Logo von heise online

Suche
Ronald Eikenberg 205

Apple und Google entsperren Smartphones für Strafverfolger

Smartphone-Hersteller unterstützen US-Behörden offenbar dabei, die PIN-Sperre der Handys Verdächtiger zu umgehen. Das geht aus polizeilichen Trainingsunterlagen hervor, die laut Cnet vom Sacramento Sheriffs Office stammen. Die Unterlagen enthalten Vordrucke für richterlichen Anweisungen, in die die Beamten nur noch Handynummer, Seriennummer und Modell eintragen müssen.

Anzeige


Die polizeilichen Trainingsunterlagen enthalten Vordrucke, die der Ermittler nur noch ergänzen muss. Vergrößern
Einer der Vordrucke ist gezielt an Apple gerichtet. Das Unternehmen wird dazu aufgefordert, die Behörden unter anderem beim Umgehen der PIN zu unterstützen. Einer solchen richterlichen Anweisung muss Apple Folge leisten. Ob es in Sacramento bereits dazu gekommen ist, geht aus dem Dokument nicht hervor. Aus Ermittlerkreisen will Cnet jedoch erfahren haben, dass Apple zumindest mit Behörden in der San Francisco Bay Area drei Jahre oder länger kooperiert habe.

Das Entsperren eines Android-Smartphones soll ein an Google gerichteter Vordruck regeln. Die Unterlagen enthalten den Hinweis, dass zum Entsperren eines Android-Smartphones der Google-Account nötig sei. Google sei nicht dazu in der Lage, das Passwort des Nutzers wiederherzustellen. Die einzige Möglichkeit, der Behörde Zugriff auf den Account zu verschaffen, sei, das Passwort zurückzusetzen.

Der an Google gerichtete Vordruck enthält daher die Aufforderungen, den mit dem Smartphone verknüpften Benutzernamen auszuhändigen und das Passwort zu resetten. Ist das sogenannte USB-Debugging, eine Option für Bastler und Entwickler, aktiv, kann die Behörde den Fall laut den Unterlagen unter Umtänden schneller lösen: In diesem Fall kommt zunächst ein Forensik-Tool von CellBrite zum Einsatz, das die persönlichen Daten des Benutzers vom Smartphone kopiert.

Bedingungslos vertrauen sollte man der Passcode-Sperre ohnehin nicht: So ist es bei allen Apple-Smarpthones bis zum iPhone 4 etwa mit frei verfügbaren Tools möglich, den Zugriffsschutz auszuhebeln. Auch bei einigen Android-Versionen ist bereits dokumentiert, wie man Passcode-Sperre und Mustereingabe umgeht. Während der Aufwand bei gerooteten Geräten überschaubar ist, ist das Entsperren unmodifizierter Geräte deutlich aufwendiger. Um die Sicherheit von Daten auf Smartphones geht es auch in der heise-Security-Konferenz. (rei)

205 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Keine Hilfe beim Zugriff auf Attentäter-iPhone: Donald Trump kritisiert Apple scharf

    Donald Trump

    Das iPhone des San-Bernardino-Attentäters müsse unbedingt "geöffnet" werden, betonte der US-Präsidentschaftskandidatenanwärter und kritisierte Apples Weigerung, beim Entsperren des Gerätes zu helfen.

  2. Geräte-Entsperrung aus der Ferne: Android-Entwickler widerspricht Staatsanwalt

    Android

    Ein Android-Entwickler aus der Sicherheitsabteilung widerspricht einem Bericht, dass Google die Bildschirmsperre auf Behördenanordnung zurücksetzen kann.

  3. Fingerabdruckscanner: iOS verschärft Passwort-Abfrage

    Touch ID

    iPhone und iPad verlangen unter bestimmten Voraussetzungen schon nach acht Stunden die Eingabe des Passwortes, der Fingerabdruck allein reicht nicht mehr. Das FBI hatte jüngst eine Frau gezwungen, ihr iPhone per Touch ID zu entsperren.

  4. Touch ID: 90 Prozent der iPhone-Nutzer setzen jetzt auf Code-Sperre

    Apple iPhone

    Seit der Einführung des Fingerabdruckscanners hat sich laut Apple der Anteil der Nutzer verdoppelt, die ihr iPhone mit einem Gerätecode schützen und damit die Daten verschlüsseln.

  1. Crypto Wars 3.0: Hintergründe zu dem Fall Apple vs. FBI

    Entsperrung eines iPhone

    Die Auseinandersetzung zwischen Apple und dem FBI gewinnt seit Tagen an Fahrt und könnte eine grundlegende Entscheidung in den sogenannten Crypto Wars nach sich ziehen. Zeit für einen Überblick über die Hintergründe.

  2. Wie Google mich von meiner SD-Karte aussperrte

    Überlegen Sie sich gut, ob Sie wirklich Ihr Smartphone oder Tablet auf Kitkat updaten. Denn danach sind Sie nicht mehr Herr Ihrer SD-Karte. Aber es gibt einen Ausweg.

  3. Dies und das – Neues aus dem Handymarkt

    Diese Woche gab es keine gravierenden Neuankündigungen. Langweilig ist es in der Industrie trotzdem nicht – hier eine Liste der interessantesten Ereignisse.

  1. Marktforscher: Smartwatch-Markt bricht ein

    Apple Watch

    Im zweiten Quartal sind die Verkäufe von Computer-Uhren erstmals global zurückgegangen, einer IDC-Schätzung zufolge um über 30 Prozent. Die Apple Watch bleibt Marktführer.

  2. Kopter & Co.: Allgemeinerlaubnis jetzt für Luftfahrtsysteme mit einem Gewicht von bis zu 10 Kilogramm

    Kopter & Co.: Allgemeinerlaubnis jetzt bis zu 10 Kilogramm

    Mit der neuen Allgemeinerlaubnis lassen sich auch Oktokopter wie der DJI S1000+ mit montierter Spiegelreflexkamera fliegen.

  3. Katastrophenschutz-Apps: NINA ergänzt KatWarn

    Katastrophenschutz-Apps: NINA ergänzt KatWarn

    Beim OEZ-Amoklauf in München kam das KatWarn-System an seine Belastungsgrenzen. NINA ist eine weitere App zur Warnung vor Gefahrenlagen, läuft aber lokal nur in bestimmten Regionen.

  4. Outdoor-Powerbanks: Nicht jedes Modell lädt schnell

    Outdoor-Powerbanks: Nicht jedes Modell lädt schnell

    Powerbanks mit Outdoor-Gehäusen überstehen auch Stürze und Regenschauer schadlos. Im c't-Test zeigten sich große Unterschiede bei Kapazität, Ladezeit und Verarbeitung.

Anzeige