Logo von heise online

Suche
preisvergleich_weiss

Recherche in 1.516.939 Produkten

Volker Zota 162

Gema veröffentlicht Vergütungstarif für werbefinanziertes Musik-Streaming

Die Verwertungsgesellschaft Gema hat am Montag einen neuen Vergütungstarif für Streaming-Dienste vorgelegt, die für den Nutzer kostenlos sind und etwa durch Werbung finanziert werden sollen. Den Tarifvorstellungen der Verwertungsgesellschaft zufolge sollen Anbieter solcher Dienste künftig 10,25 Prozent der durch die Musiknutzung erzielten Einnahmen an die durch die Gema vertretenen Urheber abführen. Die Verwertungsgesellschaft hatte sich erst kürzlich mit dem IT-Branchenverband Bitkom auf ein Vergütungsmodell für Online-Musikshops und bezahlte Streaming-Flatrates geeinigt.

Anzeige

Die Gema ergänzt das Tarifmodell um eine dreistufige Mindestvergütung, die abhängig vom "Interaktivitätsgrad" des jeweiligen Dienstes anfällt. Demnach werden mindestens 0,025 Cent pro abgerufenem Stream bei "niedriger" Interaktivität fällig – also etwa radioähnlichen Diensten, ohne Vorspulspul- und Auswahlfunktion. Für Dienste mit mittlerem Interaktionsgrad verlangt die Gema 0,31 Cent/Stream, bei hoher Interaktivität wie wohl im Falle von YouTube oder Spotify sind es 0,6 Cent/Stream. Sollte ein Gesamtvertrag zustandekommen, gibt es in dessen Rahmen einen Rabatt: Die Erlösbeteiligung sinkt auf in diesem Fall auf 8,2 Prozent. Pro Stream wären dann 0,02 Cent (niedrige Interaktivtät), 0,25 Cent (mittel) oder 0,48 Cent (hoch) fällig.

Der Bitkom reagierte zurückhaltend auf die Ankündigung. "Werbefinanzierte Dienste werden von unserer bisherigen Einigung mit der Gema nicht umfasst", erklärte Bitkom-Bereichsleiter Mario Rehse gegenüber dpa. Darüber hätte der Bitkom gerne weiterverhandelt. "Die einseitige Tarifveröffentlichung der Gema war aber ein Szenario, mit dem wir rechnen mussten." Jetzt prüfe der Bitkom, wie er mit den neuen Forderungen umgehe. "Jetzt wissen wir aber endlich genau, woran wir sind", sagte Steffen Holly vom Musikdienst Aupeo.

Es bleibt abzuwarten, wie weitere Dienst-Anbieter das neue Tarifmodell der Gema aufnehmen. Nicht zuletzt, weil sich die Verhandlungen beispielsweise mit der Google-Tochter YouTube schon seit Jahren hinziehen, geriet die Verwertungesellschaft in jüngster Zeit zunehmend in die Kritik der Musikbranche. Die Gema selbst sieht sich indes auf einem guten Weg: Sie macht "einen großen Schritt auf die Anbieter von unentgeltlich angebotenen Streamingdiensten zu und gewährleistet so einen Ausgleich zwischen den Anforderungen des Marktes und dem Anspruch der Urheber auf angemessene Vergütung", heißt es in der Mitteilung der Verwertungsgesellschaft. (vza)

162 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Musikrechte: YouTube einigt sich mit GEMA

    Musikrechte: YouTube einigt sich mit GEMA

    Nach langen Rechtsstreitigkeiten hat sich die deutsche Musikverwertungsgesellschaft GEMA mit YouTube über die Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte geeinigt.

  2. Google Play erster Lizenznehmer von europäischen Musikverwertern

    Gema

    Die Gema reibt sich die Hände: Google Play ist der erste Kunde der Musikverwerter-Dachmarke "International Copyright Enterprise" (ICE). Das Joint Venture einiger europäischer Musikverwerter soll die Zuordnung von privater Musiknutzung erleichtern.

  3. Urheberabgaben für Smartphones und Tablets festgelegt

    Filesharing

    Für Hersteller mobiler Geräte gelten neue Pauschalen für Urheberabgaben: 6,25 Euro pro Smartphone und 8,75 Euro pro Tablet. Darauf verständigten sich der Bitkom und die Verwertungsgesellschaften.

  4. Dank Streaming: Musikbranche mit erstem Umsatzplus seit Jahren

    Spotify

    Erstmals seit fast 20 Jahren verbucht die globale Musikindustrie wieder steigende Erlöse. Doch Ärger mit Gratis-Angeboten im Netz vergällt der Branche die Freude darüber.

  1. Kafka lässt grüßen

    Ich würde ja gerne die Lizenzen für die Musikuntermalung meiner Urlaubsvideos zahlen. Aber das ist gar nicht so einfach.

  2. GEMA ./. YouTube: Sperren statt zahlen

    OLG Hamburg: Kein Hosting - LG München: Kein Geld

  3. So finden Sie den richtigen Mobilfunktarif

    So finden Sie den richtigen Mobilfunktarif

    Kaum ein Kunde hat den für ihn optimalen Mobilfunktarif. Wer sich mit unseren Tipps durch den Tarifdschungel hangelt, kann deshalb richtig Geld sparen - und bekommt unter Umständen mehr Datendurchsatz und ein besseres Netz.

  1. Aufgepasst: Neuer Verschlüsselungstrojaner Goldeneye verbreitet sich rasant

    Aufgepasst: Neuer Verschlüsselungstrojaner Goldeneye verbreitet sich rasant

    Ein bisher unbekannter Verschlüsselungstrojaner tarnt sich als Bewerbungs-E-Mail und versucht, Systeme in ganz Deutschland zu verschlüsseln. Momentan wird er von vielen Virenscannern noch nicht erkannt.

  2. Kommentar: Warum das Elektroauto sich (nicht) durchsetzt

    Nissan Leaf

    Es ist wohl letztlich dem Abgas-Skandal bei Volkswagen zu verdanken, dass es eine zügige Wende bei den Antrieben geben wird. Läuft nun alles zwangsläufig auf das Elektroauto zu? Zwei Meinungen in einem Kommentar

  3. Verschlüsselung: Scotland Yard entreißt Verdächtigem iPhone

    iPhone 6 Plus

    Die iOS-Verschüsselung gilt als stark – und Apple verweigert Hintertüren. In Großbritannien kam die Polizei daher nun auf eine besondere Idee.

  4. Vorstellung: Opel Insignia

    Opel Insignia

    Opel verspricht, die zwei bekannten Hauptschwächen des bisherigen Insignia beseitigt zu haben. Nummer zwei wird deutlich leichter und soll mehr Platz bieten als sein erfolgreicher Vorgänger. Wir stellen das neue Flaggschiff der Marke vor

Anzeige