenen den Klageweg eröffnet.

  2. Apple erhöht Lobbydruck in Washington

    Tim Cook

    Der iPhone-Hersteller hat einem Medienbericht zufolge seine Mannschaft in der US-Hauptstadt verstärkt. Firmenchef Cook stattete im Dezember zudem wichtigen Politikern einen persönlichen Besuch ab.

  3. Apple vs Samsung: Geschmacksmuster für iPhone-Design ungültig

    Geschmacksmuster für iPhone-Design

    Das US-Patentamt hat Apple den Patentschutz für ein iPhone-Design entzogen, das Grundlage des Millionenurteils gegen Samsung war. Jetzt sind die Koreaner am Zug.

  4. US-Verbraucherschützer haben "erhebliche Bedenken" gegen Apple Music

    Apple Keynote - Apple Music

    Consumer Watchdog hat das US-Justizministerium sowie die Handelskommission dazu aufgefordert, Apples Marktmacht beim Eintritt in das Musik-Streaming-Geschäft einzuschränken. Auch ein US-Senator fordert eine Untersuchung.

  1. Wie eine zur Stadt zur Google Fiber City wird

    Kevin Igo

    Glasfaseranschlüsse direkt von Google sind schnell, günstig und heiß begehrt. Was US-Städte tun müssen, um die schnellen Internetanschlüsse zu bekommen, hat c't in Phoenix, Arizona, eruiert. Es offenbaren sich Mühen mit der US-Heimatsicherheit sowie bauliche Nachteile für jüngere US-Städte.

  2. Hyundai und Kia: Strafe für falsche Verbrauchsangaben

    Hyundai und Kia: Strafe für falscher Verbrauchsangaben

    Hyundai und Kia müssen wegen falscher Verbrauchsangaben 100 Millionen Dollar (derzeit umgerechnet rund 80 Millionen Euro) Strafe zahlen. Die US-Umweltbehörde EPA hatte 2012 bei Tests herausgefunden, dass einzelne Modelle beider Autobauer mehr Sprit verbrauchen als versprochen wurde

  3. Die Woche: Ambitioniert gescheitert

    32 Millionen US-Dollar wollte Canonical binnen eines Monats einwerben, um die Fertigung des Super-Smartphones Ubuntu Edge zu finanzieren. Am Ende bekam man mit der größten Crowdfunding-Initiative aller Zeiten nicht einmal die Hälfte davon zusammen. Trotzdem ein Erfolg.

  1. Nahe am Trialsportgerät, aber straßenzulassungsfähig: die Montesa 4RIDE

    Honda bringt mit der Montesa 4RIDE eine Maschine nahe am Trialsportgerät, die aber straßenzulassungsfähig ist. Das Ganze ist kein Fake, vielmehr stammt sie direkt von der Trialmaschine Cota 4RT260 ab, nahm aber ein paar Enduro-Anleihen

  2. Alpina B7 Biturbo: Vor der Basis

    Alpina

    Der neue Alpina B7 Biturbo kommt vor dem ähnlich kräftigen BMW 760Li auf den Markt, setzt aber andere Akzente. Schon die Maschine unterscheidet sich: Alpina setzt auf einen Achtzylinder, BMW baut einen Zwölfzylinder ein

  3. Praxistest mit dem BMW i3 und Range Extender

    Der BMW i3 ist ein Elektroauto mit echtem Range Extender. Wenn der Strom der Batterien zu Ende geht, lädt ein Stromaggregat an Bord die Batterien nach, angetrieben wird das Auto aber immer vom Elektromotor. Im Grunde eine feine Sache

  4. Elektroautos: BYD-Fenecon startet den Verkauf des e6

    Elektroautos, alternative Antriebe

    Der chinesische Hersteller BYD (Build Your Dreams) verkauft ein erstes Elektrofahrzeug nun auch nach Deutschland und Österreich. Das Modell ist der für Gewerbe- und Flotteneinsatz optimierte Crossover BYD e6 mit einer kostengünstigen Eisenphosphat-Batterie

Anzeige