Logo von heise online

Suche
129

Französischer Provider blockiert Werbung im Router

Der französische Internetserviceprovider Free.fr bietet Nutzern seiner Freebox genannten Router-Modem-Kombination mittels Firmwareupdate die Möglichkeit, Werbung schon im Router und nicht erst im Browser zu blockieren. Das berichten Ars Technica und französische Medien. Nutzer bestätigen demnach, dass mit dem neuesten Firmwareupdate Anzeigen geblockt werden könnten.

Anzeige

Der Anbieter bezeichnet die Funktion als "beta", sie ist den Berichten zufolge jedoch als Voreinstellung aktiviert. Nutzer müssten die Funktion also deaktivieren, wenn sie die Werbeanzeigen vermissen. Der zur französischen Iliad-Gruppe gehörende Netzzugangsanbieter hatte im Juni 2012 knapp 5 Millionen Kunden und ist damit einer der drei größten Internetzugangsanbieter im Nachbarland. Mit einer äußerst aggressiven Marktstrategie hat der Anbieter in den vergangenen Jahren deutlich Marktanteile hinzugewinnen können.

Da aber derzeit längst nicht alle Anzeigen durch die Funktion blockiert werden, wird nun kräftig über die Hintergründe der Aktion spekuliert. In den kommenden Tagen wird das Ergebnis einer Untersuchung des französischen Netzregulierers ARCEP erwartet, der aufgrund einer Umfrage der Verbraucherorganisation UFC - Que Choisir im November tätig wurde. Demnach konnten viele Franzosen trotz Breitbandzugängen nicht annähernd ruckelfrei auf Videos der Google-Plattform YouTube zugreifen, insbesondere Kunden von Free hatten sich über miserable Qualität und Unbenutzbarkeit beschwert.

Ob dies an der ISP-Infrastruktur oder an einer Diskriminierung durch andere liegt, wollte ARCEP nun herausfinden. Googles Anzeigen sind Nutzerberichten zufolge nun unter den blockierten. Zudem wird spekuliert, ob Anzeigen bei Le Monde von der Blockade ausgenommen seien – immerhin ist mit Xavier Niel einer der Eigentümer der französischen Traditionszeitung zugleich zu zwei Dritteln Besitzer der Iliad-Gruppe, zu der Free gehört. (Falk Steiner) / (vbr)

129 Kommentare

Themen:

  1. Def Con 22: Millionen DSL-Router durch TR-069-Fernwartung kompromittierbar

    Von Providern gewünscht, von Router-Herstellern geliefert: Die Fernkonfiguration per TR-069 sollte eigentlich den Hotline-Aufwand der Provider senken. Nun sind Verbraucher durch eine schwache Spezifikation und lückenhafte Implementierungen massenhaft gefährdet.

    Ein IT-Sicherheitsexperte hat schwerwiegende Lücken in den Servern gefunden, über die Internetprovider die DSL-Router ihrer Kunden fernwarten. Angreifer könnten so massenhaft Router kapern und etwa manipulierte Firmware in die Geräte einspielen.

  2. Schweiz: Gratis-WLAN für UPC-Kunden

    Das Update der Router aktiviert eine zweite SSID, so dass die Wi-Free-Benutzer nicht auf das private WLAN des Besitzers zugreifen können.

    Kunden des Internet-Anbieters UPC Cablecom sollen demnächst in der ganzen Schweiz und einigen EU-Ländern kostenloses WLAN nutzen können. Router von anderen Kunden kommen als Hotspots zum Einsatz.

  3. Google: Onlinewerbung auf smarten Thermostaten und Kühlschränken

    Nest

    Wie sieht die Zukunft der Online-Reklame aus? Laut Google könnten sich die Kunden bald auf Kaufimpulse von vernetzten Thermostaten, Kühlschränken oder Auto-Armaturdisplays freuen.

  1. Online-Marketing aus Kundensicht

    Für eine neue Studie wurden B2B-Kunden nach ihren bevorzugten Informationskanälen befragt. Die Ergebnisse liefern die Antwort auf die Frage, wie Kunden am besten zu erreichen sind.

  2. Providers Freud

    Ohne erkennbaren Anlass hat die Bundesnetzagentur zu Jahresanfang die DSL-Spielregeln geändert: Provider können ihren Kunden nun Routermodelle vorschreiben. Das stellt die bisherige Praxis in Frage und steht im Widerspruch zu EU-Vorgaben.

  3. App regelt den Verkehr

    App regelt den Verkehr

    Ein deutsches Studententeam hat eine Smartphone-Software entwickelt, die Staus verhindern kann, indem sie Fahrzeuge in Echtzeit umleitet.

  1. EU-Parlament beschließt Auto-Notruf eCall

    EU-Parlament winkt Auto-Notruf eCall durch

    Mit breiter Mehrheit hat das EU-Parlament einen Verordnungsentwurf für Notrufsysteme in Kraftfahrzeuge abgesegnet. Ab Ende März 2018 müssen neue Modelle die Technik an Bord haben.

  2. Tim Cook: Apple wird Teil eines "großen Medienwandels"

    Tim Cook: Apple wird Teil eines "großen Medienwandels"

    Die Internet-Auslieferung von HBOs TV-Inhalten auf Apple-Geräten sei ein vielversprechender Anfang, erklärte der Chef des Konzerns – Apple könne Teil eines massiven Medienwandels werden.

  3. Hacker tarnen sich als Rüstungsfirma und tricksen Antiviren-Programme aus

    Cyberkriminalität

    Angreifer nutzten die Gunst der Stunde und verschickten im Zuge einer Firmenübernahme als Willkommensnachricht getarnte Phishing-Mails, um mit einer raffinierten Methode Schadcode auf die Computer von Angestellten zu schmuggeln.

  4. Höchstes schwedisches Gericht verhandelt über Haftbefehl gegen Julian Assange

    Julian Assange

    Wikileaks-Gründer Julian Assange bekommt von der schwedischen Justiz noch eine Chance, gegen seinen Haftbefehl vorzugehen. Der Oberste Gerichtshof hat die Berufung angenommen.

Anzeige