Logo von heise online

Suche
Reiko Kaps 120

Firefox-Plugin plaudert besuchte URLs aus

Das Firefox-Addon ShowIP sendet die URLs besuchter Webseiten unverschlüsselt an einen Webdienst namens ip2info.org, berichten Sicherheitsexperten von Sophos in einem Blogbeitrag. Dabei beschränkt sich die Browser-Erweiterung nicht nur auf den normalen Browser-Modus, sie übermittelt auch die per HTTPS aufgerufenen sowie alle im "Private Modus" angesteuerten URLs.

Anzeige

ShowIP zeigt in der Statusleiste des Browsers die IP-Adressen (IPv4/v6) der besuchten Webseite an und bietet darüber hinaus Zugriff auf Dienste wie whois und netcraft. Daher ist die Erweiterung besonders bei Netzwerkern und Entwicklern beliebt, laut Mozilla haben fast 170.000 Firefox-Nutzer das Addon installiert.

Das beschriebene Verhalten zeigen die seit dem 19. April veröffentlichten Versionen 1.3 und neuer. Während auf der Mozilla-Addon-Seite viele Nutzer vor dieser Verletzung der Privatsphäre warnen, versprach der Nutzer ShowIP Dev Team dort inzwischen für die Übertragung der Daten möglichst schnell HTTPS im Addon einzuschalten. Der Dienst ip2info.org gehört laut whois-Eintrag der Marketing- und SEO-Agentur "hats on marketing", einem Tochterunternehmen der Efamous GmbH aus Hofheim/Taunus. Das Unternehmen hat die Weiterentwicklung des Addons offenbar vom ursprünglichen Entwickler Jan Dittmer übernommen.

[Update]Mozilla ist inzwischen auf das Problem aufmerksam geworden und überprüft die Privacy-Angelegenheit: Um das Problem zu beheben, habe die Organisation den ShowIP-Entwickler kontaktiert. Die betroffenen Addon-Versionen sind derweil von der Addon-Website genommen worden, bis zum Abschluss der Überprüfung durch Mozilla stehen dort nur ältere Fassungen bereit, erklärte Mozilla gegenüber heise Netze. [/Update] (rek)

120 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Firefox testet verbesserten privaten Modus

    Firefox testet verbesserten privaten Modus

    In der aktuellen Pre-Beta des Browsers Firefox hat das Entwicklerteam eine Reihe neuer Funktionen zum Schutz der Privatsphäre integriert. Die Neuerungen betreffen vor allem die Sicherheit beim Surfen in privaten Fenstern.

  2. Firefox 40 warnt vor Malware und fehlenden Add-on-Signaturen

    Firefox 40

    Sicher ist sicher: Die neue Firefox-Version warnt vor unsignierten Add-ons sowie vor Websites, die Malware verteilen. Die Windows-10-Fassung des Web-Browsers erhielt eine leicht überarbeitete Bedienoberfläche.

  3. Webbrowser Firefox 45: Ohne Tab-Gruppen, mit verbesserter Tab-Synchronisation

    Mozilla Firefox

    Firefox 45 kommt ohne Tab-Gruppen und mit verbesserter Tab-Synchronisation. Der Videochat Hello erhielt ein neues Konzept und dient nun dem gemeinsamen Surfen und unterstützt die "Entscheidungsfindung in Echtzeit".

  4. Beta-Version von Firefox mit Tracking-Schutz

    Mozilla Firefox

    Die neue Beta-Version 42 des Mozilla-Browsers Firefox bietet im privaten Modus auch einen Tracking-Schutz.

  1. Interview mit Mark Mayo: Firefox erfindet sich neu

    Interview mit Mark Mayo: Firefox erfindet sich neu

    Zum Release von Version 42 des Browsers spricht Firefox-Chef Mark Mayo über den Tracking-Blocker, vergangene Fehlentscheidungen, iOS-Firefox und den bevorstehenden Total-Umbau durch das "Electrolysis"-Projekt.

  2. Bilderdiebe aufspüren, Urheberrechte einfordern

    Bilderdiebe aufspüren, Urheberrechte effizient einfordern

    Die unerlaubte Nutzung von Bildern ist nicht nur im Internet gang und gäbe, aber dort kommt man Bilderdieben am besten auf die Schliche. Als Fotograf kann man sich gegen Urheberrechtsverletzungen wehren, es ist jedoch nicht in jedem Fall sinnvoll. Wir zeigen, wie man seine Bilder im Internet aufspürt und wann es sich lohnt, seine Bildrechte auf juristischem Wege einzufordern.

  3. RESTful mit CoAP

    Aufruf des Arduino-basierten CoAP-Servers mit Copper-Plugin auf Firefox

    Die letzte Folge hat nachrichtenbasierte Kommunikation über das IoT-Protokoll MQTT adressiert. Als Alternative bietet sich CoAP als REST des kleinen Geräts an.

  1. Abkehr von Microsoft: Moskau setzt auf eigene Technik

    Abkehr von Microsoft: Moskau setzt auf eigene Technik

    Die Stadt Moskau wendet sich von Microsofts Outlook und Exchange Server ab und will dafür das russische Programm "MyOffice Mail" installieren. Die Stadt setzt damit ein Gesetz um, das die Nutzung landeseigener Software vorschreibt.

  2. Android-Schädling Tordow: Banking-Trojaner mutiert zum Super-Trojaner

    Android-Schädling: Banking-Trojaner mutiert zum Super-Trojaner

    Sicherheitsforscher warnen vor einer Banking-Malware, deren Funktionsumfang sämtliche Träume von Kriminellen erfüllen dürfte: Der Trojaner kann im Grunde alles mit einem infizierten Android-Geräten anstellen.

  3. "Statistisch gesehen": Windows 7 auf Desktops immer noch deutlich vor Windows 10

    "Statistisch gesehen": Windows 7 auf Desktops immer noch deutlich vor Windows 10

    Obwohl es ein Jahr lang als Gratisupgrade angeboten wurde, ist der Desktopanteil von Windows 10 weltweit immer noch klar hinter Windows 7 zurück. Das zeigt die Infografik von heise online und Statista.

  4. Blackberry will keine Smartphones mehr entwickeln

    Blackberry

    Blackberry-Chef John Chen hatte wiederholt angekündigt, er werde aus dem Hardware-Geschäft aussteigen, wenn es nicht aus den roten Zahlen kommt. Nun ist es so weit.

Anzeige