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Französischer Provider beendet Werbeblockade

Der französische Internetprovider Free.fr wird nicht wie geplant einen Werbeblocker in den Routern seiner Kunden installieren. Am Montag rückte das Unternehmen von seinen Plänen ab, die vergangene Woche für großes Aufsehen gesorgt hatten. Der Netzzugangsanbieter hatte auf seinen "Freebox" genannten Routern per Softwareupdate Werbeblocker installiert, die als Voreinstellung aktiviert waren. Die Funktion wurde anfänglich nur mit einem erläuternden Satz im Entwicklerblog für den Router dokumentiert. Nachdem die Änderung bekannt wurde, entbrannte in Frankreich eine heftige Debatte über diese Maßnahme.

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Wie die Tagezeitung Le Figaro meldet, hatte sich in den Streit um die Werbeblockade auch die französische Digitalministerin Fleur Pellerin eingeschaltet und am Montag erklärt, dass Free die umstrittene Funktion per erneutem Softwareupdate wieder entfernen werde. Das Vorgehen sei mit einem freien und offenen Internet unvereinbar, erklärte die Ministerin. Protestiert hatten die Internetanzeigenwirtschaft, aber auch Verleger und andere Anbieter von Internetplattformen, die in ihrem Geschäftsmodell auf Werbung setzen.

Während die Nutzer die Werbung kaum vermisst haben dürften, ist unter Experten strittig, ob es sich bei dem Schritt auch um einen Bruch mit der Netzneutralität handelte: Die NGO Public Knowledge etwa, die sich in den USA für neutrale Netze einsetzt, kritisierte in einem Blogpost den Schritt des französischen Internetanbieters scharf: "Internetanbieter sollten es tunlichst vermeiden, mit der Blockade von Inhalten anzufangen." Das wecke nur weitere Begehrlichkeiten.

Free hat etwa fünf Millionen Kunden in Frankreich und gehört zu den Providern, die von großen Anbietern – insbesondere mit Blick auf Google – gerne Durchleitungsentgelte nehmen würden. In Frankreich wird der Versuch der Werbeblockade vor dem Hintergrund dieses Streits betrachtet. (Falk Steiner) / (mho)

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