Logo von heise online

Suche
Ben Schwan 1555

Apple will den Schulbuchmarkt aufrollen

Apple hat auf einer Pressekonferenz im New Yorker Guggenheim-Museum eine Bildungsinitiative angekündigt. Das Unternehmen will Schülern, Studenten und Lehrern Schulbücher auf dem iPad zur Verfügung stellen und herkömmliche Papierwerke überflüssig machen.

Anzeige

Als Grundlage dient die neue Version 2 von iBooks, die im App Store bereits zum Gratis-Download angeboten wird. Die App unterstützt neuerdings interaktive Elemente wie 2D- und 3D-Animationen, Diagramme und Bildergalerien, die sich direkt im Buch aufrufen lassen. Der Umgang mit Filmen und Tonelementen wurde verbessert; durch die Seiten lässt sich ab sofort leichter navigieren. Auch die Inhaltsverzeichnisse und Suchfunktion hat Apple überarbeitet, Index-Links erlauben das Verknüpfen von Begriffen etwa mit einem Lexikon oder Glossar. Leser können Textpassagen farblich markieren und Notizen auf die Seiten heften. Per Fingertipp zeigt iBooks alle Notizen an zentraler Stelle gesammelt an. Begriffe und deren Bedeutung können Schüler kurzerhand in eine Karteikarte verwandeln, wie man sie vom Vokabelpauken kennt: Auf der Vorderseite steht der Begriff, auf der Rückseite dessen Bedeutung, die man erlernen möchte. Verlage und E-Book-Autoren können verschiedene Layout-Varianten für Hoch- und Querformat vorsehen, zwischen denen die iBooks-App automatisch umschaltet. Dazu bietet Apple eine eigene App für den Mac an. iBooks Author ist kostenlos und kann als Angriff auf Adobes Publishing-Suite gewertet werden.


iBooks-Schulbuch mit interaktivem Element. Vergrößern

Gleichzeitig beginnt Apple mit dem Verkauf von Schulbüchern im iTunes Store sowie über den auf iOS-Geräten erreichbaren iBookstore, der um eine passende Rubrik "Textbooks" (Schulbücher) ergänzt wurde. Den gibt es vorerst allerdings nur in den USA; der passende Link zeigt deutschen Nutzern derzeit noch keine Inhalte. Die in den USA bereits verfügbaren Werke werden für knapp 15 US-Dollar pro Stück verkauft und decken Fächer wie Mathematik, Biologie oder Physik ab. Zielgruppe ist anfangs das K-12-Segment bis zur 12. Klasse der amerikanischen High School. Kompakt sind die Werke nicht: So nimmt etwa der Titel "Life on Earth" mit nur 51 Seiten rund 1 GByte Speicherplatz in Anspruch. Es ist das erste Buch, das auch in Deutsch erhältlich ist.

Apple kooperiert zunächst mit den amerikanischen Verlagen Pearson, McGraw Hill und Houghton Mifflin Harcourt, dürfte sich aber auch bereits außerhalb der USA, etwa in Deutschland, in Verhandlungen mit potenziellen Partnern befinden. Apple-Marketingchef Phil Schiller sagte, derzeit seien rund 1,5 Millionen iPads bei Lerneinrichtungen im Einsatz. Er betonte, Bildung sei "tief in Apples DNA verankert". Für das Apple-Tablet sollen laut Schillers Aussage bereits jetzt 20.000 Lern-Apps verfügbar sein.

Der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs hatte in seiner Biografie angekündigt, Schülern das Schleppen von Schulbüchern abnehmen zu wollen. Die Intention ist klar: Bald soll in vielen Schulranzen ein iPad liegen.

Siehe dazu auch:

Anzeige

bei Mac & i

(se) / (bsc)

1555 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Apple passt iBooks Author an OS X 10.11 an

    Apple passt iBooks Author an OS X 10.11 an

    Mit einem Update ist das kostenlose Authoring-Werkzeug bereit für El Capitan. Die Aktualisierung liefert aber auch noch weitere Neuerungen.

  2. iBooks Author mit Sicherheitsupdate

    iBooks Author mit Sicherheitsupdate

    Apple hat sein Authoring-Werkzeug für elektronische Bücher schon seit längerem nicht mehr angefasst. Nun gibt's immerhin eine Security-Aktualisierung für das Tool.

  3. Neue Betas von iOS 8.4 und OS X 10.10.4

    Neue Betas von iOS 8.4 und OS X 10.10.4

    Apple arbeitet weiter an neuen Versionen von iOS 8.4 und OS X 10.10 – auch wenn iOS 9 und OS X 10.11 nicht mehr lange auf sich warten lassen dürften.

  4. Updates für Apples Kreativ-Apps

    Updates für Apples Kreativ-Apps

    Neue Versionen von iBooks Author, GarageBand und iMovie stehen für den Mac zum Download bereit. GarageBand wurde auch für iOS aktualisiert.

  1. Test: Pixelmator fürs iPad

    Die Bildbearbeitungs-App war der Star auf Apples Pressekonferenz. Seit einigen Tagen ist die iPad-Version nun zu haben.

  2. Schreiben mit Markdown – am Mac und unter iOS

    Die einfache Syntax der Auszeichnungssprache Markdown (und deren Erweiterung MultiMarkdown) trennt den Inhalt eines Textes von dessen Gestaltung und funktioniert mit jedem Texteditor. Erst beim Export in Formate wie PDF, ePub, HTML oder RTF bestimmt man das Aussehen. Spezielle Markdown-Tools helfen dabei.

  3. c't zockt (Episode 38): Glitchhikers & Zerstört, Zerstört

    c't zockt (Episode 38): Glitchhikers & Zerstört, Zerstört

    Diesmal mit dem surrealen Mini-Roadmovie "Glitchhickers" und dem punkigen "Zerstört, Zerstört".

  1. Windows-10-Upgrade-Meldung schneit beim Wetterbericht rein

    Windows-10-Upgrade-Meldungkommt beim Wetterbericht reingeschneit

    Sturm, 12 Stunden Regen und dann noch Windows 10: Microsofts Hinweis auf das empfohlene Upgrade störte einen Wetterbericht im US-Fernsehen.

  2. Airbus befürchtet teuren Triebwerks-Ärger mit Militärtransporter A400M

    Airbus befürchtet teuren Triebwerks-Ärger mit Militärtransporter A400M

    Das Transportflugzeug A400M ist seit Jahren Airbus' Sorgenkind. Neue Schwierigkeiten mit den Triebwerken könnten nun das Ergebnis drücken.

  3. Atomkraft: Belgien will Jod-Tabletten im ganzen Land verteilen

    Atomkraft: Belgien will Jod-Tabletten im ganzen Land verteilen

    Deutschland und Belgien liegen sich seit langem wegen Pannen bei Atommeilern in den Haaren. Auch deshalb stößt es auf Interesse, dass die belgische Regierung das Land künftig besser für die Folgen eines möglichen Reaktorunfalls wappnen will.

  4. Hannover Messe: Besuch am Microsoft-Stand

    Hannover Messe 2016: Besuch am Microsoft-Stand

    Microsoft ist auf der diesjährigen Hannover Messe groß vertreten. Am Hauptstand in Halle 7 zeigt das Unternehmen gemeinsam mit Partnern zahlreiche Beispiele einer digital vernetzten Wirtschaft. Wir sind mit der Videokamera vorbeigekommen.

Anzeige