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Apple will den Schulbuchmarkt aufrollen

Apple hat auf einer Pressekonferenz im New Yorker Guggenheim-Museum eine Bildungsinitiative angekündigt. Das Unternehmen will Schülern, Studenten und Lehrern Schulbücher auf dem iPad zur Verfügung stellen und herkömmliche Papierwerke überflüssig machen.

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Als Grundlage dient die neue Version 2 von iBooks, die im App Store bereits zum Gratis-Download angeboten wird. Die App unterstützt neuerdings interaktive Elemente wie 2D- und 3D-Animationen, Diagramme und Bildergalerien, die sich direkt im Buch aufrufen lassen. Der Umgang mit Filmen und Tonelementen wurde verbessert; durch die Seiten lässt sich ab sofort leichter navigieren. Auch die Inhaltsverzeichnisse und Suchfunktion hat Apple überarbeitet, Index-Links erlauben das Verknüpfen von Begriffen etwa mit einem Lexikon oder Glossar. Leser können Textpassagen farblich markieren und Notizen auf die Seiten heften. Per Fingertipp zeigt iBooks alle Notizen an zentraler Stelle gesammelt an. Begriffe und deren Bedeutung können Schüler kurzerhand in eine Karteikarte verwandeln, wie man sie vom Vokabelpauken kennt: Auf der Vorderseite steht der Begriff, auf der Rückseite dessen Bedeutung, die man erlernen möchte. Verlage und E-Book-Autoren können verschiedene Layout-Varianten für Hoch- und Querformat vorsehen, zwischen denen die iBooks-App automatisch umschaltet. Dazu bietet Apple eine eigene App für den Mac an. iBooks Author ist kostenlos und kann als Angriff auf Adobes Publishing-Suite gewertet werden.


iBooks-Schulbuch mit interaktivem Element. Vergrößern

Gleichzeitig beginnt Apple mit dem Verkauf von Schulbüchern im iTunes Store sowie über den auf iOS-Geräten erreichbaren iBookstore, der um eine passende Rubrik "Textbooks" (Schulbücher) ergänzt wurde. Den gibt es vorerst allerdings nur in den USA; der passende Link zeigt deutschen Nutzern derzeit noch keine Inhalte. Die in den USA bereits verfügbaren Werke werden für knapp 15 US-Dollar pro Stück verkauft und decken Fächer wie Mathematik, Biologie oder Physik ab. Zielgruppe ist anfangs das K-12-Segment bis zur 12. Klasse der amerikanischen High School. Kompakt sind die Werke nicht: So nimmt etwa der Titel "Life on Earth" mit nur 51 Seiten rund 1 GByte Speicherplatz in Anspruch. Es ist das erste Buch, das auch in Deutsch erhältlich ist.

Apple kooperiert zunächst mit den amerikanischen Verlagen Pearson, McGraw Hill und Houghton Mifflin Harcourt, dürfte sich aber auch bereits außerhalb der USA, etwa in Deutschland, in Verhandlungen mit potenziellen Partnern befinden. Apple-Marketingchef Phil Schiller sagte, derzeit seien rund 1,5 Millionen iPads bei Lerneinrichtungen im Einsatz. Er betonte, Bildung sei "tief in Apples DNA verankert". Für das Apple-Tablet sollen laut Schillers Aussage bereits jetzt 20.000 Lern-Apps verfügbar sein.

Der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs hatte in seiner Biografie angekündigt, Schülern das Schleppen von Schulbüchern abnehmen zu wollen. Die Intention ist klar: Bald soll in vielen Schulranzen ein iPad liegen.

Siehe dazu auch:

bei Mac & i

(se) / (bsc)

1555 Kommentare

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