Logo von heise online

Suche
Leo Becker 80

Apple vs. Samsung: Kein Einblick ins iPhone 5 für die Südkoreaner

Samsung ist mit dem Versuch gescheitert, im Ideenklau-Streit mit Apple schon jetzt das iPhone und iPad der nächsten Generation zu Gesicht zu bekommen. Die zuständige Richterin lehnte den Antrag in einer am Dienstag veröffentlichten Entscheidung ab. Samsung habe die Forderung nicht ausreichend begründen können.

Anzeige

Die Bezirksrichterin Lucy Koh hatte Samsung zuvor dazu verdonnert, Apples Anwälten drei Smartphones und zwei Tablet-Computer zur Untersuchung vorzulegen, die zwar schon angekündigt, aber noch nicht
im Handel erhältlich sind. Kurz darauf wollte auch Samsung Prototypen des nächsten iPhones und iPads sehen – mit der Begründung, dies sei zur Abwehr einer möglichen einstweiligen Verfügung gegen Produkte des südkoreanischen Konzerns notwendig. Apple konterte, Samsung kopiere mit seinen angefochtenen Geräten nicht zukünftige, sondern aktuelle Produkte des Konzerns und konkurriere mit ihnen.

Apple hatte im Mai Zugang zu neueren Modellen von Samsung gefordert – mit der Begründung, es müsse geprüft werden, ob es in ihnen ebenfalls Patentverletzungen gebe. Die Richterin beschloss, dass Samsung, wie von Apple verlangt, die Telefone Galaxy S2, Infuse 4G, Infuse 4G LTE sowie die Tablet-Computer Galaxy Tab 8.9 und Galaxy Tab 10.1 vorlegen müsse. Allerdings sollen nur Anwälte und keine Apple-Mitarbeiter sie zu Gesicht bekommen.

Zugleich machte die Richterin aber deutlich, dass sie auch Argumente gegen eine einstweilige Verfügung zugunsten von Apple sieht. "Samsung steht es frei, zu argumentieren, dass die Wahrscheinlichkeit von Verwechslungen gering ist, weil Verbraucher die Produkte nicht Seite an Seite mit dem iPhone 4 oder dem iPad 2 antreffen werden, sondern mit den nächsten Generationen von iPhone und iPad", schrieb sie unter anderem. Außerdem könne Samsung anführen, dass Apple bald den Preis für die aktuellen Modelle reduziere, sodass die Geräte der beiden Hersteller unterschiedliche Käufergruppen ansprechen.

Wenn Apple eine Verfügung gegen den Verkauf von Samsung-Geräten erstreiten sollte, würde dies dem US-Konzern in dem Rechtsstreit einen entscheidenden Vorteil gewähren, betont etwa der deutsche Patent-Experte Florian Müller. Die Amerikaner könnten Samsung dann zum Beispiel zu einer schnellen Einigung drängen, schrieb Müller in seinem Blog.

Apple und Samsung werfen sich gegenseitig Ideenklau vor. Den ersten Schritt machte Apple mit einer Klage in den USA, mit dem Vorwurf, Samsung kopiere bei seinen Handys und Tablets mit dem Google-Betriebssystem Android Technik und Design von iPhone und iPad. Speziell verglich Apple damals sein iPhone 3GS mit Samsungs Telefon Galaxy S. Der koreanische Konzern konterte mit Patentklagen in mehreren Ländern. Den Streit macht besonders interessant, dass Samsung auch ein wichtiger Apple-Zulieferer ist. Zuletzt aktualisierte Apple seine Vorwürfe und weitete sie dabei unter anderem auch auf das Nachahmen des iPhone 4 aus. (mit Material von dpa) / (lbe)

80 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Samsung verbucht höheren Gewinn

    Samsung verbucht höheren Gewinn

    Der frühe Verkaufsstart von Samsungs neuen Flaggschiff-Smartphones hat sich ausgezahlt. Die Südkoreaner schneiden im ersten Quartal besser als erwartet ab.

