Logo von heise online

Suche
52

Google droht hohe Geldstrafe wegen Cookie-Betrug

Die Federal Trade Commission (FTC) erwägt, Google wegen Umgehens der Sperre von Drittanbieter-Cookies in Apples Browser Safari zu einer Strafzahlung in Höhe von über 10 Millionen US-Dollar zu verdonnern. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf eine vertrauliche Quelle. Die US-Handelsaufsicht verhandelt demnach momentan über Sanktionen in dem Fall. Ein Google-Sprecher versicherte nur allgemein, dass man mit Behörden natürlich kooperiere und sich um die Beantwortung auftauchender Fragen bemühe.

Anzeige

Apple blockt in Safari im Gegensatz zu anderen Browserherstellern standardmäßig Cookies von Dritten, etwa von Werbenetzwerken. Dies soll ein Ausspähen der Nutzerspuren im Web erschweren. Einer Seite, auf der ein Anwender ein Formular in einem Werbebanner ausfüllt, erlaubte es Apple aber anfangs, einen Cookie zu setzen. Google versteckte in Folge ein unsichtbares Formular in einem +1-Button und täuschte dem Browser so einen Nutzerzugriff darauf vor. So konnte der Konzern aus dem kalifornischen Mountain View die umstrittenen Browserdateien Usern auf die Festplatte krümeln.

Die FTC wirft Google vor, Verbraucher getäuscht und Auflagen einer bereits vor über einem Jahr getroffenen Vereinbarung aus dem vergangenen Jahr im Zusammenhang mit dem Buzz-Fauxpas verletzt zu haben. Ein solcher Verstoß kann mit einer Buße in Höhe von bis zu 16.000 US-Dollar pro Tag geahndet werden. Die Kontrollbehörde ist derzeit allgemein bemüht, Datenschutzbestimmungen im Internet stärker durchzusetzen. Beobachter gehen daher davon aus, dass an dem Suchmaschinenprimus ein Exempel statuiert werden könne.

Ihre bislang höchste Strafe wegen einer Datenschutzverletzung verhängte die FTC 2006 gegen die Auskunftei ChoicePoint, der Informationen über mehr als 163.000 Konsumenten abhanden gekommen waren. Die Firma einigte sich damals in einem zivilrechtlichen Vergleich darauf, 10 Millionen US-Dollar an den Staat und 5 Millionen Dollar Schadensersatz an die Betroffenen zu zahlen.

Parallel zur FTC untersucht auch die französische Datenschutzbehörde CNIL federführend für die EU Googles Cookie-Vergehen im Zusammenhang mit der laufenden Prüfung der neuen "Privacy"-Bestimmungen der Kalifornier. In einer ersten Stellungnahme sind die Franzoschen schon zu dem Schluss gekommen, dass die neuen Regeln gegen europäisches Recht verstoßen. Das weitere Vorgehen steckt die CNIL derzeit im Rahmen einer vertieften Begutachtung der Datenschutzzusicherungen Googles ab. (Stefan Krempl) / (jk)

52 Kommentare

Themen:

  1. Britische Safari-Nutzer können Google wegen Cookie-Betrug verklagen

    Britische Safari-Nutzer können Google wegen Cookie-Betrug verklagen

    Das britische Berufungsgericht hat entschieden, dass Google mit dem Umgehen von Datenschutzeinstellungen in Apples Browser Safari einen Schaden zugefügt hat, der Betroffenen den Klageweg eröffnet.

  2. In-App-Verkäufe: Apples Hausjurist verpetzt Google

    Apples General Counsel Bruce Sewell hat einem Medienbericht zufolge eine E-Mail an die US-Handelsaufsicht geschickt, in der er auf Kinderschutz-Defizite in Googles Play Store hinweist. Apple musste für ähnliche Probleme selbst Millionen zahlen.

  3. Apple erhöht Lobbydruck in Washington

    Tim Cook

    Der iPhone-Hersteller hat einem Medienbericht zufolge seine Mannschaft in der US-Hauptstadt verstärkt. Firmenchef Cook stattete im Dezember zudem wichtigen Politikern einen persönlichen Besuch ab.

  1. Wie eine zur Stadt zur Google Fiber City wird

    Kevin Igo

    Glasfaseranschlüsse direkt von Google sind schnell, günstig und heiß begehrt. Was US-Städte tun müssen, um die schnellen Internetanschlüsse zu bekommen, hat c't in Phoenix, Arizona, eruiert. Es offenbaren sich Mühen mit der US-Heimatsicherheit sowie bauliche Nachteile für jüngere US-Städte.

  2. Hyundai und Kia: Strafe für falsche Verbrauchsangaben

    Hyundai und Kia: Strafe für falscher Verbrauchsangaben

    Hyundai und Kia müssen wegen falscher Verbrauchsangaben 100 Millionen Dollar (derzeit umgerechnet rund 80 Millionen Euro) Strafe zahlen. Die US-Umweltbehörde EPA hatte 2012 bei Tests herausgefunden, dass einzelne Modelle beider Autobauer mehr Sprit verbrauchen als versprochen wurde

  3. Prozessorgeflüster

    Intel investiert kräftig in Europa, AMD bekommt immer größere Probleme, die Branche hofft auf Windows 8 und Apple verspricht der Workstation-Gemeinde etwas ganz Großes – für später.

  1. Einsatz gezeigt: Alte Polizeiautos im Audi Museum

    Wartburg 353 W

    Die Autohersteller betreiben fast alle eigene Museen, so auch Audi in Ingolstadt. Mit der Sonderausstellung "Razzia" wollen sie bis zum 30. August nicht nur Fans der eigenen Marke anlocken, sondern auch Anhänger von Polizeiwagen

  2. Sony Music will peinlichen Vertrag mit Spotify unterdrücken

    Kopf des Vertrages

    Nachdem ein Vertrag zwischen Sony Music und Spotify veröffentlicht wurde, aktivierten beide Unternehmen ihre Anwälte. Große US-Medien berichteten daraufhin nicht oder zögerlich. The Verge nahm den Vertrag nach vier Klagedrohungen offline.

  3. Schlamm drüber: Lada Niva gegen Suzuki Jimny

    Sie beiden kleinen und preisgünstigen Offroader sind echte Originale: Wir haben den Lada Niva und den Suzuki Jimny miteinander im Gelände verglichen. Wie geländegängig sind die beiden wirklich?

  4. Strenger Ausdruck

    Skoda Fabia

    Der zweiterfolgreichste Skoda in Deutschland soll nach seiner umfassenden Modernisierung noch mehr Kunden ansprechen. Sie könnten sich sonst möglicherweise etwa einen Opel Corsa oder Hyundai i20 kaufen. Wir haben das tschechische Polo-Derivat mit dem 90 PS starken Vierzylinder-Ottomotor gefahren

Anzeige