Logo von heise online

Suche
Andreas Wilkens 49

Australien lehnt Huawei als Netzwerkausrüster ab

Die australische Regierung schließt den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei von den Ausschreibungen für das Projekt National Broadband Network (NBN) aus. Als Grund gibt die Regierung laut australischen Medienberichten Sicherheitsbedenken vor dem Hintergrund zunehmender Cyber-Attacken aus China an. Premierministerin Julia Gillard verteidigte die Entscheidung aus dem vorigen Jahr, die nun bekannt wurde, als "wohl bedacht". Die Regierung sei dafür verantwortlich, dass die Infrastruktur wie vorgesehen funktioniere, und habe deshalb diese Entscheidung getroffen.

Anzeige

Die australische Regierung hat sich laut einem Bericht des Magazins Financial Review vom Geheimdienst Australian Security Intelligence Organization (ASIO) leiten lassen. Huawei habe GPON-Technik (Gigabit Passive Optical Network) liefern wollen. Die Chinesen blieben aber in Australien aktiv: Vodafone habe für den Ausbau seines Netzes in New South Wales Huawei einen Auftrag im Wert von einer Milliarde australischer Dollar (derzeit knapp 800 Millionen Euro) erteilt und wolle davon nun nicht abrücken.

Australien will 36 Milliarden australische Dollar (28 Milliarden Euro) in den Ausbau seines Breitbandnetzes NBN stecken. Ziel der Regierung ist es, 93 Prozent der australischen Haushalte, öffentlichen Institutionen und Unternehmen über Festnetz, Glasfaser und Satellit an das Netz anzuschließen. Das Land will so zu den führenden Ländern aufschließen. Laut einer OECD-Liste von Juni 2011 rangiert Australien bei der Breitbandabdeckung auf dem 21. von 34 Plätzen.

Huawei – hinter Ericsson zweitgrößter Netzwerkaustrüster weltweit – stieß im vergangenen Jahr auch in den USA auf Kritik. Wegen Sicherheitsbedenken eines Regierungsausschusses sagte das Unternehmen die Übernahme des bankrotten US-Serverspezialisten 3Leaf Systems ab. Im November sah der Geheimdienstausschluss des US-amerikanischen Repräsentantenhauses in der Expansion chinesischer Telekommunikationskonzerne in die USA eine Bedrohung für die nationale Sicherheit. 2008 scheiterte Huaweis Versuch, 3Com zu übernehmen. (anw)

49 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. re:publica 15: Der kontrollierte Boom in China

    re:publica 15: Der kontrollierte Boom in China

    Die IT-Industrie ist Wachstumshoffnung für China – auch als Exportartikel. Die eigene Bevölkerung will der Staat mit einem Big-Data-Projekt kontrollieren.

  2. IBM gewährt China Einblicke in Quellcode

    IBM

    IBM gewährt der chinesischen Regierung als erstes US-Technologieunternehmen Einblicke in den Quellcode einiger Softwareprodukte. Das ist erforderlich, damit IBM auf dem chinesischen Markt expandieren kann.

  3. Hohe Smartphone-Nachfrage beschert Huawei dicken Gewinn

    Hohe Smartphone-Nachfrage beschert Huawei dicken Gewinn

    Der Netzwerkausrüster und weltdrittgrößter Smartphone-Anbieter steigerte im vergangenen Jahr seinen Nettogewinn um 33 Prozent.

  4. Ericsson und Cisco erweitern strategische Partnerschaft

    Ericsson und Cisco erweitern strategische Partnerschaft

    Ericsson und Cisco wollen unter anderem ihre Angebote aufeinander abstimmen und gemeinsam vermarkten.

  1. Warum interessiert sich eigentlich Acer nicht für Blackberry?

    Acer-Gruender_Stan_Shih

    Es ist ein offenes Geheimnis, dass Lenovo ein Auge auf Blackberry geworfen hatte. heise-resale-Kolumnist Damian Sicking fragt sich, ob Lenovo-Konkurrent Acer nicht noch ein größeres Interesse an dem notleidenden Smartphone-Hersteller haben müsste.

  2. Uber: Bürgerrechtler schalten US-Handelsaufsicht ein

    Uber: Bürgerrechtler schalten US-Handelsaufsicht ein

    Der Druck auf den Fahrtenvermittler Uber steigt auch in dessen Heimatland USA. Dort hat die Bürgerrechtsorganisation EPIC eine Beschwerde gegen die angekündigten neuen Datenschutzregeln des Unternehmens bei der US-Handelsaufsicht Federal Trade Commission eingereicht

  3. c't uplink 3.2: Netflix, Minecraft-Übernahme, iPhone 6

    In c't uplink lassen wir diesmal eine ereignisreiche Woche Revue passieren. Netflix gibt es jetzt auch in Deutschland, Microsoft zahlt Milliarden für Minecraft und das iPhone 6 und das 6 Plus wurden gründlich getestet.

  1. Router für IPv6: Einige taugen, etliche versagen

    IPv6: Das Internet-Upgrade rollt

    IPv6 ist längst nicht mehr exotisch: Auf heise.de hat es am Wochenende schon mal 20 Prozent Verkehrsanteil, weil immer mehr Internetprovider das modernere Protokoll aufschalten. Wer es optimal nutzen will, muss beim Routerkauf aufpassen.

  2. Die aktuelle Mercedes C-Klasse im Gebrauchtwagen-Check

    Die aktuelle Mercedes C-Klasse ist seit sechs Jahren auf dem Markt. Ihren Vorgänger, der mit starken Rostproblemen zu kämpfen hatte, lässt sie qualitativ deutlich hinter sich. Wir zeigen, auf was sie beim Kauf einer gebrauchten C-Klasse achten sollten

Anzeige