Logo von heise online

Suche
49

Australien lehnt Huawei als Netzwerkausrüster ab

Die australische Regierung schließt den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei von den Ausschreibungen für das Projekt National Broadband Network (NBN) aus. Als Grund gibt die Regierung laut australischen Medienberichten Sicherheitsbedenken vor dem Hintergrund zunehmender Cyber-Attacken aus China an. Premierministerin Julia Gillard verteidigte die Entscheidung aus dem vorigen Jahr, die nun bekannt wurde, als "wohl bedacht". Die Regierung sei dafür verantwortlich, dass die Infrastruktur wie vorgesehen funktioniere, und habe deshalb diese Entscheidung getroffen.

Anzeige

Die australische Regierung hat sich laut einem Bericht des Magazins Financial Review vom Geheimdienst Australian Security Intelligence Organization (ASIO) leiten lassen. Huawei habe GPON-Technik (Gigabit Passive Optical Network) liefern wollen. Die Chinesen blieben aber in Australien aktiv: Vodafone habe für den Ausbau seines Netzes in New South Wales Huawei einen Auftrag im Wert von einer Milliarde australischer Dollar (derzeit knapp 800 Millionen Euro) erteilt und wolle davon nun nicht abrücken.

Australien will 36 Milliarden australische Dollar (28 Milliarden Euro) in den Ausbau seines Breitbandnetzes NBN stecken. Ziel der Regierung ist es, 93 Prozent der australischen Haushalte, öffentlichen Institutionen und Unternehmen über Festnetz, Glasfaser und Satellit an das Netz anzuschließen. Das Land will so zu den führenden Ländern aufschließen. Laut einer OECD-Liste von Juni 2011 rangiert Australien bei der Breitbandabdeckung auf dem 21. von 34 Plätzen.

Huawei – hinter Ericsson zweitgrößter Netzwerkaustrüster weltweit – stieß im vergangenen Jahr auch in den USA auf Kritik. Wegen Sicherheitsbedenken eines Regierungsausschusses sagte das Unternehmen die Übernahme des bankrotten US-Serverspezialisten 3Leaf Systems ab. Im November sah der Geheimdienstausschluss des US-amerikanischen Repräsentantenhauses in der Expansion chinesischer Telekommunikationskonzerne in die USA eine Bedrohung für die nationale Sicherheit. 2008 scheiterte Huaweis Versuch, 3Com zu übernehmen. (anw)

49 Kommentare

Themen:

  1. Cisco wird weniger Netzwerk-Technik los

    Die Nachfrage nach Ciscos Produkten ist weiterhin mau. Der Firmenchef und die Anleger sehen jedoch Zeichen einer Besserung. Aktuelle Vorwürfe in der NSA-Abhöraffäre könnten jedoch neue Zweifel aufkommen lassen.

  2. Antispionage: China nimmt IT-Technik und -Dienste unter die Lupe

    Die Enthüllungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden hätten gezeigt, dass eine nationale Sicherheit ohne Cybersicherheit nicht gewährleistet ist, heißt es in China. Deshalb soll IT-Technik dort nun sicherheitsgeprüft werden.

  3. US-Regierung genehmigt Server-Deal zwischen IBM und Lenovo

    Drei Beispiele für x86-Server

    IBM darf seine x86-Serversparte an das chinesische Unternehmen Lenovo veräußern. Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit – das Pentagon nutzt selbst x86-Server von IBM – hatten ein Prüfungsverfahren ausgelöst.

  1. Open Technology Institute: "Es ist Zeit, Obama zur Rechenschaft zu ziehen"

    "Was die Obama-Regierung erreicht hat ist im Vergleich zu ihren Wahlversprechen 2008| jämmerlich inadäquat, nach ihren eigenen Kriterien." Meinrath leitet das Open Technology Institute der New America Foundation in Washington, DC. Seine Organisation ist unter anderem für das "Internet aus dem Koffer" bekannt.

  2. Warum interessiert sich eigentlich Acer nicht für Blackberry?

    Acer-Gruender_Stan_Shih

    Es ist ein offenes Geheimnis, dass Lenovo ein Auge auf Blackberry geworfen hatte. heise-resale-Kolumnist Damian Sicking fragt sich, ob Lenovo-Konkurrent Acer nicht noch ein größeres Interesse an dem notleidenden Smartphone-Hersteller haben müsste.

  3. Tesla will 400 E-Tankstellen in China bauen

    Tesla will 400 E-Tankstellen in China bauen

    Tesla baut seine Präsenz in China deutlich aus. Gemeinsam mit dem Mobilfunker China Unicom werden 400 Ladestellen in 120 Städten an den Start gebracht, sagte eine Tesla-Sprecherin. „Darüber hinaus werden wir 20 Supercharger in Filialen von China Unicom bauen.“

  1. Hoch "Annelie": Kreative Bastelprojekte gegen die Sommerhitze

    Hoch "Annelie": Diese Bastelprojekte helfen gegen die Hitze

    Zum Wochenende ist mit Rekordhitze zu rechnen, aber dagegen kann man ja was machen. Und zwar schnell: Bauen Sie einfach eines der Projekte aus der Make-Online-Community nach, die für Kühlung sorgen.

  2. Russlands vergessene Raumgleiter: Buran-Orbiter im Winterschlaf

    Raumfähre Buran

    Mit den Orbitern des Typs Buran reagierte die Sowjetunion einst auf die Space Shuttle. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR endete das Programm und die Prototypen, die nicht ins Museum kamen, blieben in Baikonur. Ein Fotograf hat sie gefunden.

  3. Verrührte Kultur

    Zweirad

    Außer den einfachen und bodenständigen Motorrädern aus Japan rufen auch immer mehr Fahrer nach Maschinen, die sind wie eine gemachte Gebrauchte: ein Schätzchen, das gut fährt. Auftritt Ducati Scrambler

  4. NASA-Sonde New Horizons: Die zwei Seiten des Pluto in Farbe

    NASA-Sonde New Horizons: Die zwei Seiten des Pluto in Farbe

    Zwei neue Farbaufnahmen des Pluto und seines größten Mondes Charon machen die Forscher noch neugieriger auf den Vorbeiflug der Sonde New Horizons an dem Zwergplaneten. Nun erkennbare Strukturen auf Pluto und dessen Farbe werfen Fragen auf.

Anzeige