Logo von Netze

Suche
30

Wifox: Turbo fürs Firmen-WLAN

In WLANs mit vielen Nutzern pro Basisstation – etwa auf Konferenzen, in Flughafen-Lounges oder stark frequentierten Cafés – ist der Durchsatz oft viel niedriger, als man von zu Hause gewohnt ist. Das liegt unter anderem daran, dass der Verkehr meistens überwiegend im Downstream läuft: Der Client fordert mit kurzen Paketen, etwa einem HTTP-Request, große Datenmengen an, beispielsweise Webseiten, Bilder oder Downloads von Betriebssystem-Updates. Da sich aber alle Teilnehmer einer WLAN-Funkzelle inklusive Basis die verfügbare Sendezeit gleichberechtigt teilen (Distributed Coordination Function, DCF), kommt der Access Point (AP) vergleichsweise selten dazu, die angeforderten Datenmengen zu senden.

Anzeige

Hier setzt das von Forschern der North Carolina State University um den Doktoranden Arpit Gupta entwickelte Verfahren Wifox an: Stellt der AP fest, dass solch ein Downstream-Stau entsteht, könnte er sich vorübergehend mehr Sendezeit reservieren, indem er seine Transmission Opportunity (TXOP) verlängert und während dieser ähnlich der seit längerem verwendeten Frame Aggregation (auch Packet Bursting) gleich mehrere Pakete an verschiedene Clients statt nur an einen sendet. Das soll aber nicht dauernd geschehen, sondern nur fallweise, wobei ein Monitor-Prozess im AP den hereinkommenden Downstream-Traffic überwacht. Dann bekommt der AP einen umso höheren Sendezeitanteil, je länger der Datenstau wird. Wie Wifox im Detail funktioniert, ist noch unklar, da Gupta und Kollegen ihren Aufsatz WiFox: Scaling WiFi Performance for Large Audience Environments erst auf der im Dezember in Nizza stattfindenden Konferenz ACM CoNEXT 2012 vorstellen werden.

Das Team der NCSU will im Labor bei einem Access Point mit 25 Nutzern jedenfalls eine Verbesserung des Gesamtdurchsatzes um 400 Prozent erreicht haben. Bei 45 Clients sollen es gar 700 Prozent gewesen sein. Praktisch daran ist, dass sich Wifox als reine Software-Lösung auch bei bestehenden Funknetzen mit einem Firmware-Update installieren lässt. Bei WLANs mit wenig Nutzern wie daheim oder in kleinen Firmen wird das Verfahren aber wohl keinen nennenswerten Vorteil bringen. (ea)

30 Kommentare

Themen:

  1. cFos-Treiber bringt Traffic-Shaping für Smartphones und Tablets

    Ein Router, der seinen Clients IPv4-Adressen per DHCP zuteilt, sollte vor jeder Zuteilung sicherheitshalber ermitteln, ob eine Adresse eventuell schon vergeben ist, etwa durch manuelle Konfiguration. Das macht er mittels ARP-Requests. Manche Router sparen sich das, andere machen das ganz gewissenhaft und fragen mehrfach nach, was den Vorgang in die Länge zieht.

    Eine der wenig bekannten Funktionen von Windows ist die Möglichkeit, eine WLAN-Verbindung vom Router zu weiteren Clients durchzureichen. Setzt man auf einem solchen PC cFosSpeed auf, profitieren auch die Clients von seinen Tuning-Funktionen.

  2. Lancom-VPN-Client unterstützt Windows 8.1 jetzt besser

    Lancom-VPN-Client unterstützt Windows-Tablets

    Die Version 3.0 des Lancom-VPN-Clients lässt sich nun über den Microsoft Installer einspielen und soll auch Windows-8.1-Tablets dauerhaft mit dem Firmennetz verbunden halten.

  3. iOS 8 scannt anonym nach WLAN-Netzen

    Zufällige MAC-Adressen sollen verhindern, dass man Bewegungsprofile von iOS-Nutzern erstellen kann.

    Die WWDC14 ist zwar schon vorbei, noch immer gibt es in den veröffentlichenden Informationen aber Spannendes zu entdecken: Apple will mit einem Trick verhindern, dass man iOS-Nutzer über die von den Geräten verschickten WLAN-Pakete verfolgen kann.

  1. Angetestet: Controllerboard Carambola

    Das günstige MIPS-Board hat WLAN schon an Bord und läuft unter OpenWrt. Im Test hakelte es jedoch manchmal.

  2. Radius mit Windows Server

    Wem ein Gemeinschaftspasswort für das WLAN nicht ausreicht, der kann sein Funknetz mit individuellen Benutzerkonten über Radius absichern. Das ist bei Netzen mit vielen Nutzern sinnvoll und funktioniert mit Windows Servern bereits ab Werk. Wir erklären die Einrichtung und Konfiguration.

  3. WLAN-Angriffstool wifiphisher

    Zunächst wählt man aus, welches Netz angegriffen werden soll...

    Mit altbewährten Tricks versucht wifiphisher den Nutzern eines WLANs das WPA-Passwort zu entlocken.

  1. GEMA blitzt mit Klage gegen YouTube ab

    YouTube gegen Gema

    Das Landgericht München hat eine Klage der Verwertungsgesellschaft gegen die Google-Tochter abgewiesen und festgestellt, dass YouTube keine Abgaben für von Nutzern hochgeladene Inhalte zahlen muss.

  2. Privatsphäre und Anonymität bei vielen VPN-Diensten nicht gewährleistet

    Server

    Sicherheitsforscher zeigen auf, dass viele kommerzielle VPN-Dienste Verbindungen nicht ausreichend absichern und Nutzer teilweise sogar unwissentlich außerhalb eines VPN-Tunnels surfen.

  3. Apple Music und Beats 1 gehen auf Sendung

    Taylor Swift

    Der Spotify-Konkurrent will mehr sein als ein typisches Streaming-Angebot zum monatlichen Festpreis. Apple tritt mit redaktioneller Vorauswahl, einer eigenen Radiostation und einem sozialen Netzwerk für Künstler an.

  4. Großgezogen

    Skodas Superb, das ist viel Platz und Alltagsnutzen bei einem kaum zu schlagenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Was den Platz angeht, ist der Superb Combi davon noch eine Steigerung. Mehr Volumen bietet in seiner Klasse niemand. Eine Probefahrt mit dem 150-PS-Diesel

Anzeige