  2. Übernächstes iPhone angeblich mit gebogenem Bildschirm

    Samsung S6 Edge+

    Für seine 2017er Smartphone-Generation plant Apple einem Bericht zufolge die Verwendung eines Dual-Curve-OLED-Displays, wie man es vom Galaxy Edge kennt.

  3. Bericht: Kein neues iPad Air in diesem Jahr

    Apple iPad

    Laut Quellen aus der Lieferkette in Asien will sich Apple bei seiner nächsten Präsentationsveranstaltung im September bei den Tablets auf ein verbessertes "iPad mini 4" konzentrieren. Denkbar ist auch ein "iPad Pro".

  4. Bericht: Japan Display bereitet OLED-Produktion für "iPhone 8" vor

    iPhone

    Die Massenproduktion von OLED-Displays läuft bei Japan Display angeblich im Frühjahr 2018 an, der Hersteller verhandele gerade mit Apple über einen Großauftrag.

  1. Google-Tablet Pixel C: Ein bisschen Notebook

    Google-Tablet Pixel C: Ein bisschen Notebook

    Das neue Google-Tablet heißt nicht Nexus, sondern Pixel C. Es lockt mit Top-Hardware, schickem Metall-Design und ein magnetisches Tastatur-Dock: Für einen richtigen Notebook-Ersatz fehlen ihm aber noch ein paar Dinge.

  2. iOS vs. Android – Argumente für den Wechsel zu Apple

    Die großen Displays von iPhone 6(s) und 6(s) Plus erfüllen vielen wechselwilligen Smartphone-Nutzern einen lange gehegten Wunsch. Es gibt aber noch mehr Gründe, von Android oder Windows Phone auf iOS umzusteigen.

  3. Pro & Contra: Verzettelt sich Apple?

    Während es zu Steve Jobs’ Glanzzeiten nur wenige Modelle gab, kommen jetzt immer mehr unterschiedliche Produkte auf den Markt.

  1. Elektroauto Streetscooter: Die Post zeigt Autoherstellern den Weg

    Elektroauto Streetscooter: Die Post zeigt Autoherstellern den Weg

    Der gelbe Flitzer der Post kommt immer besser in Fahrt. Auf dem Gelände einer ehemaligen Waggonfabrik in Aachen soll die Produktion massiv ausgebaut werden. Dabei zeigt der Logistikriese der Autowelt, wie Elektromobilität geht.

  2. Desktop-GPUs: Nvidia verzeichnet dramatischen Absatzrückgang, AMD holt auf

    GPU-Markt: Nvidia verzeichnet dramatischen Absatzrückgang, AMD holt auf

    Fast 30 Prozent weniger Desktop-Grafikchips hat Nvidia im zweiten Quartal des Jahres ausgeliefert. AMD konnte dagegen gut 4 Prozent mehr Desktop-GPUs verkaufen und seinen Desktop-GPU-Anteil laut Peddie auf 30 Prozent erhöhen.

  3. Nvidias neuer Tegra-SoC Parker: Wassergekühlter Kombichip für selbstfahrende Autos

    Nvidias neuer Tegra-SoC Parker: Wassergekühlter Kombichip für selbstfahrende Autos

    Zwei Denver-2-Prozessoren und eine Pascal-Grafikeinheit mit 256 Shader-Rechenkernen sollen eine hohe Leistung liefern. Die Leistungsaufnahme verriet Nvidia allerdings nicht.

  4. Opera VPN für Android: kostenloses VPN und WLAN-Check

    Opera VPN für Android: kostenloses VPN und WLAN-Check

    Operas kostenloser VPN-Dienst ist nun auch unter Android nutzbar. Er umgeht unsichere WLANs, Geosperren und Werbetracker, blendet aber zur Finanzierung selbst ab und zu Werbung ein. Die Android-Version kommt zusätzlich mit einem WLAN-Sicherheitscheck.

Anzeige