Compuserve erhöht Preise und Kundenzahl
Der AOL-Tochter Compuserve ist es mit Dumpingpreisen gelungen, die Kundenzahl innerhalb eines Jahres zu verdreifachen: Sie stieg von 200.000 auf 620.000. Dazu dürften vor allem zwei Internet-by-Call-Tarife beigetragen haben: Beim Pro-Tarif zahlen Kunden nach Anmeldung tagsüber zwischen 9 und 19 Uhr gerade einmal 1,7 Pfennig pro Surfminute, in der übrigen Zeit 2,7 Pfennig. Der Niedrig-Preis tagsüber verwundert vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass Compuserve selbst pro Surfminute jedes Kunden rund 2 Pfennig allein an Durchleitungsgebühren an die Telekom abführen muss. Deshalb kann der Provider an den reinen Surfgebühren nichts verdienen. Unternehmenssprecherin Stefanie von Carlsburg sprach gegenüber heise online von einer Mischkalkulation, in die auch Einnahmen aus Werbung und E-Commerce mit einfließen würden.
Während Compuserve beim Pro-Tarif selbst die Rechnung an den Kunden schreibt, erledigt das beim ebenfalls anmeldepflichtigen Office-Tarif die Telekom, vergleichbar mit anderen Call-by-Call-Anbietern. Und hier erhöht Compuserve im Zuge des Inkassostreits jetzt die Preise: "Aufgrund der Erhöhung der Kosten beim Abrechnungsverkehr der Deutschen Telekom haben wir keine andere Wahl, als den Office-Tarif ebenfalls anzuheben – da er über die Telekom abgerechnet wird", erklärt Compuserve-Chef Ralf Gresselmeyer. Die Surf-Minute kostet deshalb ab dem 1. August tagsüber einen Pfennig pro Minute mehr, nämlich 2,9 Pfennig von 9 bis 18 Uhr. Der Abendpreis von 4,9 Pfennig pro Minute zwischen 18 und 9 Uhr bleibt bestehen.(axv)
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