Logo von heise online

Suche
Oliver Diedrich 197

Copyright-Klage gegen Zeitzonen-Datenbank

Die unter anderem von allen Unix- und Linux-Versionen als Referenz für Zeitzoneninformationen genutzte Datenbank ist nicht mehr verfügbar. Wie das britische Nachrichtenportal The Register berichtet, wurde der FTP-Server, den die amerikanischen National Institutes of Health (NIH) betrieben haben, vom Netz genommen. Grund dafür soll eine Copyright-Klage gegen Arthur David Olson und Paul Eggert sein, die die so genannte Olson-Datenbank und den Server seit vielen Jahren pflegen.

Die bislang als Public Domain frei verfügbare tz-Datenbank enthält historische Informationen über die lokale Zeit für ausgewählte Orte der Erde (Beispiel: "Europe/Berlin"). Sie wird unter anderem von allen Unix- und Linux-Versionen sowie etlichen Websites und Java-Anwendungen verwendet. Die Zeitzonendaten sind normalerweise statisch gespeichert und werden über System-Updates aktualisiert. Linux legt die Daten im Verzeichnis /usr/share/zoneinfo ab.

Anzeige

Zeitzonen ändern sich erstaunlich oft: Der Java-Entwickler Stephen Colebourne schätzt in seinem Blog, dass es bis zu hundert Änderungen pro Jahr gibt. Bislang veröffentlichte Olson etwa im Monatstakt neue Versionen der tz-Datenbank. Mittlerweile hat Robert Elz vorübergehend ein Backup der Datenbank verfügbar gemacht.

Geklagt hat Astrolabe, Hersteller von Astrologie-Software, in Boston. Astrolabe bietet unter anderem das Programm ACS Atlas an, das aus den beiden Teilen "ACS International Atlas" und "ACS American Atlas" besteht. Mit der Software lässt sich die historische Zeit an jedem beliebigen Ort zwecks Erstellung von Horoskopen bestimmen.

Die Olson-Datenbank, so die Klage, verwende unrechtmäßig Material aus dem ACS Atlas, an dem Astrolabe das Copyright halte. Tatsächlich erwähnt ein Kommentar in der Zeitzonen-Datenbank das Buch "The American Atlas" von ACS Publications als zuverlässige Quelle für Zeitzoneninformationen für die USA vor 1991. Wie die Copyright-Verhältnisse tatsächlich liegen und ob die Zeitzoneninformationen überhaupt durch das Urheberrecht geschützt sind, muss nun das Gericht entscheiden. (odi)

197 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Analyse: Was SQL Server für Linux für Microsoft bedeutet

    Analyse: Microsoft kündigt SQL Server für Linux an

    Während andere Microsofts Ankündigung als Zeichen für eine Eiszeit in der Hölle nehmen, erkennt Autor und Entwickler Golo Roden die Strategie hinter der Öffnung des Unternehmens, die vor allem Azure zu Gute kommen soll.

  2. Azure Cloud Switch: Microsoft baut an einem eigenen Linux

    Azure Cloud Switch

    Microsoft hat eine eigene Linux-Distribution entwickelt – zum Betrieb auf den Switches in den eigenen Rechenzentren. Der Azure Cloud Switch soll das Netzwerkmanagement in großen Rechenzentren vereinfachen.

  3. Von unendlichen Geschichten an endlichen Freitagen

    Von unendlichen Geschichten an endlichen Freitagen

    Mehr als 300 Meldungen schrieb der heise-Autor zu dem Streit, den die Firma SCO um ihre vermeintlichen Rechte an Linux anzettelte. Im Verlauf der unendlichen Geschichte entstand ein ansehnliches Stück Forenkultur auf heise online.

  4. Die Git-Stolperfalle: Viele Webseiten geben sensible Daten preis

    Hacker

    Wenn Web-Admins beim Hochladen von Projekten nicht aufpassen, stellen sie unter Umständen ohne es mitzubekommen Passwort-Datenbanken und weitere schützenswerte Daten zum Abruf für jedermann bereit.

  1. Das neue Microsoft: Sam Guckenheimer und Martin Woodward zu Open Source und neuer Fokussierung

    Holger Schwichtenberg sprach für heise Developer mit zwei Microsoft-Repräsentanten über die neue Open-Source-Strategie und den kommenden Team Foundation Server 2015.

  2. Nanoservices – kleiner als Microservices

    Aufteilung eines Systems in Microservices (Abb. 1)

    Microservices lassen sich unabhängig skalieren, und der Ausfall eines Service beeinflusst die anderen nicht. Je kleiner er ist, desto größer der Vorteil – aber wo liegt die Grenze für die Größe eines Microservice? Für noch kleinere Nanoservices sind einige Kompromisse notwendig.

  3. Interview mit Mark Struberg

    Thorben Janssen im Gespräch mit Mark Struberg über dessen tägliche Arbeit, die Aufgaben als Mitglied der Apache Software Foundation und verschiedene Apache-Projekte wie OpenWebBeans, TomEE und DeltaSpike.

  1. Unterwegs im Toyota Prius IV

    Hybridantrieb, alternative Antriebe

    Die vierte Generation des Prius ist nicht mehr spaßbefreit, sie bietet im Gegenteil Freude am Fahren und, ja, Federungskomfort. Es ist eine fast schockierende Überraschung, einem sonst nur für seine Effizienz gerühmten Prius hohe Zielgenauigkeit, Präzision und gute Rückmeldung bescheinigen zu können

  2. Pokémon Go: Tipps und Tricks, die ich gern vorher gewusst hätte

    Pokémon Go: 5 Dinge, die ich gern vorher gewusst hätte

    Auch in Deutschland ist Pokémon Go das Trend-Spiel schlechthin: Überall sammeln Spieler des AR-Games fleißig kleine Monster. c't-Redakteure Jürgen Schmidt, Gerald Himmelein und Ronald Eikenberg fassen selbst erprobte Tipps zu Pokémon Go zusammen – von Einstiegshilfen bis zu Tricks für Fortgeschrittene.

  3. SUV ohne Allrad: Stattgeländewagen

    SUV

    Im Segment der immer beliebter werdenden SUV gibt es seit Jahren kräftigen Aufwuchs bei den Kompakten und Subkompakten. Viele davon werden bereits von Beginn an ohne Allradantrieb konstruiert, die anderen haben 4WDs als Option. Die wichtigsten Vertreter der beiden Gattungen

  4. Im Test: Mercedes GLC 250

    Mercedes GLC 250 4Matic

    Der Mercedes GLC 250 hat das Zeug, selbst SUV-Gegner von sich zu überzeugen. Wie? Mit einer klassischen Tugend, die die Marke einst auf breiter Front auszeichnete: Er ist überaus komfortabel. Wie angenehm das sein kann, bewies er im Test

Anzeige