Logo von Netze

Suche
4

Signiert: .at-Domains jetzt mit DNSSEC

Die österreichische Domainvergabestelle nic.at unterstützt seit Mittwoch die Erweiterung DNSSEC (Domain Name System Security Extensions). Damit können hauptsächlich Provider, die DNS-Dienste für ihre Nutzer anbieten, bei der Auflösung eines Domainnamens in die zugeordnete(n) IP-Adresse(n) feststellen, ob die Information unterwegs verfälscht wurde. Dazu lässt sich beispielsweise der DNS-Server BIND verwenden. So wird es Angreifern erschwert, DNS-Daten zu fälschen und Nutzer auf unlautere Server umzuleiten. Bisher sind die DNSSEC-Funktionen freilich nicht in den Betriebssystemen verankert; gängige Resolver prüfen die empfangenen DNS-Antworten nicht. Erfahrene Nutzer können dafür auf ihren PCs ebenfalls BIND einrichten, für das schnelle Ausprobieren der Funktion kann man das Plugin DNSSEC Validator auf dem Firefox-Browser einrichten.

Anzeige

Nic.at stellt die Signatur für die gesamte .at-Zone. Die jeweilige Domain muss zusätzlich vom Betreiber des Domain Name Servers (DNS) signiert und bei nic.at entsprechend registriert werden, damit DNSSEC wirkt. Eine Handvoll .at-Registrare bieten dies bereits an, darunter WORLD4YOU. Am Mittwoch um 11.35 Uhr hat dieser Linzer Registrar die erste österreichische Kunden-Domain signiert.

"Die DNSSEC-Signierung von Domains ist sicherlich nicht für alle Domain-Inhaber gleichermaßen relevant", sagte nic.at-Geschäftsführer Robert Schischka, "aber vor allem für hochsensible Branchen wie Banken, Versicherungen oder auch Betreiber von Webshops bietet DNSSEC eine zusätzliche Schutzmöglichkeit und bewahrt Kunden auf einer zusätzlichen Ebene vor Missbrauch im Internet." Zuvor hatten Registrare ihre Systeme und Abläufe testen können. Inhaber von .at-Domains sind nicht verpflichtet, DNSSEC zu aktivieren.

Die deutsche Vergabestelle DENIC hat DNSSEC im Juni eingeführt, auch bei den Kollegen von Switch (.ch, .li) ist die Sicherheitsmaßnahme bereits in Betrieb. Wie die DNS-Auskunf kryptografisch abgesichert wird, beschreibt dieser heise-netze-Beitrag ausführlich. (jo)

4 Kommentare

Themen:

  1. DNSSEC-Day am 30. Juni: Start der Diskussion und Agenda

    DNSSEC-Day am 30. Juni: Start der Diskussion und Agenda

    Unerwartet viele Anwender nutzen bereits DNSSEC-validierende Resolver. Das ist eines der Resümees, das man aus der begonnenen Diskussion rund um DNS-Sicherheit anlässlich des kommenden DNSSEC-Day ziehen kann.

  2. Am 30. Juni ist DNSSEC-Day

    Am 30. Juni ist DNSSEC-Day

    Am 30. Juni 2015 veranstalten das BSI, DENIC und heise online den DNSSEC-Day. Kern der Veranstaltung ist ein Livestreaming, bei dem Fachleute Nutzen und Anwendungsmöglichkeiten für Nutzer und Administratoren behandeln.

  3. DNSSEC-Day: Kleine Nachlese

    DNSSEC-Day: Kleine Nachlese

    Das BSI, DENIC und heise online haben am 30. Juni im Rahmen des DNSSEC-Days die Vorteile der Technik vorgestellt und kritische Fragen diskutiert. Für manche unerwartet müssen neue Registrare Kunden künftig DNSSEC anbieten.

  1. Am 30. Juni ist DNSSEC-Day

    Am 30. Juni 2015 veranstalten das BSI, DENIC und heise online den DNSSEC-Day. Kern der Veranstaltung ist ein Livestreaming, bei dem Fachleute Nutzen und Anwendungsmöglichkeiten für Nutzer und Administratoren behandeln.

  2. Transitschutz: DNSSEC und DANE auf Linux-Servern konfigurieren

    Die etablierte TLS-Verschlüsselung mit signierten Zertifikaten ist nicht wirklich sicher. Das modernere DANE prüft mittels DNSSEC ohne externen Stempel, ob das vom Server präsentierte Zertifikat echt und damit die verschlüsselte Verbindung beim Mail- und Webseiten-Transport vertrauenswürdig ist. Das lässt sich an einem Vormittag einrichten.

  3. DNSSEC: Lügendetektor fürs LAN

    Ob PC, Tablet oder Smartphone, kein Netzwerk-Client prüft, ob DNS-Antworten unverfälscht und vertrauenswürdig sind. So können Hacker arglose Nutzer über eingeschleuste DNS-Antworten auf ihre eigenen Websites umleiten, um etwa Passwörter auszuspähen. Dagegen hilft ein Resolver im LAN, der DNS-Antworten mit DNSSEC validiert.

  1. Fate Customs

    Zweirad

    Der Umbau von alten Motorrädern zu Unikaten, dargestellt anhand der aufstrebenden Firma "Fate Customs". Dahinter steckt ein junger Mann, dessen handwerkliche Fähigkeiten und Kreativität atemberaubende Projekte entstehen lassen

  2. Spar-Exot

    Skoda Octavia

    Kein Skoda Octavia lässt sich so preiswert bewegen wie der mit Erdgas. Doch hierzulande greift kaum einer zu. Die Gründe dafür sind auf den ersten Blick nicht ersichtlich, auf den zweiten schon, wobei die Verantwortlichen für die Infrastruktur und der Hersteller nicht ganz unschuldig sind

  3. Luxus light

    BMW 7er

    Da die ganz großen Sprünge im Segment der Luxusklasse vorbei sind, bleibt den Herstellern kaum mehr, als das Design dem Zeitgeschmack anzupassen und noch mehr Elektronik einzubauen. Dieses Rezept verfolgt auch BMW mit der nächsten Auflage der 7er-Reihe

  4. Eigene Wege IV

    Land- und Renntechnik im 2CV

    Fahrwerk, Antrieb, Bremsen [--] war da nicht noch etwas? Doch, auch die Karosserie des Citroën 2CV ist ein Kapitel wert. Nach den techniklastigen Worten zur Hardware nun noch die Beschreibung des minimalistischen Aufbaus

Anzeige